10/04/2024
Unvergessliche Tage beim Easter Beachhandballcup in Cavallino
Am Donnerstag, den 28.3 trafen sich 6 Spieler und 1 Betreuer morgens um 5 Uhr an der neuen Brombacher Halle zur Abfahrt nach Italien. Wir waren eine Mannschaft aber noch lange kein eingespieltes Team - es waren 4 C- und 3 D-Jugendliche. Das Gepäck war schnell im Auto verstaut und die Sitzordnung ausgemacht, kurze Verabschiedung von den Eltern, dann ging es los.
Was für eine Geräuschkulisse im Auto. Es wurde auf der Hinfahrt schon so viel gelacht, dass ich als Betreuer nach kurzer Zeit Bauchschmerzen vor Lachen hatte. Kurz nach dem Gotthard Tunnel war Stopp, der Fahrer brauchte eine kurze Erholung. Kaum waren die Jungs aus dem Auto flogen schon die ersten Schneebälle durch die Gegend. Da es sehr kalt war, war die Pause nicht sehr lang. Kurz vor Mailand wurde es verdächtig ruhig im Auto, kann es evtl. am europäischem Datenroaming liegen, ich will den Jungs nichts unterstellen.... gegen 14 Uhr kamen wir am zugewiesenen Camping Platz an. Da realisierten wir erst wie groß dieses Event eigentlich war: 203 Mannschaften und über 2400 Spieler, Betreuer und Fans, verteilt auf 3 Campingplätze, von U11 bis zu den Erwachsenen und wir mitten drin. Mit uns kamen zur gleichen Zeit 3 Reisebusse an, somit hat der Check-in etwas länger gedauert. Um 16 Uhr haben wir unsere 3 Bungalows mit jeweils Platz für 4 Personen bezogen und haben angefangen alles zu erkunden.Der Pool wurde kontrolliert, ob er warm genug war, die insgesamt 19 Beachfelder wurden begutachtet bevor es dann zum Abendessen ging. Die Eröffnungsfeier lief schon, als endlich unser letzter Spieler mit seiner Familie eintraf. Gegen 23Uhr kehrte auf dem Partycampingplatz langsam die Nachtruhe ein.
Der zweite Tag startete mit Trikot verteilen und ab zum Frühstück. Wir alle hatten die Befürchtung, dass es ein typisches italienisches Frühstück würde mit nur Croissants und Kaffee oder Kaba. Das war zum Glück nicht der Fall. Es gab alles von Omelett, Eier, Brötchen, Joghurt, Obst etc. Das Highlight waren aber die Pancakes, wahlweise mit Schoko- oder Karamellsauce.
Um 8 Uhr 30 waren wir bereit für unsere erste gemeinsame Trainingseinheit bevor um 9Uhr 30 unser erstes Spiel losging. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht wirklich viel über Beachhandball. Wir spielten gegen den TSV Neusäß. Die Spiele dauerten 2 x 10 Minuten. Jede Halbzeit wurde getrennt bewertet und wenn jede Mannschaft einen Satz gewonnen hatte, ging es ins Shoutout. Dies war schon im ersten Spiel bei uns der Fall. Leider haben wir es knapp mit 3 zu 2 verloren. Danach mussten wir gegen „Untere Fils“ und Rütihof ran. Um es vorwegzunehmen „Untere Fils“ wurde 1ter und Rütihof 6ter im Turnier. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht wie stark diese Gruppe war, in die wir platziert wurden. Aber diese Spiele waren sehr wichtig für uns und die Lernkurve ging stetig nach oben. Unser letzter Gegner für den Tag war die HSG Römerwall, endlich unser erste Sieg. Und langsam merkte man, die Jungs haben den Beachhandball verstanden, sind als Team zusammengewachsen und bauten sich gegenseitig auf. Die Wechsel wurden immer schneller, die ersten Kempa Tore fielen, die 360er Würfe wurden immer erfolgreicher. Gegen 14 Uhr war Schluss mit den Spielen. Wir wurden 4 ter in unserer Gruppe und spielten damit weiter um Platz 11 bis 20. Das Feedback war eindeutig: Schade, dass wir nicht mehr gewonnen haben, aber es macht mega Spaß und ab da an waren wir auch ein Team.
Jetzt war Freizeit angesagt, die aufgebaute Wurfgeschwindigkeitsmessung wurde an ihre Grenzen gebracht. Danach ging es in den Pool und duschen. Nach dem Abendessen gab es noch ein open air Kino, welches die Jungs nach ca. 30 Minuten wieder verließen. Es war einfach zu kalt. Bettruhe war um Mitternacht.
Am nächsten Tag war es noch leicht die Kids zu wecken. Den Treffpunkt konnten wir auf 9 Uhrlegen, denn es waren noch nicht alle Gruppenspiele gespielt. Wir sind zusammen Frühstücken gegangen und warteten gespannt, wer alles in unserer neuen Gruppe und wer unser nächster Gegner um 11 Uhr war. Die Wartezeit nutzten wir zum Shoutout Training. Eigentlich als Beschäftigungseinheit zur Zeitüberbrückung gedacht, wurde diese Trainingseinheit noch so wichtig für uns. Um 10 Uhr10 spielten wir gegen Eintracht Frankfurt, ein großer Name…. Dieses Spiel verloren wir knapp. Um 12 Uhr war dann unser letztes Spiel gegen Grün-Weiß Mendig für den Tag. Ein Spiel, das auf unserer Seite geprägt war von vielen Fehlern, Würfen neben das Tor, Ballverluste…für mich war es unser schlechtestes Spiel, welches wir trotz der vielen Fehler mit 2:0 Sätzen gewonnen haben.
Ab da hatten wir Zeitdruck. Um 14 Uhr war unser Ausflug nach Venedig angesetzt. d.h. alle zur Unterkunft, duschen und frisch anziehen. Dann 2 km laufen zum Treffpunkt. Da standen schon 2 Busse, die uns zum Bootsanleger fuhren. Fröhlich betraten wir das Boot, die Überfahrt dauerte ca. 45 Minuten. In Venedig angekommen hatten wir ca. 2 Stunden Zeit alles anzuschauen. Obwohl es eine typische Touritour war und meine Befürchtung war, dass die Kids nicht wirklich Bock drauf haben, so schien es mir dass sie als Gruppe Spaß hatten, vor allem als wir auf der Rialto Brücke standen und einer anmerkte, dass dies der Drehort von Spiderman war. Gegen 20 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz und die Luft war raus. Eigentlich wäre Minispielabend gewesen, aber die Jungs waren fertig und wollten nur noch essen und in ihren Bungalow.
Sonntag, Finaltag... wir hatte ja erst ein Gruppenspiel in der 2 ten Gruppe. Somit standen für uns noch 3 Gruppenspiele an und danach noch 2 Platzierungsspiele. Das erste war gegen „KuGiS 2“, dieses Spiel ging leider in den „Shoutout“, wir hätte es locker mit 2:0 gewinnen können. Zum Glück machte KuGiS es uns einfach, da sie mit 2 Fehlpässen vorlegten, während Jakov Zuckerpässe über das Feld brachte und unser ersten 2 Schützen sicher verwandelten. Der dritte Pass von KuGiS kam zwar an, aber wir hatte ja noch Jakov im Tor stehen, der den 360 Grad Wurf parierte. Somit war das Spiel bereits gewonnen. Karl musste trotzdem noch werfen, er packte einen 360 Grad Wurf aus und verwandelte ihn sicher.
Direkt weiter ging es gegen TV Stadeln mit ihren Betreuern Lars und Markus (wenn ihr das lest, die nächste Runde geht auf mich!). Zwei super Typen, die ich auf der Fahrt nach Venedig kennengelernt habe. In diesem Spiel lief es wieder nicht so, wie wir uns das gewünscht haben, wir verloren leider mit 2:0 Sätzen.
Kaum war das Spiel beendet, fing schon unser nächstes Spiel an. Man merkte den Jungs in der ersten Halbzeit gegen TSV Wendelstein an, dass sie jetzt schon eine Stunde am Stück Beachhandball gespielt hatten, teilweise im Nieselregen. Der erste Satz ging mit 16:18 an Wendelstein. Nicht nur die müden Knochen waren das Problem sondern auch der Spezialspieler von Wendelstein, der die meisten Tore machte. Leider zählen diese Tore dann auch noch doppelt. Zur Halbzeit hatte ich die volle Aufmerksamkeit der Jungs, denn wir hatten ein Idee. Karl konnte sie in den ersten drei gegnerischen Angriffen perfekt umsetzen, indem er Stürmerfouls vom Spezialspieler provozierte. Danach traute er sich nicht mehr mit seiner klasse Dynamik auf unsere Abwehr. Somit konnten wir den 2ten Satz gewinnen und durften ins nächste Shoutout.
Unser erster Werfer Tim bekam von Jakov den perfekten Pass, so dass Tim aus 6 Meter abschließen konnte. Wendelstein glich aus. Danach war Leo dran und versenkte den Ball humorlos im gegnerischen Tor. Wendelstein glich wieder aus. Somit hing es an Karl, der den langen Pass von Jakov sicher verwandeln konnte. Jetzt hing es an unserem Torwart den Ball zuhalten. Die Wendelsteiner wollten das Shoutout nicht unnötig in die Länge ziehen und der Angreifer sprang aus 8 Meter Entfernung hoch und machte eine 360 Grad Drehung. Treffen sie, dann gewinnen sie, denn der würde 2 Tore zählen. Alle Augen waren auf Jakov gerichtet, der den Ball sensationell hielt und uns den Sieg sicherte. Die Gruppenphase war beendet. Wir dachten, dass wir mit 3 Siege weiterkommen sollten. Leider sind die Regel komisch, obwohl wir 3 Siege und 6 Punkte hatten, KuGiS nur 2 Siege und 6 Punkte und wir den direkten Vergleich gewonnen hatten, waren wir nicht vor ihnen, weil es nach Tordifferenz ging. So ein Schrott. Dies war allerdings das Einzige, worüber ich mich in diesen Tagen aufgeregt habe. Die Turnierleitung will die Regel wohl überdenken…
Fortsetzung folgt in Teil 2 😊