Reitpädagogik Fries - Dein Partner Pferd

Reitpädagogik Fries - Dein Partner Pferd - Reitpädagogik nach EQUIPART®
- Pädagogik statt Ponyhofimage
- Bildungsarbeit mit Pferd nach dem Motto “Kinder stärken | Pferde achten | Haltung leben”

weitere individuelle Förderung nach Absprache

Manchmal zeigt uns ein Pferd ziemlich deutlich, dass unser Plan nicht funktioniert.Wir müssen nur bereit sein, zuzuhören...
11/09/2026

Manchmal zeigt uns ein Pferd ziemlich deutlich, dass unser Plan nicht funktioniert.
Wir müssen nur bereit sein, zuzuhören.

Greta kam zu uns, als sie knapp 18 Jahre alt war.
Sie wurde uns als ehemaliges Schulpferd als reitbar und Anfänger tauglich beschrieben - vermeintlich das perfekte Einsteigerpferd für ein Mutter-Tochter-Gespann.

Die Realität zeigte sich aber schonungslos anders und je mehr ich gegen ihren Widerstand arbeitete, desto größer wurde er.

Bis zu dem Moment, in dem ich nach einem weiteren Angriff mit einer Bisswunde am Oberarm dastand und mein Knie nur knapp davor bewahrt hatte, an der Reithallenbande zerquetscht zu werden.

Da wurde mir etwas sehr deutlich:

Greta war nicht das Problem.
Mein Plan war es.

Sie hatte die ganze Zeit ziemlich klar kommuniziert.

Ich hatte nur noch nicht gelernt, richtig hinzuhören.

Und genau da begann für mich ein anderer Blick auf Pferde.

Nicht:
Wie bekomme ich das Pferd dazu, das zu tun, was ich möchte?

Sondern:

Was versucht mir dieses Pferd gerade zu sagen?
Was braucht es?
Was kann es leisten?
Und ist das, was ich gerade von ihm verlange, überhaupt fair?

Greta hat mir damit etwas beigebracht, das bis heute einen großen Teil meiner Arbeit prägt:

Eine gute Ausbilderin ist nicht diejenige, die für jedes Problem die passende Methode aus dem Werkzeugkoffer zieht.

Sondern diejenige, die bereit ist, den eigenen Plan zu hinterfragen.

Denn manchmal liegt die Lösung nicht darin, das Pferd deutlicher zu machen.

Sondern darin, selbst genauer hinzusehen.

Vielleicht sehe ich Dinge deshalb anders.

Und vielleicht liegt genau dort der Unterschied zwischen mit einem Pferd arbeiten und mit einem Pferd in Beziehung treten.

Danke Gretchen 🤎

„Du musst.“Zwei Worte, die im Stall schnell gesagt sind.Und manchmal sind sie notwendig.Ein Pferd muss nicht jede Entsch...
10/09/2026

„Du musst.“

Zwei Worte, die im Stall schnell gesagt sind.

Und manchmal sind sie notwendig.
Ein Pferd muss nicht jede Entscheidung selbst treffen. Kinder brauchen Orientierung. Situationen brauchen einen Rahmen. Und Sicherheit bedeutet manchmal auch, dass eine Fachkraft eine klare Entscheidung trifft.

Aber zwischen Führung und Überforderung liegt ein Unterschied.

Ein Pferd, das stehen bleibt, ausweicht oder ein Angebot ablehnt, ist nicht automatisch „ungehorsam“.

Und ein Pferd, das irgendwann einfach alles mitmacht, ist nicht automatisch „brav“.

Vielleicht hat es gelernt, dass sein Verhalten keinen Unterschied macht.

Genau deshalb reicht es in der Reitpädagogik nicht, nur zu fragen:

„Was soll das Pferd jetzt tun?“

Wir müssen auch fragen:

„Was erlebt das Pferd gerade?“
„Was sagt mir sein Verhalten?“
„Hat es überhaupt noch die Erfahrung, dass sein Verhalten etwas bewirken kann?“

Denn das Pferd ist kein Werkzeug, mit dem wir ein pädagogisches Ziel erreichen.

Es ist Teil des pädagogischen Prozesses.

Mit eigenen Bedürfnissen.
Mit eigenen Grenzen.
Mit eigenen Ausdrucksformen.

Und damit verändert sich auch die Rolle der Fachkraft.

Sie ist nicht nur dafür verantwortlich, dass das Kind etwas erlebt.

Sie trägt Verantwortung für das gesamte Beziehungsdreieck aus Mensch, Pferd und Kind.

Für mich ist genau das professionelle Reitpädagogik:

Nicht möglichst viel möglich zu machen.

Sondern verantwortungsvoll zu entscheiden, was in diesem Moment für alle Beteiligten möglich und vertretbar ist.

Und manchmal bedeutet das eben auch:

„Nein. Das machen wir heute nicht.“

Nicht, weil wir gegen das Kind entscheiden.

Sondern weil wir für den Prozess und für das Pferd Verantwortung übernehmen.



Und genau hier schließt sich für mich der Kreis zu Greta.

Denn Greta war ein Pferd, das sehr deutlich „Nein“ gesagt hat.

Was passiert, wenn wir ein solches Nein nicht als Störung betrachten, sondern als Information?

Darüber geht es im nächsten STALLGEFLÜSTER. 🐴

Vielleicht sehe ich Dinge deshalb anders.

„Der muss da durch.“Ein Satz, den wir im Stall schnell sagen.
Über ein Pferd, das zögert.
Über eines, das stehen bleibt....
08/09/2026

„Der muss da durch.“
Ein Satz, den wir im Stall schnell sagen.

Über ein Pferd, das zögert.
Über eines, das stehen bleibt.
Über eines, das gerade nicht so will, wie wir es geplant haben.

Aber wie oft sagen wir ihn eigentlich auch zu Menschen - und vor allem zu Kindern?

“Du musst da durch.”
“Da musst du jetzt eben durch.”
“Das gehört nun mal dazu.”
“Da musst du dich dran gewöhnen.”

Wir lernen früh, dass Schwieriges etwas ist, das man aushalten muss.
Still sitzen.
Funktionieren.
Weitermachen.
Zähne zusammenbeißen.

Und machmal laufen wir Gefahr, Durchhalten mit Stärke zu verwechseln.

Vielleicht ist Stärke manchmal aber etwas anderes.
Vielleicht bedeutet sie, zu erkennen, dass etwas gerade nicht geht.
Vielleicht bedeutet sie, einen Schritt zurückzugehen.
Vielleicht bedeutet sie, einen anderen Weg zu suchen.

Nicht jedes „Nein“ ist Widerstand.
Nicht jedes Stehenbleiben ist Verweigerung.
Und nicht jeder Umweg hält uns auf.

Vermeintliche Umwege sind manchmal Abkürzungen.
Für Posmak.
Für Emil.
Und vielleicht auch für uns.

„Du musst.“Ein merkwürdiger Satz, wenn man ihn einmal aus der Perspektive eines Pferdes hört.“Du musst jetzt da durch.”
...
21/08/2026

„Du musst.“

Ein merkwürdiger Satz, wenn man ihn einmal aus der Perspektive eines Pferdes hört.

“Du musst jetzt da durch.”
“Du musst weitergehen.”
“Du musst dich überwinden.”
“Du musst lernen, dass dir nichts passiert.”

Aber wer sagt eigentlich, dass es muss?

Das Pferd hat keinen Termin im Kopf.
Keinen Trainingsplan, der heute noch erfüllt werden muss.
Keine Vorstellung davon, dass diese eine Übung jetzt unbedingt gelingen soll.

Es weiß nur, was gerade ist.
Vielleicht ist da Unsicherheit.
Vielleicht Überforderung.
Vielleicht fehlt noch ein Stück Vertrauen.
Und vielleicht ist das, was wir als „müssen“ bezeichnen, manchmal vor allem eines: unser eigener Plan.

Häufig machen wir aus einem “Ich möchte, dass du…”
ein “Du musst.”

Aus unserem Zeitplan wird sein Zeitdruck.
Aus unserem Ziel wird seine Aufgabe.
Aus unserem „Das schaffen wir heute“ wird sein „Du musst da durch“.

Dabei könnte die Frage eine ganz andere sein:
Was würde passieren, wenn es heute nicht muss?

Vielleicht würde es trotzdem weitergehen.
Nur anders.
Vielleicht nicht durch die Situation hindurch, sondern mit Vertrauen daran wachsen. Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem Pferd, das folgt, und einem Pferd, das mitgeht.

____

Das Model auf dem Titelbild ist übrigens Poldi, ein Edelbluthaflinger, der in seinem Leben sehr wenig “muss”.

Ich habe lange gedacht, dass gute Reitpädagogik vor allem davon abhängt, was wir tun.Heute weiß ich, dass sie viel frühe...
15/08/2026

Ich habe lange gedacht, dass gute Reitpädagogik vor allem davon abhängt, was wir tun.

Heute weiß ich, dass sie viel früher beginnt.

In der Art, wie wir ein Pferd wahrnehmen.
In der Frage, ob wir seine Grenzen ernst nehmen.
Darin, ob wir Kindern zutrauen, wirklich in Beziehung zu treten – statt ihnen nur zu zeigen, wie etwas funktioniert.

Das klingt vielleicht selbstverständlich. Ist es aber nicht immer.

Denn sobald ein Pferd Teil eines pädagogischen Settings wird, tragen wir Verantwortung. Für das Kind. Für das Pferd. Und für die Qualität dessen, was dazwischen entsteht.

Genau deshalb ist Reitpädagogik für mich auch keine Ansammlung schöner Ideen rund ums Pferd.

Sie braucht Fachwissen.
Sie braucht Reflexion.
Und manchmal braucht sie den Mut, Dinge anders zu machen, als sie bisher gemacht wurden.

Das ist der Standpunkt, von dem aus ich arbeite.

Und wahrscheinlich erklärt er ziemlich gut, warum mich Reitpädagogik bis heute nicht loslässt.

Anna

PS: Die Bilder in diesem Carousel sind teilweise mit KI entstanden. Die Haltung dahinter ist es nicht

Ich verwende bewusst das Wort „Begleitung“ anstatt „Instruktion“. Nicht, weil es schöner klingt.
Sondern weil dahinter e...
13/08/2026

Ich verwende bewusst das Wort „Begleitung“ anstatt „Instruktion“. Nicht, weil es schöner klingt.
Sondern weil dahinter eine andere pädagogische Haltung steht.

Ich will einem Kind nicht im Detail vorgeben müssen, was es mit dem Pferd lernen soll. Ich möchte einen Rahmen schaffen, in dem es Erfahrungen machen kann, die Entwicklung möglich machen.

Dafür braucht es mehr als ein Pferd und eine gute Idee.
Es braucht eine Fachkraft, die beobachten kann.
Die aushält, dass Entwicklung nicht immer planbar ist.
Die nicht jede Reaktion sofort bewertet oder korrigiert.
Und die weiß, wann sie führen muss – und wann sie Raum geben darf.

Das Pferd bringt dabei etwas Entscheidendes mit:
Es reagiert.
Nicht auf das, was wir uns für das Kind wünschen.
Sondern auf das, was tatsächlich passiert.

Genau darin liegt für mich die pädagogische Kraft.

Reitpädagogik beginnt deshalb nicht mit einer Methode.
Sie beginnt mit der Haltung, mit der ich Kind und Pferd begegne.
Und genau deshalb begleite ich Kinder mit Pferden. 🐴🤍

„Mein Kind möchte endlich richtig reiten lernen.“Ein Satz, den ich in den letzten Jahren unzählige Male gehört habe.Und ...
06/08/2026

„Mein Kind möchte endlich richtig reiten lernen.“

Ein Satz, den ich in den letzten Jahren unzählige Male gehört habe.

Und ich verstehe ihn.

Denn natürlich wünschen sich Eltern und ihre reitenden Kinder Fortschritt. Sicherheit. Einen schönen Sitz. Feine Hilfen und den ersten Galopp.

Nur frage ich mich oft: Was bedeutet eigentlich „richtig“?

Ist es erst dann richtig, wenn ein Kind Lektionen reiten kann? Oder beginnt „richtig reiten“ vielleicht schon viel früher?

Dann nämlich,
wenn ein Kind lernt, ein Pferd zu lesen.

Wenn es merkt, dass ein angelegtes Ohr mehr erzählt als jede Stimme.

Wenn es wartet, statt zu drängen.

Wenn es versteht, dass echte Partnerschaft mit dem Pferd nicht eingefordert werden kann, sondern aus einem Prozess des Miteinanders entsteht?

Für mich beginnt Reiten genau dort.
Nicht erst im Sattel.

Deshalb entsteht aus diesem Satz heute ein neues Format:

STALLGEFLÜSTER.

Sätze, die man auf vielen Stallgassen hört.

Und Gedanken dazu , die vielleicht eine zweite Perspektive eröffnen. 💭

Ich werde oft gefragt, wann Kinder bei mir “richtig reiten” lernen.Ehrlich gesagt beginnt für mich die wichtigere Frage ...
03/08/2026

Ich werde oft gefragt, wann Kinder bei mir “richtig reiten” lernen.

Ehrlich gesagt beginnt für mich die wichtigere Frage viel früher.
Denn was bedeutet “richtig” überhaupt?
- Geht es darum, möglichst schnell auf dem Pferd zu sitzen?
- Oder darum, ein Kind dabei zu begleiten, Beziehung aufzubauen? Wahrzunehmen. Verantwortung zu übernehmen. Sich selbst zu erleben.

Deshalb sage ich oft:
Ich unterrichte keine Kinder auf Pferden.
Ich begleite Kinder mit Pferden.
Weil Kinder nie nur Reiten lernen.

Adresse

Nebenstraße
Krottelbach
66909

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