30/08/2026
„Ihr könnt Eure Fragen stellen. Ich beantworte sie mit Ja oder Nein.“
Immer mal wieder begegnen mir in Social Media solche Angebote.
Oder:
„Ich pendele für Dich.“ oder „Ich lege die Karten für Dich.“
Am Ende läuft es auf Ja-/Nein-Fragen hinaus.
❓ Viele Fragen wie:
„Werde ich schon 2027 nach Spanien auswandern?“
„Wird sich mein Herzensmensch bald bei mir melden?“
„Werde ich dieses Jahr eine Trennung haben?“
„Soll ich den Job annehmen, werde ich ihn körperlich schaffen?“ (Funktioniert übrigens noch weniger...)
„Bekomme ich Geld?“
Und so geht es scheinbar endlos weiter.
Wenn ich mir diese Fragen anschaue, geht es dabei nicht immer um die gleichen Themen.
🔮 Manche möchten wissen, was in ihrer Zukunft passieren wird: Werde ich auswandern? Bekomme ich Geld? Werde ich mich trennen?
🔮 Andere wollen wissen, wie sich ein anderer Mensch verhalten oder wie sich eine Beziehung entwickeln wird:
Meldet er sich? Finden wir wieder zusammen?
Hat meine Tochter bald einen Partner?
🔮 Bei vielen Fragen geht es darum, eine eigene Entscheidung zu treffen oder abzusichern:
Soll ich den Job annehmen?
Soll ich gehen?
Soll ich bleiben?
Werde ich eine Trennung erleben?
🔮 Und dann gibt es Fragen, hinter denen vor allem der Wunsch nach einer beruhigenden Bestätigung steht:
Wird mein Herzenswunsch wahr? Wird alles gut ausgehen?
Ich kann gut verstehen, warum ein klares Ja oder Nein gerade in solchen Situationen so verlockend ist.
😨 Wenn Du unsicher bist, Angst hast, jemanden vermisst oder unbedingt wissen möchtest, wie etwas ausgeht, wünschst Du Dir möglicherweise genau das: eine eindeutige Antwort.
Und trotzdem sträuben sich mir bei manchen dieser Fragen echt die Nackenhaare, obwohl ich kann den Wunsch dahinter sehr gut verstehen kann.
❗️ Weil eine Ja-/Nein-Antwort in den allerwenigsten Fällen dabei hilft, zu ergründen, worum es in der Tiefe wirklich geht und wie Du in einer Situation weiterkommen kannst.
Beim Lesen von Bewusstseinsfeldern arbeite ich deshalb nur dann mit reinen Ja-/Nein-Fragen, wenn es tatsächlich passt.
Ansonsten sind es offene Fragen.
Dafür gibt es für mich mindestens fünf Gründe. Eigentlich sogar noch mehr.
1️⃣ Ein Ja oder Nein zeigt Dir noch lange nicht, worum es eigentlich geht.
Du fragst zum Beispiel:
„Soll ich meinen Job kündigen?“
Das Feld antwortet Dir mit: Nein.
Im ersten Moment klingt das ziemlich eindeutig. Möglicherweise bist Du aber mit dieser Antwort alles andere als zufrieden.
Und mal ehrlich: Was weißt Du jetzt wirklich?
Du weißt, dass die Antwort auf genau diese Frage Nein lautet. Du weißt allerdings noch nicht, WARUM.
Liegt es am Zeitpunkt? An dem Grund, aus dem Du kündigen möchtest? Gibt es etwas, das vorher geklärt werden möchte? Geht es überhaupt um den Job oder liegt das eigentliche Thema an einer ganz anderen Stelle?
Ein reines Nein gibt Dir diese Zusammenhänge nicht.
✅ Mit einer offenen Frage könnte stattdessen sichtbar werden, was hinter Deinem Kündigungswunsch steckt, was Dich gerade stark beschäftigt und was Du bisher möglicherweise noch nicht berücksichtigt hast.
Und genau diese Informationen können für Dich sehr viel wichtiger sein als das Nein selbst.
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2️⃣ Manche Fragen enthalten eigentlich mehrere Fragen in einem – und dann weißt Du am Ende nicht einmal, worauf sich das Ja oder Nein bezieht.
Zum Beispiel:
„Soll ich den Job annehmen, werde ich ihn schaffen?“
Das sind zwei verschiedene Fragen.
Du kannst einen Job körperlich oder mental „schaffen“ und trotzdem gute Gründe haben, ihn nicht anzunehmen. Genauso kann ein Job grundsätzlich zu Dir passen und trotzdem körperlich gerade zu viel für Dich sein.
Noch deutlicher wird es bei einer Frage wie:
„Werde ich mit meiner Tochter umziehen müssen und mein Haus verlieren und bekomme ich ein neues Jobangebot?“
Was bedeutet hier ein Ja?
Dass Du umziehen wirst?
Dass Du Dein Haus verlierst?
Dass ein Jobangebot kommt?
Oder dass alles davon geschieht?
🤯 Eine einzige Ja-/Nein-Antwort kann eine solche Frage gar nicht sauber beantworten.
Und trotzdem wird sie möglicherweise anschließend als eindeutige Information mitgenommen, was nicht heißt, dass Du hier Klarheit hast.
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3️⃣ Manchmal ist gar nicht das Ja oder Nein das Problem, sondern die Frage, die Du stellst.
Nehmen wir wieder:
„Werde ich 2027 nach Spanien auswandern?“
Darauf kannst Du ein Ja oder ein Nein bekommen.
Aber was, wenn Dich diese Antwort am Ende gar nicht wirklich weiterbringt?
Denn möglicherweise geht es für Dich viel mehr darum, warum Du überhaupt weg möchtest. Was Du Dir von dem neuen Land erhoffst. Was Dir hier fehlt. Was Du verändern möchtest. Oder was Du glaubst, dort endlich finden zu können.
Und in den seltensten Fällen gehts hier ums Wetter. 😉
Und genau das meine ich mit offenen Fragen.
Ich möchte nicht nur wissen, ob etwas passieren wird.
✅ Mich interessiert viel mehr: Worum geht es für Dich eigentlich, wenn Du diese Frage stellst?
Denn manchmal suchen wir so sehr nach einer Antwort, dass wir gar nicht merken, dass uns eine andere Frage viel näher an das bringen würde, was wir wirklich verstehen und lösen möchten.
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4️⃣ Besonders schwierig finde ich Ja-/Nein-Fragen, mit denen wir Sicherheit über die Zukunft oder über andere Menschen bekommen möchten.
Also eine Art Wahrsagung oder Orakel...
„Wird sich mein Herzensmensch bald bei mir melden?“
„Findet meine Tochter dieses Jahr noch einen Lebenspartner?“
„Werde ich mich mit meiner Schwester wieder versöhnen?“
„Haben wir eine gemeinsame Zukunft?“
❗️Hier geht es nicht nur um Dich.
Andere Menschen sind beteiligt, mit ihren eigenen Entscheidungen, Entwicklungen und Möglichkeiten.
Unabhängig davon, dass hier leicht Grenzen überschritten werden können, kann aus einem einfachen Ja sehr schnell etwas werden, woran Du Dich festhältst - oder ein Nein eine tiefe Verzweiflung auslöst.
Wenn Dir jemand sagt:
„Ja, er wird sich melden.“ wartest Du dann vielleicht?
Wenn die Antwort lautet:
„Ja, Ihr habt eine gemeinsame Zukunft.“
wie beeinflusst das Deine heutigen Entscheidungen?
Und was geschieht, wenn Monate oder Jahre vergehen und das Erwartete nicht eintritt?
✅ An solchen Stellen ist doch viel hilfreicher zu erfahren, was jetzt tatsächlich zu erkennen ist:
Was geschieht zwischen Dir und diesem Menschen?
Was gehört zu Dir?
Welche Möglichkeiten sind da?
Was kannst Du selbst entscheiden oder verändern und was liegt außerhalb Deiner Entscheidung?
Was wünschst Du Dir wirklich?
Welche Annahmen oder Erwartungen sind hieran geknüpft?
Damit kannst Du wirklich etwas anfangen.
Eine Vorhersage über das Verhalten eines anderen Menschen gibt Dir dagegen möglicherweise Sicherheit, ohne dass Du weißt, worauf diese Sicherheit eigentlich beruht.
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5️⃣ Ja-/Nein-Fragen verführen sehr schnell dazu, Entscheidungen ans Feld oder an die Person, die Dir die Antwort gibt, abzugeben.
Der Weg zu Deiner Selbstermächtigung wird dadurch mitunter massiv blockiert.
„Soll ich das machen?“ Nein.
„Dann lieber das andere?“ Ja.
„Jetzt schon?“ Nein.
„In drei Monaten?“ Ja.
Und aus der ersten Frage entsteht die nächste und daraus wieder die nächste usw...
Irgendwann fragst Du möglicherweise das Feld, die Karten, das Pendel bei jeder noch so kleinen Entscheidung, bevor Du überhaupt noch wahrnimmst, was Du selbst dazu spürst.
Je häufiger Du Dir solche Entscheidungen vom Feld, von Karten oder durch Pendeln beantworten lässt, desto weniger kannst Du selbst wahrnehmen, prüfen und entscheiden.
Dann kann aus einem Werkzeug, das Dir eigentlich mehr Klarheit ermöglichen soll, eine neue Form des Suchens nach Bestätigung werden. Du bist abhängig von den Antworten, die von jemandem anders kommen.
Und genau das ist mit dem Lesen von Bewusstseinsfeldern nicht beabsichtigt.
Die Informationen aus einem Bewusstseinsfeld können Dir helfen, mehr zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und Dinge wahrzunehmen, die Dir vorher noch nicht bewusst waren.
Entscheiden darfst Du anschließend immer noch selbst.
✅ Deshalb geht es beim Felder lesen um Fragen wie:
Was ist hier wirklich zu erkennen?
Was habe ich noch nicht gesehen oder beachtet?
Was ist die Ursache? Wann und wie ist sie entstanden?
Welche Zusammenhänge sehe ich noch nicht?
Was beeinflusst meine Entscheidung?
Was brauche ich, um selbst eine stimmige Entscheidung treffen zu können?
Denn es geht beim Felder-Lesen nicht darum, möglichst viele Antworten zu bekommen.
Es geht darum, etwas sichtbar zu machen, das Du bisher noch nicht sehen, verstehen oder miteinander verbinden konntest.
Und daraus kann etwas entstehen, das viel wertvoller ist als ein Ja oder Nein:
💓 Deine eigene innere Gewissheit. Und Finden – statt immer weiter zu suchen!