04/10/2014
Koblenzer Doppelsieg beim 3. Festungslauf
Leichtathletik 500 Teilnehmer bewältigen die 9,4 Kilometer – Sabrina Mockenhaupt kann nur zuschauen
Aus der Rhein-Zeitung vom 4. Oktober / Von RZ-Mitarbeiter Thomas Wächtler
M Koblenz. Der Nebel ging, die Läufer kamen: Eitel Sonnenschein auf der Festung Ehrenbreitstein. Mit klarem Vorsprung stürmte Vorjahressieger Sebastian Dennis von der LG Nord-Berlin die letzten steilen Meter hinauf zum Ziel des 3. Koblenzer Festungslaufes. „Das war deutlich anstrengender, als ich es in Erinnerung hatte“, stellte er nach kurzer Erholungspause fest. Dennis, gebürtiger Koblenzer, hatte Marco Weber nach 9,4 Kilometern mit der Zeit von 34:53 Minuten um mehr als eineinhalb Minuten distanziert, „anstrengend, hart und sehr schön“, beschrieb der Zweitplatzierte die um einen Kilometer verlängerte Strecke. Beim Start auf dem Stabilus-Werksgelände sowie im Ziel auf der Festung war die 40-malige deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt dabei – aber nur als Zuschauerin. Ein „Kribbeln im Bauch“ fühlte sie, aber gesundheitliche Vorsicht hatte zu einer Pause geraten. Ein Ödem im rechten Sprunggelenk bedarf medizinischer Klärung, „schnell hat man etwas verschleppt.“
So schickten Mockenhaupt und Stabilus-Chef Dietmar Siemssen, auch er bei aller Lauf-Begeisterung wegen der am gleichen Tag stattfindenden Jubiläums-Feierlichkeiten in passiver Rolle, die 500 Teilnehmer auf die Reise über zwei Brücken durch die Altstadt hinauf zur Festung. Ohne „Mocki“ aus dem Siegerland, überall Ziel unzähliger Autogramm- und Selfie-Wünsche, ging Platz eins bei den Damen an Nicole Arenz vom BBC Koblenz-Horchheim (39:08), Koblenzer Doppelsieg also. Ihr hätte es gar nicht neblig genug sein können, „die Sonne brannte ziemlich“, meinte die Fünfte der Gesamtwertung. „Ich liebe es eher kühler.“ Für sie wie für alle anderen, die von Sprecher Artur Schmidt mit warmen Worten empfangen wurden, galt das, was Thomas Meurer von TuS Koblenz Laufsport im Ziel heraussprudelte: „Der letzte Kilometer war der geilste, den ich je gelaufen bin.“ Die 18-prozentige Steigung aufs Festungsplateau machte für alle den eigentlichen Reiz aus, dem auch Sabrina Mockenhaupt nicht widerstehen konnte, als sie sich mal eben für ein paar Meter in den Läufer-Pulk schmuggelte. „Man muss die Kräfte aufteilen“, nannte Wiederholungssieger Dennis sein Rezept, „wenn man es dann geschafft hat, ist es umso schöner.“
Als nach 90 Minuten die Allerletzten oben waren und sich in der Sonne tummelten oder bei „Mocki“ um ein Foto mit Widmung anstanden, konnten die Organisatoren aufatmen. „Wir sind zufrieden“, freute sich Bernhard Scharpey, Vorsitzender von Veranstalter Mittelrhein-Marathon, über eine „gelungene Veranstaltung.“ Geschäftsführer Robert Kretzer, der nach den Start-Vorbereitungen auf die Festung geeilt war und drei Jugendläufe organisiert hatte („Für die müssen wir nächstes Jahr massiv werben“), warf im milden Sonnenschein des goldenen 2014er-Herbstes einen Blick zurück: „Voriges Jahr hatten wir bei acht Grad und eisigem Wind gefühlten Frost.“ Kein Wunder, dass diesmal zehn Prozent mehr gemeldet hatten. Zudem bietet der neue Hauptsponsor Stabilus auf dem Werksgelände „eine Infrastruktur, die uns sehr entgegenkommt“. Das will man auch nächstes Jahr nutzen, Meldungen sind vom 1. Januar an möglich. Sabrina Mockenhaupt versprach: „Dann will ich unbedingt starten.“ Denn oben auf der Festung, wo sie zuletzt als Kind mal gewesen war, „habe ich gesehen, wie toll diese Veranstaltung ist.“
Ergebnisse im Internet unter www.trisys.de