20/07/2023
Das ist ein NEGATIV BILD es geht um den Text!
Aus gegebenem Anlass...: (Vor-)Bilder.
Wie viele wohl gerade das Bild gesehen und gedacht haben: „Oh, das ist aber ein schickes Pferd“? Es ist von istock und ich habe es ausgewählt, weil es zu 100% widerspiegelt, was jeden Tag auf Social Media passiert:
Ein wahlweise dunkelbraunes oder noch besser schwarzes Pferd, welches sich in die Brust beißend, unter seinem Reiter „starken Trab“, fliegende Wechsel usw. zeigt, während dieser ihm das Gebiss durch das Maul und die Nase auf die Brust zieht. Darunter hunderte bewundernde Kommentare und tausende Likes. „Was für ein tolles Pferd!“, „Ihr seid so ein mega Team!“, „Wunderschön!“ sind nur einige davon.
1. Ja, es ist bestimmt ein tolles Pferd, unglücklicherweise muss es unter den mangelnden Fähigkeiten seiner Reiterin leiden.
2. Nein, das ist kein super Team.
3. Nein, das ist nicht „wunderschön“. Allein der Gesichtsausdruck sollte genügen, um das auch als Pferde-Laie zu erkennen.
Und dennoch sind es diese Videos und Bilder, die hunderttausende Likes bekommen. Trotz inkorrekt verschnallter Reithalfter (meist zu hoch und viel zu fest), einer viel zu engen/tiefen Kopf und Halshaltung und Pferdegesichtern, in denen sich alles nur Erdenkliche von Verwirrung über Verzweiflung bis hin zu echten Schmerzen widerspiegelt.
DAS sind die Vorbilder auf Social Media. Die durchgestylten Reiter auf ihren glänzenden Pferden mit den Strass-Stiefeln und Sporen.
Ich möchte es daher noch einmal ganz deutlich sagen:
Man braucht Pferde nicht zu schlagen, um ihnen Schaden zu zufügen. So etwas, wie auf dem Bild, tut es auch. Richtig reiten zu lernen ist die wichtigste Grundvoraussetzung dafür, dass man seinem Pferd nicht schadet.
Wer so reitet wie auf dem Beispiel Bild, oder unter solchen Bildern frenetisch auf das Herzchen klickt, der sollte vielleicht einmal hinterfragen, ob er wirklich aus Liebe zu den Pferden in der Reiterei gelandet ist – oder ob das nicht möglicherweise doch eher Prestige-Gründe hatte. ©Julie von Bismarck