14/08/2026
Manfred Rödel krönt sich nach Herzschlagfinale zum Landesmeister
Kirschweiler/Donnersberg. Was für ein Finale, was für ein Schlag, was für eine Geschichte: Manfred Rödel vom Golfclub Edelstein-Hunsrück hat sich bei den Landesmeisterschaften Rheinland-Pfalz/Saarland der Altersklasse AK65 den Titel gesichert. Der 71-Jährige gewann im Golfclub am Donnersberg nach einem dramatischen Stechen gegen Jörn Kaminke vom GC Barbarossa und bewies dabei einmal mehr, warum er seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten des regionalen Golfsports zählt.
Schon nach den beiden Turnierrunden deutete alles auf ein enges Rennen hin. Rödel spielte eine starke erste Runde mit 80 Schlägen und hielt sich am zweiten Tag mit 85 Schlägen im Spitzenfeld. Nach insgesamt 165 Schlägen lag er punktgleich mit seinem Konkurrenten Jörn Kaminke, der Runden von 82 und 83 Schlägen ins Clubhaus brachte. Damit musste die Entscheidung im Sudden-Death-Stechen fallen.
Dass es überhaupt noch dazu kam, war beinahe fraglich. Die drückende Augusthitze hatte dem Edelstein-Hunsrücker sichtbar zugesetzt. Nach 36 Löchern fühlte sich Rödel erschöpft und hatte nach eigener Aussage kaum noch Kraft für eine weitere Entscheidungsschleife. Doch der Routinier mobilisierte seine letzten Reserven und machte sich ein letztes Mal auf den Weg zur entscheidenden Bahn.
Dort entwickelte sich eine Szene, die den Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Rödel setzte seinen Abschlag zwar links ins Semirough, zeigte anschließend aber die ganze Klasse eines erfahrenen Golfers. Aus rund 25 Metern Entfernung spielte er seinen Ball mit dem Sandwedge in Richtung Fahne. Der Ball flog etwa acht Meter durch die Luft, landete punktgenau auf dem Grün und rollte weitere 16 Meter direkt ins Loch. Birdie. Ein Schlag wie aus dem Lehrbuch, ausgerechnet im wichtigsten Moment des Turniers. Kaminke hatte zwar ebenfalls eine gute Ausgangsposition, konnte auf dieses Kunststück jedoch keine Antwort mehr geben. Das Stechen war entschieden, der Landesmeister stand fest.
Fast symbolisch fügt sich dieser Erfolg auch in die Familiengeschichte des neuen Landesmeisters ein. Die Vorfahren von Manfred Rödel stammen aus dem Hunsrücker Ort Rödelhausen, unweit seiner heutigen sportlichen Heimat. Auch die Herkunft seines Namens scheint erstaunlich gut zu diesem außergewöhnlichen Finalschlag und zur Persönlichkeit des Titelträgers zu passen. Der Name Rödel wird unter anderem mit dem Begriff „Rotulus“ in Verbindung gebracht, was sinngemäß „Rolle“ oder „Rollen“ bedeutet. Und genau das war letztlich die entscheidende Bewegung auf dem Grün: Nach seinem präzisen Schlag rollte der Ball 16 Meter über das Grün und verschwand direkt im Loch.
Eine weitere Deutung des Namens verweist auf das Verb „rödeln“, das für Tatkraft, Einsatzbereitschaft und ständige Aktivität steht. Wer Manfred Rödel kennt, wird darin durchaus Parallelen zu seinem Wesen erkennen. Seit Jahrzehnten engagiert er sich mit großer Leidenschaft für den Golfsport, ist sportlich wie organisatorisch aktiv und zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des Golfclubs Edelstein-Hunsrück. So vereinen sich in seinem Namen gleich zwei Eigenschaften, die seinen beeindruckenden Erfolg treffend beschreiben: Bewegung und Ausdauer.
Dass Rödel zu den erfolgreichsten Spielern seines Clubs zählt, belegt auch seine sportliche Bilanz. Bereits in den frühen 2000er-Jahren gewann er mehrere Jungsenioren-Titel. 2005 folgte der Landesmeistertitel in der Altersklasse AK30, 2014 die Landesmeisterschaft der AK 50. Nun fügt er seiner außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte einen weiteren Landesmeistertitel hinzu und unterstreicht eindrucksvoll seine bemerkenswerte Beständigkeit im Turniergolf.
Als Leistungsträger der AK65-Mannschaft des Golfclubs Edelstein-Hunsrück bringt er seine Erfahrung und seine Leidenschaft für den Golfsport ein und ist für viele Vereinsmitglieder ein geschätztes Vorbild.
Der Landesmeistertitel ist daher nicht nur ein persönlicher Triumph für Manfred Rödel, sondern auch ein besonderer Erfolg für den Golfclub Edelstein-Hunsrück.
Foto ( Hans Joachim Redzimski ) v.l.n.r.: Manfred Rödel und Jörn Kaminke