15/02/2022
Sicherheitsempfinden steigern mit Krav Maga: Training für Marburger*innen ab 50 Jahren
Die Universitätsstadt Marburg und die verbandsfreie Organisation "I. S. D. Krav Maga Germany" bieten Marburger*innen ab 50 Jahren ein kostenloses Sicherheitstraining an. An insgesamt drei Terminen im März und April gehen Trainer*innen speziell auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der älteren Mitbürger*innen ein.
"Die Sicherheit aller in Marburg hat für die Stadt eine hohe Priorität. Dabei spielt jedoch ein wesentlicher Faktor mit rein, und zwar das persönliche Sicherheitsempfinden", sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und ergänzt: "Damit sich alle in Marburg wohl und sicher fühlen, stellt die Stadt verschiedene Angebote bereit. Dabei ist es wichtig, die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen zu berücksichtigen und auf diese einzugehen. Daher freuen wir uns, in Kooperation mit der 'I. S. D. Krav Maga Germany' ein spezielles und kostenloses Sicherheitstraining für Marburger*innen ab 50 Jahren anbieten zu können."
Auch Dr. Petra Engel, Leiterin des Fachdienstes Altenplanung der Universitätsstadt Marburg, betont die Wichtigkeit zielgruppenspezifischer Angebote: "Die Kriminalstatistik für 2020 zeigt, dass Personen höheren Alters im Alltag weniger Gefahren ausgesetzt sind als jüngere Menschen. Dennoch gibt es ein größeres Unsicherheitsgefühl und altersspezifische Themen. Ein Sicherheitstraining, das speziell für ältere Personen ausgerichtet ist, ist daher von besonderer Bedeutung."
Sicherheitstraining bei hohen Infektionszahlen auch online möglich
Das Sicherheitstraining umfasst insgesamt drei Termine und findet im März und April an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden in mehreren Marburger Stadtteilen statt. "Für den Kurs haben wir ein Online-Konzept entwickelt. Damit können wir das Training unabhängig von der Corona-Lage anbieten und die Gesundheit der Teilnehmenden schützen", berichtet Johannes Maaser, der in der Stadtverwaltung das Projekt "Einsicht - Marburg gegen Gewalt" koordiniert. Bei hohen Infektionszahlen findet das angepasste Trainingskonzept als Videokonferenz statt. Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung unterstützen Teilnehmende bei Bedarf mit der entsprechenden Technik und stehen beratend zur Seite.
Training baut auf Grundlagen des "Krav Maga"
Die Inhalte des Sicherheitstrainings orientieren sich an den Grundlagen des Selbstverteidigungssystems Krav Maga. "Krav Maga" ist hebräisch für "Kontaktkampf" und vereint Techniken verschiedenster Ansätze. "Das Besondere an Krav Maga ist die Nutzung natürlicher Reflexe und einfacher Bewegungsabläufe. So können die Techniken schnell erlernt und besonders effektiv eingesetzt werden. Krav Maga eignet sich damit vor allem für den Selbstschutz im Alltag", erklärt Tayfur Imprahem, Gründer von "I.S.D. Krav Maga Germany".
Im Mittelpunkt des Trainings stehe die Schärfung mentaler Fähigkeiten: Eine Erhöhung der Aufmerksamkeit und eine realistische Einschätzung der Sicherheitslage sollen dazu beitragen, Gefahrensituationen zu vermeiden und gewaltfreie Lösungen zu finden. Nur für den Fall, dass diese Strategien nicht ausreichen, werden im Training Selbstverteidigungstechniken vermittelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten funktioniert Krav Maga auch ohne stetiges Training und ohne besondere körperliche Fitness. Christian Schäfer hat jahrelange Erfahrung als Krav Maga-Trainer und berichtet: "Das Ziel ist ein möglichst konfliktfreier und sicherer Alltag. Oft reicht es dafür schon aus, potentielle Gefahrensituationen zu erkennen, um diese angemessen vermeiden oder entschärfen zu können. Körperliche Auseinandersetzungen können durch das richtige Verhalten meist schon im Vorfeld abgewendet werden."
Projekt "Einsicht - Marburg gegen Gewalt" begleitet Angebot
Das Sicherheitstraining wird vom Projekt "Einsicht - Marburg gegen Gewalt" begleitet und evaluiert. Es handelt sich dabei um eine Wissenschaft-Praxis-Kooperation zur Abstimmung von Präventionsstrategien in der Stadt. Dafür werden die Teilnehmenden vor und nach dem Training zu ihrem Sicherheitsempfinden und ihrem Verhalten in Gefahrensituationen befragt. "Wir möchten sicherstellen, dass die Teilnehmenden die Trainingsinhalte auch wirklich in ihrem Alltag anwenden können", erläutert Charlotte Riemer, die im Rahmen ihres Studienabschlusses am Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität an der Evaluation des Sicherheitstrainings beteiligt ist. Sie ergänzt: "Nur dann ist das Training effektiv und leistet einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Bewohner*innen in Marburg."
Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zur Wirkung des Sicherheitstrainings zu erhalten, werden zeitgleich zu den Trainingseinheiten Marburger*innen ab 50 Jahren als Kontrollgruppe zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt. Die Forschenden stellen den Teilnehmer*innen unter anderem Fragen wie "Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Sie nachts alleine in ihrem Stadtteil unterwegs sind?".
Orte und Termine des Sicherheitstrainings
Schröck:
- Hingilskoots Scheune, Schröcker Straße 29a, 35043 Marburg-Schröck
- Samstag, 5. März, von 10 bis 13 Uhr
- Samstag, 12. März, von 10 bis 13 Uhr
- Sonntag, 20. März, von 14.30 bis 17.30 Uhr
Stadtwald:
- IKJG (Initiative Kinder und Jugend Gemeinwesen) Ockershausen, Graf-von-Stauffenberg-Straße 22, 35037 Marburg
- Sonntag, 13. März, von 10 bis 13 Uhr
- Sonntag, 20. März, von 10 bis 13 Uhr
- Sonntag, 27. März, von 10 bis 13 Uhr
Moischt:
- Bürgerhaus Moischt, Eulenkopfstraße 55, 35043 Marburg
- Sonntag, 27. März, von 10 bis 13 Uhr
- Sonntag, 3. April, von 10 bis 13 Uhr
- Sonntag, 10. April, von 10 bis 13 Uhr
Eine Anmeldung für das Sicherheitstraining ist ab sofort bei der Marburger Altenplanung im BiP möglich, entweder per E-Mail an [email protected]
oder telefonisch unter (06421) 201-1844.
Das Training ist für alle Teilnehmenden kostenlos. Weitere Informationen zur Studie gibt es bei Charlotte Riemer per E-Mail an [email protected] oder über das Projekt "Einsicht - Marburg gegen Gewalt", [email protected].
PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄTSSTADT MARBURG
Nr. 30 / 7. Februar 2022
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