Chronik des SSV Peesten
Vereinsgründung 1948
Von der Gründerversammlung, die 1948 im Gasthaus Konrad Häckel in Peesten stattfand, konnte man nicht sehr viel erfahren, da das Protokoll über die Versammlung nicht mehr vorhanden ist. Doch nach vielen Recherchen und Aussagen von damaligen Gründungsmitgliedern konnte in Erfahrung gebracht werden, wer 1948 dabei war, um einen Fußballverein aus der Tau
fe zu heben. In einer so schweren Zeit kurz nach Kriegsende brauchte es schon sehr viel Mut und Entschlossen- heit, um einen Sportverein zu Gründen. Die Nachforschungen haben ergeben, daß die nachführend aufgeführten Personen bei der Gründungsversammlung anwesend waren: Konrad Häckel, Sophie Häckel, Anton Pichl, Georg Ernst, Leo Pichl, Eduard Agne, Herbert Lederer, Gerd Neumann, Wolfgang Hofmann, Walter Hofmann, Fritz Praedel
Wiedergründung 1956
In den Jahren 1952 - 1956 fand aufgrund von Spielermangel kein Spielbetrieb statt. November 1956 fand in der Gaststätte Bergmann in Peesten die Wiedergründungsversammlung statt. 41 Mitglieder beschlossen damals, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, um der Jugend von Peesten und den umliegenden Ortschaften die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung zu geben. 1981 konnte mit einem Festkommers in der Schulturnhalle Peesten das 25-jährige Wiedergründungsjubiläum gefeiert werden. Sportplatzbau
Der Spielbetrieb in den ersten Jahren nach der Vereins- gründung fand zunächst auf einer Wiese an der Lindenber- ger Straße und später auf der Wiese von Bürgermeister Angermann statt. Im Rahmen der Strassenbauarbeiten in Dörnhof wurde die Fläche zwischen "Badeweiher" und "Mühlweiher" von der Gemeinde aufgeschüttet und planiert. So entstand mit einer damaligen Größe von 78x46m der Sportplatz an der Stelle, wo wir ihn heute noch finden. Der Spielbetrieb wurde 1958 aufgenommen. Im Jahr 1971 wurde das Spielfeld auf die heutigen Ausmaße von 100x52m vergrößert. Damit wird die optimale Größe immer noch nicht erreicht, eine weitere Anpassung wäre aber nur mit großem Arbeits- und Kostenaufwand durchführbar. Auch die Beschaffenheit des Rasens läßt aufgrund des teilweise welligen und lehmigen Untergrundes in den Sommer- bzw. Wintermonaten zu wünschen übrig. Unser Vereinsheim
Weil es mit den Dusch- und Umkleidemöglichkeiten für die Fußballer in unserer ehemaligen Vereinsgaststätte Häckel zu eng wurde und am Sportplatz auch keine sanitären Anlagen vorhanden waren, entschloß sich der SSV zum Bau einer Sporthütte. Ende 1985 begannen die Planungen für das Projekt mit Dusch- und Umkleideräumen, Toiletten und Aufenthaltsraum. Nach schneller Genehmigung seitens der Gemeinde und des Landratsamtes konnten wir am 1.09.1986 mit dem Bau beginnen. Da fast alle Arbeiten in Eigenleistung erfolgten - wir hatten lediglich 20.000 DM als Startkapital zur Verfügung - dauerte es bis zum 05.12.1987, bis Richtfest gefeiert werden konnte. Nach erfolgtem Innenausbau merkten wir bald, daß unser Sportheim etwas zu klein geraten ist und prompt wurde ein Erweiterungsbau geplant. Begonnen wurde dieser am 16.10.1993 und schon am 08.12.1993 konnten wir ein 2. Natürlich folgten noch unzählige Arbeitseinsätze, um unser Bauwerk zu seinem heutigen Aussehen zu verhelfen. Wir glauben, man kann es als gelungen bezeichnen -"unser SSV-Sportheim!"
SSV Peesten und das "Open Air"
Aller Anfang ist schwer: Nur rund 350 Fans jubelten 1988 den zumeist heimischen Bands zu. "Shark", "Hansdampf" und allen voran "Euroschäck" heizten den jugendlichen Fans gehörig ein. An die Band "Talking to the toilet" erinnern sich noch heute manche Fans mit Grauen. Im Unterschied zur Schwein- furter Kultband "Suzi Cream Cheese", deren Auftrtitt das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Premieretorte darstellte. Mittlerweile pilgern weit über 600 Fans von nah und fern jedes Jahr aufs neue in den idyllischen Fleck Peesten. Wettergott Petrus war den Besuchern zumeist freundlich gesonnen. Er muß eben ein Rockfan sein. Abgesehen von einem längeren Regenguß beim sechsten musikalischen Wald- und Wiesenfest, ließ der gute Mann die Himmelstore bislang geschlossen. Und so gehörten Sonnencreme und Insektenschutzmittel zum unentbehrlichen Accessoire eines jeden Festivalbesuchers. Darauf konnte der Weihnachtsmann verzichten. Ob ihr es glaubt oder nicht: Zum vierten Open Air fuhr der Nikolaus nach Peesten raus. Er schenkte den verdutzten Zuschauern Bonbons und Schokolade - und symbolisierte die Wandlung vom kleinen Open Air zum großen Erlebnisfestival. Peesten, das war nicht nur Beschallung für die Ohren. Auf "Piesens Wiesn" konnte man auch allerhand erleben: Akrobatische Biker, eine heißblütige Feuerschluckerin und einen Sandalen tragenden Jesus, der gerne singen wollte. Nichts ist unmöglich in Peesten. "Wumms" und der Gitarist Joe P. Montone von der Crossover-Kombo "Blue Manner Haze" kracht samt Gisbon-Gitarre durch die Bühne. Zu einem Freiluftfestival gehören aber auch die kulinarischen Gaumenfreuden. Wenn der Bratwurstduft übers Gelände zieht und die frische Maß lockt, dann strömen die Fans in Scharen an die Stände. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, um den Rockfans aus nah und fern mit heimischen Spezialitäten die Bäuche zu füllen. Allen Helfern, auch denen, die für die Sicherheit sorgten, ein herzliches Danke Schön! In der "Einkaufsmeile" konnte man so richtig schön flanieren: Von CD´s über Kleidung bis hin zu Modeschmuck gab es fast alles zu erwerben was das Herz begehrt. Der SSV Peesten und Euroschäck hoffen, daß die Tradition des "Open Airs" in den nächsten Jahre fortgesetzt werden kann und auch in Zukunft viele Hardrockfans den Weg zu unserem Festival finden. 2012 fand das Peesten Revival statt und wurde von den Fans wieder sehr gut angenommen. Eine Neuauflage im nächsten Jahr ist daher sehr wahrscheinlich. Sportlicher Werdegang, jüngere Vergangenheit
Meisterschaft und Aufstieg in B-Klasse 1982
Bereits am vorletzten Spieltag sicherte sich der SSV mit einem 1:0 Heimsieg über Rugendorf vorzeitig die Meisterschaft vor dem TV Guttenberg. Der Titel wurde mit einem Punkteverhältnis von 34:10 sowie einem Torverhältnis von 47:24 errungen. Diese Zahlen zeigen, daß die Stärken des SSV schon damals im Defensivbereich lagen. Nachdem wir aufgrund von zwei Heimniederlagen gegen Wirsberg und Kirchleus nach der Vorrunde mit dem 3. Tabellenplatz vor- liebnehmen mussten, gaben wir in der Rückrunde nur noch 2 Punkte ab. Am 13. Spieltag übernahmen wir die Tabellenspitze und gaben diese nicht mehr ab. Die Meisterelf 1981/1982 blieb die gesamte Saison ohne Auswärtsniederlage. Garant für den Aufstieg war Trainer Hans Zink, der es verstand aus den 18 ein- gesetzten Akteuren Woche für Woche ein schlagkräftiges Team zusammenzu- stellen. Ausschlaggebend für den Erfolg war auch der sehr gute Zusammenhalt innerhalb des 18-Mannkaders, aus dem nicht weniger als 13 Spieler direkt aus Peesten und die restlichen 5 Spieler aus der unmittelbaren Nachbarschaft stammten. Nach 2-jähriger Zugehörigkeit zur B-Klasse mussten wir leider wie- der den Weg in die C-Klasse antreten. Meisterschaft und Aufstieg in Kreisklasse 2007
Die Meisterschaft in der A-Klasse 3 Bayreuth/Kulmbach wurde bereits am vorletzten Spieltag mit einem X:0 gegen den TSV Trebgast II eingefahren, der es nicht fertig brachte, eine Mannschaft nach Peesten zu schicken. Am Ende stand der SSV souverän auf dem 1. Platz mit 65 Punkten und einem Torverhältnis von 106:14. Meistertrainer Klaus Eichhorn konnte in dieser Saison aus 18 fast gleichwertigen Akteuren wählen, die vor allem läuferisch jedem Gegner überlegen waren. Worauf seitens des SSV großen Wert gelegt wurde, war die Tatsache, dass der Erfolg nicht "gekauft" wurde, denn alle Spieler der Meisterelf kamen aus Peesten oder der näheren Umgebung. Zitat des damaligen Vorstandes Michael Täuber: " Wenn ich einem Spieler auch nur einen Euro zahlen würde, würden alle Mitglieder austreten ! " Übrigens wurde auch die Reserve des SSV in diesem Jahr souverän Meister mit 34 Punkten und einem Torverhältnis von 35:11. Einer der "Väter dieser Erfolge" war zweifellos Meistertrainer Klaus Eichhorn, der aus einer reinen Spassmannschaft des SSV eine Meistermannschaft formte, die sich in den nächsten Jahren auch in der Kreisklasse etablieren sollte. Gegenwart
Nach drei erfolgreichen Jahren in der Kreisklasse musste der SSV im Jahr 2011 wieder den bitteren Gang in die A-Klasse antreten. Die 1.Mannschaft des SSV spielt aktuell in der Kreisklasse Bayreuth-Kulmbach, die 2.Mannschaft in der B-Klasse Bayreuth/Kulmbach. Desweiteren hält die neue Vorstandschaft auch in Zukunft an der bisherigen Philosophie fest, kein Geld für Spieler auszugeben. Wer also Spass am Fussballspielen ohne Bezahlung hat und Wert auf Kammeradschaft legt, ist beim SSV Peesten richtig.