14/06/2017
+++ Woddi nei in Gönnerlaune - 11 Kurze frei aufs Haus +++
Nachdem letzten spielfreien Dienstag, meldeten sich am gestrigen Nachmittag unsere Idole in gewohnt feinstem Meister-Propper'schen Weiß aus dem heimischen Sparda-Sport-Park wirklich eindrucksvoll zurück. Doch der Reihe nach.
An diesem Spieltag ging es gegen die nominelle Schießbude der Liga, den KIC FC. Doch schon zu vor der Partie mahnte TZW-Veteran und offensiv- und Kräusen-Fettischist Marcel Harzmann, der geschuldet seiner Erfahrung (und seinem ausgeprägten Hang zur Dramaturgie) in dieser Saison für die taktischen Finessen des noch gegentorlosen Dreamteams zuständig ist, vor der Bißkraft dieses angeschlagenen Löwen. "Prinzipiell schauen meine Jungs und ich nie auf die Tabelle, und schon gar nicht auf die aktuelle sportliche Situation unseres Gegners, aber ein Torverhältnis, wie das des KIC von 0:28, musst du erstmal ausblenden können. Daher war für mich von Anfang an klar: Heute müssen Zeichen gesetzt werden, das Team muss lernen zu verstehen, dass alte und vergangene Leistungen und Erfolge in der Jetztzeit bedeutungsloser sind, als die häufigen Rücktrittsandrohungen (/versprechen) namhafter TZW-Urgesteine und Gründerväter". Gesagt getan, Ersatztorfliege Benny, immerhin noch komplett ohne Gegentor, fand sich noch nicht einmal im Kader. "Gegen einen solchen Gegner bringt dir kein sicheres Aufbauspiel, tadellose Technik oder absolute physische Präsenz oder Ruhe und Souveränität in nahezu jeder Situation etwas. Heute brauchst du "Typen" auf dem Platz, Jungs, die auch mal unbedrängt als letzter Mann mit limitierten technischen Fähigkeiten ins 1 gegen 3 gehen, die auf gut Deutsch einfach einen an der Schüssel haben. Daher war für mich und mein Trainerteam direkt klar: Karlito muss zurück zwischen die Pfosten, Frosch frisst Fliege", weiß der Spielertrainer ("An mir führt in der Aufstellung wie im Stüble kein Weg vorbei.").
Und wie die Tifosi des italienischen Hauptstadt-Clubs AS Rom Francesco Totti Woche um Woche lautstark von den Rängen forderten, wurden nun auch die Sehnsüchten der wieder einmal woddinastisch supporteten Fanclubs "Gegengerade Gorbatschow" und der "TZW Ultras" erfüllt, und damit auch zeitgleich etliche Östrogenspiegel (Christian S.) in die Höhe getrieben. Niemand geringeres als die beiden Altmeister und Kinder der ersten Stunde, Lattenbreaker David Schock (Lichtschutzfaktor 50+) und der Gewinner der letzten 13 Staffeln von "Das Saarland sucht den Superkicker" (DSSDS), der sich nun bereits seit 2004 regelmäßig und ibrahimovicgleich gegen unzählige Landwirte und Nutztierbetriebe am Ball durchzusetzen vermochte, rückten in die erste Sieben. Komplettiert wurde dieses famose Trio von Neuzugang und Linienläufer Feuerstein, der auch an diesem Tag seinem Namen alle Ehre machen sollte. In gewohnt trivialer Manier hielt die Noch-Hexen-Stüble-Jungfrau den nominellen "Stars" den Rücken frei und kümmerte sich Sergio-Busquets-gleich um die Drecksarbeit.
Die taktischen Änderungen des Trainerstabs sollten aufgehen, nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten musste selbst das folglich nun aussortierte Starensemble um "The Tank" alias Hacken-Violino und Teilzeitapotheker Stampf-Vale neidlos anerkennen: auch sie sind ersetzbar. "Dass der Trainer mir die letzten Wochen den Vortritt vor David gegeben hat, hat mich ehrlich gesagt auch ein wenig verwundert. Klar, ich will Spielzeit, wie jeder hier. Wenn du dir allerdings mit einer solchen Legende die Position teilst, musst du eben um jede Einsatzminute dankbar sein. Ich freue mich aber viel mehr, von so einem hier noch was lernen zu dürfen. Wahnsinn, was der Junge teilweise heute wieder am Ball fabriziert hat!", schwärmt der ausgebotete Grätschengeiger schuljungenhaft.
Bei all der Lobhudelei ist auch das Spielgeschehen recht schnell erzählt. Passend zum neuen Friede-Freude-Eierkuchen-Odem wurden die erzielten elf (!) Tore des Nachmittags gar brüderlich unter sechs Schützen geteilt. "Nichtmal im Kölner Edeletablissement "Pascha" war die Stimmung wärmer, das gefällt mir nicht. Da sind wir jetzt als Trainerteam gefragt, nichts ist für den Erfolg einer Mannschaft gefährlicher, als ein sich vor Harmonie und Stoizismus selbst einsäuselndes Gefüge", weiß Dauernörgler Hartzi. "Ich werde sehen, was sich da für nächste Woche ändern lässt".
Torschützen:
Elias 2x
Hartzi 2x
Violino 1x
HB-Männchen André 2x
Thomas 2x
Jordanho 1x
SEB 1x
In dem in den Kommentaren angefügten Video ist Lokführer Thomas zu sehen, der mit flinken, geschwinden Schritten in ICE-Manier seinem Gegenspieler davonrollt und einnetzt, noch bevor dieser das Wort "Schienenersatzverkehr" zu Ende gesprochen hat. Die "Zigarette danach" hat sich der fleißige Bahnarbeiter wohl redlich verdient.