06/08/2026
Ciobanu & Seitz verteidigen ihre Titel bei den Bezirksmeisterschaften
B+B: Bezirksmeisterschaften in Bochum – und das schon zum 21. Mal in Serie. Im TC Blau-Weiß Harpen war man von Beginn an guter Dinge, denn die Wetterprognose versprach weder besonders große Hitze noch längere Regenschauer. Tatsächlich gab es im Lauf des Turniers auch keine Verzögerungen im Zeitplan, auch wenn das ein oder andere Spiel erst gegen 21:30 Uhr und somit unmittelbar vor dem Einsetzen der Dunkelheit beendet werden konnte. Der ständige Blick von Oberschiedsrichterin Brigitte Saitner-Breyer in den Himmel und wieder zurück auf die Wetter-App ließ nur ein Fazit zu: Der Wettergott war Tennis-Fan! Leider waren über sämtliche Konkurrenzen nur 120 Meldungen eingegangen. Das über neun Tage andauernde Turnier hätte definitiv mehr Zuspruch verdient.
Der deutliche Rückgang an Meldungen war unter anderem Im Feld der Damen zu erkennen. Zahlreiche An- und Abmeldungen prägten das Geschehen in den letzten Tagen vor Meldeschluss. Als nach einer weiteren kurzfristigen Absage nur noch sieben Spielerinnen auf der Liste standen und die Damen-Konkurrenz somit kurz vor der Absage stand, warf Ute Meschede-Isbruch, Mutter der an zwei gesetzten Finnja Isbruch, ihren Hut in den Ring und rettete als achte Spielerin die Austragung des Feldes, in dem wieder einmal Daniela Ciobanu (TC Eintracht Dortmund/DTB 161) nicht zu bremsen war und ihren fünften Turniersieg in Serie einfahren konnte. Nach einem schnellen 6:1, 6:0 gegen Vivien Lerley (TC Grün-Weiß Herne/DTB 450) wartete im Finale mit der 15-jährigen Finnja Issbruch (TC Blau-Weiß Castrop 06/DTB 181), die ihrerseits im Semifinale mit 6:2, 6:1 gegen Liva Yildiz (TC Grün-Weiß Herne/DTB 402) erfolgreich war, eines der hoffnungsvollsten Talente des WTV. Nachdem Isbruch ihrer doppelt so alten Gegnerin im ersten Satz noch auf Augenhöhe begegnen konnte, setzte sich schließlich die Erfahrung Ciobanus zum 7:6, 6:0 durch.
Traditionell gut besucht ist das Feld der Herren. Das war auch in diesem Jahr mit insgesamt 36 Meldungen, was auch eine kleine Qualifikation zufolge hatte, der Fall. Mit klaren Zweisatz-Erfolgen erreichten schließlich die Nummer eins und zwei der Setzliste das Endspiel. Das waren Vorjahressieger Julius Seitz (TC Parkhaus Wanne-Eickel/DTB 225) und Dauerbrenner Yannick Staupe (TC Parkhaus Wanne-Eickel/DTB 268). Seitz, der sich während des gesamten Turniers in überragender Form präsentierte, gab auf dem Weg zum Finale nur vier Aufschlagspiele ab, Staupe geriet zumindest im Viertelfinale gegen Felix Ewers (TSC Hansa-Dortmund) ein wenig ins Straucheln, gewann den zweiten Satz dann aber doch im Tiebreak. Im Finale zeigten die beiden Teamkollegen trotz schwieriger Platzverhältnisse dann ein gutes Match, in dem Seitz auf alles, was Staupe versuchte, stets die bessere Antwort zum 6:2, 6:0 hatte.
Der erwähnte Rückgang an Meldungen hatte auch Auswirkungen auf die Konkurrenzen der Seniorinnen und Senioren, die allesamt im Kästchenmodus stattfanden, da in keiner einzigen Disziplin mehr als sieben Meldungen eingingen. Bei den Damen fand sogar nur eine einzige Konkurrenz statt, nämlich die der Damen 40, mit drei Spielerinnen. Dennoch hatten auch die Disziplinen der Seniorinnen und Senioren ihre Highlights, darunter sicher das nominelle Endspiel der Herren 40, das Thomas Przybylek gegen Janosch Blaha im Match-Tiebreak für sich entscheiden konnte. Starkes Tennis zeigten auch Dominik Göbel und Mike Schänzer bei den 50ern, mit dem besseren Ende für den Dortmunder Göbel. Bei den 55ern revanchierte sich Gregor Schnittker gegen Martin Beckschulze für die Niederlage im Vorjahr, Jörg Artmann war bei den Herren 60 nicht aufzuhalten, ebenso Rainer Verres, der die Konkurrenz der 65er ohne Satzverlust gewann. Willi Sell erkämpfte sich in zwei engen Match-Tiebreaks den Sieg bei den Herren 75 und Völker Töbel ging bei den 80ern als Sieger hervor. Die Konkurrenz der Damen 40 war klare Angelegenheit für Kerstin Lindner.
Verhältnismäßig passabel angenommen wurden die B-Konkurrenzen für die Leistungsklassen 15-25, hier konnte sich vor allem das Feld der Herren mit 19 Meldungen durchaus sehen lassen. Gian Luca Pischalla gewann das Herren-Feld nach hartem Kampf, im Endspiel der 40er triumphierte Mathias Maier in einem nicht weniger dramatischen Finish. Sieger bei den 50ern wurde Dennis Bartholomé, die Konkurrenz der Herren 60 ging an Andreas Wohlgemuth und Sandra Bräunig fuhr bei den Damen 40 zwei Siege zum Turniergewinn ein.
Als am finalen Sonntag der letzte Ball über das Netz geschlagen war, konnte Bezirkssportkoordinator Jörg Kemper schließlich alle erfolgreichen Spielerinnen und Spieler ehren. Neben berechtigter Laudatio für die sehenswerten Spiele blieb gewiss die Kritik an der schwachen Meldezahl nicht aus. Der Bezirksvorstand wird die Gründe, die sicher vielfältig sind, evaluieren, um 2027 einen Anreiz für eine bessere Beteiligung zu schaffen.