17/09/2026
Am Wochenende feierte der Juister Schützenverein sein 70jähriges Bestehen. Da bereits in fünf Jahren ein Vierteljahrhundert gefeiert wird, fand das Jubiläum in diesem Jahr im kleineren Rahmen statt. Höhepunkt war dabei die Verleihung einer Ehrenmitgliedschaft und zwei weiterer Ehrungen.
Auf Initiative des damaligen „Inselsheriff“, den Dorfpolizisten Walter Andree, und ein paar jungen Schießsportfreunden kam es 1956 zur Vereinsgründung, nachdem diese vorher ihren Sport in den Dünen bei der „Domäne Loog“ ausführten, was indes nicht den Sicherheitsbestimmungen entsprach. Eine alte Baracke nördlich vom Pax-Heim wurde abgerissen, die die Gemeinde den Schützen zur Verfügung stellte. Aus dem gewonnenen Material errichteten sie an der Wilhelmshöhe eine erste Schießstätte. Einer von ihnen war der damals 17jährige Juister Günter Janssen.
Dieser war in den sieben Jahrzehnten nur einmal im Königshaus, in dem Jahr aber Schützenkönig und zugleich Kreisschützenkönig. Dafür sorgte er zusammen mit Emil Uhlenkamp jahrelang für geordnete Abläufe während der Schießveranstaltungen. Auch war er bei Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen immer eine treibende Kraft. So erhielt er am vergangenen Wochenende nicht nur die Urkunde und Jahresnadel für 70jährige Mitgliedschaft, sondern als letztes noch lebendes Gründungsmitglied der erste Stunde wurde er zugleich zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Ein wichtiges Jahr in der Chronik des Juister Schützenvereines war das Jahr 1974, so Vorsitzender Olaf Hollwedel, denn in dem Jahr wurde die Damenriege gegründet, ab jetzt durften auch Frauen offiziell an den Schießen teilnehmen. Zu den Mitbegründerinnen gehörte Doris Janssen, die Ehefrau von Günter. Sie war dann siebenmal im Königshaus der Damenriege, davon zweimal als Schützenkönigin. Da sie in den letzten zwei Jahren nicht an den Jahreshauptversammlungen teilgenommen hatte, bekam sie nun noch die Urkunde und Jahresnadel für 50jährige Mitgliedschaft überreicht. Wie ihr Mann Günter sei auch sie ein großer Teil der Geschichte des Schützenvereines, so Hollwedel.
Und 1974 trat auch die damals 18jährige Martina Janssen-Visser (damals noch Martina Uphoff) in die Damenriege ein, womit sie genauso alt ist wie der Schützenverein. Hollwedel: „Sie trat ein und schoss alles kurz und klein.“ In der Tat ist ihre Bilanz rekordverdächtig: Nachdem ab 1986 zum ersten Mal ein Damenkönigshaus ausgeschossen wurde war sie fünfzehnmal im Königshaus, davon alleine viermal als Schützenkönigin der Damenriege. Zudem wurde sie 1991 die erste Frau im geschäftsführenden Vorstand, denn man wählte sie zur Kassenwartin. Dieses Amt führt sie auch heute noch aus.
„Ich danke Dir, auch im Namen des ganzen Vereins, des Kreisverbandes und dem Ostfriesischen Schützenbundes für deine besonderen Verdienste um das Deutsche Schützenwesen insbesondere der nun fast 36jährigen Führung der Kasse unseres Vereins,“ so Olaf Hollwedel. In seiner gleichzeitigen Funktion als Vizepräsident des Kreisschützenbund Norden konnte er Janssen-Visser die Urkunde und die Bronzene Verdienstnadel des ostfriesischen Schützenbundes überreichen. Damit erhielt sie die höchste Auszeichnung des OSB, die bisher an ein Mitglied im Juister Schützenverein verliehen bekam.
Vor der Feierstunde, mit den Ehrungen, gab es ein Freundschaftsschießen mit der angereisten Abordnung vom befreundeten Schießsportverein Norderney. Hierzu gab es eine Preisverteilung: Platz 1. belegte Petra Lehwald (Norderney), 2. Veit Fritsche (Neumitglied Juist), 3. Solveig Schmitz (Juist). Einen Preis erhielt auch Daniela Saro (Juist) als Schlusslicht des Schießens.
Unser Foto zeigt die Geehrten und den Vorsitzenden (v.l.n.r.) Doris und Günter Janssen, Olaf Hollwedel und Martina Janssen-Visser.
Text und Foto : Stefan Erdmann/JNN