Bianca Rieskamp-Klassische Reitlehre und Freiheitsdressur

Bianca Rieskamp-Klassische Reitlehre und Freiheitsdressur Pferdewirtin und Autorin und biete Unterricht in klassischer Reitlehre und Freiheitsdressur an. Dasselbe gilt für die Freiheitsdressur.

Ich freue mich immer darauf, pferdebegeisterte Menschen beim gemeinsamen Weg des Lernens begleiten zu dürfen und zu unterstützen. Die klassische Reitlehre bedeutet ständiges Lernen und Fühlen und erreicht dadurch ein immer tieferes Verstehen. Die Grundlagen sind die Basis dafür, dass der Reiter seine Empfindsamkeit gegenüber dem Pferd verstärkt. Das führt in meinem Unterricht immer wieder zu den s

ogenannten Aha-Effekten, wenn der Reiter fühlt, dass er sich jetzt mit seinem Pferd in Übereinstimmung findet. Das Lernen geschieht in meinem Unterricht auf zwei Ebenen, dem Erlernen des Wissens über die klassische Reitlehre und dem Fühlen. Das Fühlen lernen, früher auch Reitertakt genannt, führt durch das vermehrte Verständnis für das Pferd auch immer zu einer Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, aber auch der eigenen Persönlichkeit. Ich freue mich im Unterricht auf Menschen
- die sich genauso für Pferde begeistern wie ich
- für die Harmonie zwischen Reiter und Pferd entscheidend ist
- die die klassische Reitlehre erlernen und erfühlen und damit erhalten möchten
- die bereit sind, an sich selbst zu arbeiten
-die die Unterschiede erkennen lernen möchten zwischen der klassischen Reitlehre und der nicht klassischen Lehre
- denen die Korrektheit der Ausführung über dem Reiten von Lektionen steht
- die ohne Pferde nicht leben können

Mehr Informationen über mich, meinen Unterricht und meine Ausbildung findest du auf: https://www.klassischereitlehre.com/

Mehr Informationen über die Bücher von Gert Schwabl von Gordon und mir findest du beim Olms Verlag:

https://www.olms-pferdebuch.de/search/result.aspx?q=bianca%20rieskamp

Warum Profireiter auf die Freizeitreiter neidisch sindDen Kritikern des heutigen Reitsports wird ja gerne vorgeworfen, s...
13/06/2026

Warum Profireiter auf die Freizeitreiter neidisch sind
Den Kritikern des heutigen Reitsports wird ja gerne vorgeworfen, selbst «nur Freizeitreiter» zu sein. Das stimmt aber natürlich nicht. Es sind viele Kritiker dabei, die selbst mit Pferden arbeiten und dadurch ihr Geld verdienen. Einige ritten auch früher im Turniersport, haben sich aber bewusst von der heutigen Ausführung davon verabschiedet, weil es nicht mehr ihren Werten entspricht. Und immer wieder kommt das Neidargument: Man würde nur kritisieren, weil man neidisch wäre.
Jetzt mal ehrlich: ich bin sicher, dass viele Profireiter (irgendwann) neidisch auf den «normalen Freizeitreiter» sind. Weil diese einfach und vorbehaltlos ihr Pferd lieben können, ohne an Erfolg denken zu müssen. Weil sie den Alltag und viel Zeit mit ihrem Pferd teilen dürfen, ohne um die Welt jetten zu müssen.
Das auf dem Foto ist ein Pferd. Und zwar ein ganz besonderes Pferd. Es ist nämlich mein Pferd. Ich liebe es, einfach, weil es da ist. Weil ich es wunderschön finde, auch wenn es objektiv natürlich Fehler hat. Ich habe den Luxus, es einfach so mögen zu können, unabhängig von irgendeiner Leistung, die es für mich bringt. Ich habe es bewusst ausgesucht, nicht vorrangig, weil ich irgendeine Erwartung an dieses Pferd habe, sondern weil ich es so mag, dass mir nicht nur das Training mit diesem Pferd besonders Freude macht, sondern schon seine Anwesenheit und auch seine Versorgung.
Ich liebe dieses Pferd aufgrund seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Es ist ein Teil von mir geworden und lehrt mich täglich ohne Zeitdruck etwas Neues, über Pferde, aber auch über mich selbst.

Nachgeben und Herantreten: Beim Nachgeben soll das Pferd weiterhin an die Reiterhand herantreten Teil IDas Suchen der Re...
05/06/2026

Nachgeben und Herantreten: Beim Nachgeben soll das Pferd weiterhin an die Reiterhand herantreten Teil I
Das Suchen der Reiterhand seitens des Pferdes ist essentiell: Es spricht für das Vertrauen des Pferdes zur Reiterhand. Aus diesem Suchen der Hand entsteht die korrekte Anlehnung. Und nur daraus die richtige Beizäumung, die auch jederzeit eine Erweiterung des Rahmens ermöglicht.
Das Problem ist, dass 1. viele Reiter das noch nie richtig erfühlt haben und 2. dass die Ausbildung in der Regel falsch verläuft.
In der Regel wird nur Wert darauf gelegt und gelehrt, dass das Pferd erst einmal nach gibt. Der Begriff «Nachgeben» impliziert schon, dass im Hals- Kopfbereich ein Widerstand des Pferdes wäre, der unbedingt überwunden werden muss. Wer jemals ein Jungpferd klassisch ausgebildet hat, weiss, dass dies nicht der Fall ist. Sondern dass aus einer weichen, vom Pferd gesuchten und vom Reiter gestatteten Anlehnung in Verbindung mit richtiger Ausbildung von hinten nach vorne ein leichtes Nachgeben entsteht, ohne einen grossen Widerstand zu spüren und ohne den Kontakt zum Pferdemaul zu verlieren. Die vorher schon angenehme Verbindung wird nur federnder.
Also noch einmal: Das Pferd soll immer an die Reiterhand herantreten, auch in Momenten des Nachgebens. Das ist vielen Reitern nicht bewusst, deswegen bringen sie erst ihre Pferde zum Nachgeben an irgendeiner Stelle des Halses, um dann wieder zu versuchen, das Pferd zum Herantreten an die Hand zu bewegen. Was grotesk ist, denn einerseits hat das Pferd durch die das Nachgeben erzwingende durchhaltende Hand kein Vertrauen zu dieser, andererseits wurde dem Pferd ja beigebracht, dass es hauptsächlich nur irgendwo nachgeben soll.
Um ein federndes Genick bei gleichzeitigem Herantreten an die Hand zu erreichen, muss der Reiter wissen, wie er das Pferd korrekt von hinten nach vorne reitet und ausbildet, dass es von sich aus die Reiterhand sucht. Er muss wissen, wie Aufrichtung entsteht, wann er sie fordern beziehungsweise annehmen darf und wann nicht. Er muss so gefühlvoll in der Hand sein, dass er vorausahnt, wann das Pferd nachgibt, aber rechtzeitig nachgibt, damit das Pferd weiterhin an die Hand herantritt.

03/06/2026

Pferde sind uns mit einigen Sinnen weit voraus. Das sollten wir im Training wie im Umgang immer im Hinterkopf haben. Und viele Pferdemenschen haben mit ihrem Pferd schon Sachen erlebt, die unerklärlich scheinen.

Der Reitsport hat ein Problem im SystemImmer wieder höre ich von Reitern, die seit Jahrzehnten im Reitsport unterwegs si...
29/05/2026

Der Reitsport hat ein Problem im System
Immer wieder höre ich von Reitern, die seit Jahrzehnten im Reitsport unterwegs sind, dass es Misshandlungen von Pferden schon immer gab. Da fast jeder davon berichten kann, kann man von einem schon damals vorhandenen systemischem Problem sprechen.
Und auch ich habe es erlebt: Den Reitmeister, der sich damit brüstet, dass nur drei von zehn jungen Pferden seine «Ausbildung» ¨überstehen, den mit Eisenstangen arbeitenden Springreiter, den S-Dressurreiter, der mit Hilfe eines extrem kurz geschnallten Martingals seinem Pferde bei jedem Trabtritt den Kopf abwechselnd von rechts nach links an die Schulter zog (und zwar so schnell und ohne Widerstand des Pferdes, dass man es kaum glauben mag), der Richter, der sich vor eine TV-Kamera stellt und salbungsvoll über Pferdewohl redet und im heimischen Stall bei unruhigen Pferden vor dem Turnier empfiehlt, die Selbsttränke abzustellen.
Diese alle sind mit ein Grund dafür, warum auch heute immer wieder Videos auftauchen von Ausbildern, die Pferde misshandeln. Sie haben es so gelernt von den schlechten Ausbildern früherer Zeiten. So ein Umgang mit den Pferden galt häufig als normal, sie fühlen sich deswegen oft nicht schuldig.
Das ist keine Entschuldigung. Der Weg zu dieser Entwicklung zeigt auf, wo Verbesserungen ansetzen müssen. Bei den uneinsichtigen Reitern, die ein Pferd nicht als Lebewesen ansehen und ihr Machtgefühl ausleben, wäre nur ein Berufsverbot samt Pferdehaltungsverbot das richtige Mittel.
Auf den Turnieren wäre es einfach von Seiten der Richter: Nicht nur misslungene Lektionen runterwerten und jedes falsche Gehen des Pferdes, sondern jede feste Anlehnung, jedes Ziehen, jede unnatürliche Bewegung des Pferdes usw.
Für Seminare zum Thema Ausbildung seitens der Verbände: Nicht auf ein «weiter so» setzen und mit schönen Worten das gleiche falsche Reiten zeigen, sondern ehrlich sein und radikal aufräumen.
Bei den Turnierübertragungen im Fernsehen: Nicht mit den Reitern verbandelte Kommentatoren einsetzen, sondern neutrale, die das Gezeigte fachlich benennen.
Bei den Reitern: Nicht bei dem Ausbilder reiten, der von den nicht klassischen Ausbildern es am wenigsten schlimm macht, sondern sich die Zeit nehmen, von Grund auf klassisch zu lernen. Der Online-Unterricht hat diesbezüglich viele Möglichkeiten eröffnet.
Viele Ausbilder haben sich vom Turnierreiten abgewandt und unterrichten als Einzelkämpfer, wie es wirklich klassisch und pferdefreundlich geht. Diese sollten nicht als «Systemaussteiger» belächelt und abgewertet, sondern mit ihrem fachlichen Wissen gehört werden.
Das Reiten wieder auf den richtigen Weg zu bringen ist eine grosse Aufgabe. Diese Aufgabe findet im Handeln und damit in der Praxis statt. Schöne Worte haben wir genug gehört.

Fotos 1 und 2: So wird das Reiten hinter der Senkrechten erreicht: Starkes Ziehen am Zügel, gerne mit gleichzeitiger starker seitlicher Abstellung des Halses. Foto 2: Hat das Pferd nachgegeben (natürlich an völlig falscher Stelle, wo kein klassischer Reiter möchte, dass ein Pferd nachgibt), gibt der nach. Dann wird immer gerne behauptet, dass Pferd geht von selbst so. Tut es auch, wenn es immer wieder wie auf Foto 1 "geritten" wird.

Warten können- die wichtigste Eigenschaft des ReitersDas Abwarten ist nicht nur schwer für viele Reiter zu lernen und um...
27/05/2026

Warten können- die wichtigste Eigenschaft des Reiters
Das Abwarten ist nicht nur schwer für viele Reiter zu lernen und umzusetzen. Es hat auch viele Vorteile für Reiter und Pferd.
Der Reiter kann mehr Zeit für das Fühlen verwenden. Er hat dadurch auch mehr Möglichkeiten zu erfühlen, ob das Pferd seine Einwirkung wirklich benötigt und in welcher Dosierung. Fühlen und Sitzen steht immer vor dem Einwirken.
Der wartende Reiter ist in der Regel der bessere Begleiter seines Pferdes. Er ermöglicht dem Pferd eher, Reaktionen zu zeigen. Diese sind wichtige Hinweise für die Ausbildung und Einwirkung. Reiter, die das Warten gelernt haben, übertragen auch mehr Ruhe auf das Pferd.
Warten soll der Reiter: Damit das Pferd sein Gleichgewicht findet, den Takt findet, die Anlehnung von sich aus sucht. Auf dem Abwarten baut also die gesamte klassische Grundausbildung auf. Nur dann kann Einwirkung auch wirklich zu einer echten Hilfe werden, die zum richtigen Gehen des Pferdes führt.
Nicht der viel und sofort einwirkende Reiter ist also der gute Reiter, der sein Pferd wirklich unterstützt. Leider wird das aber häufig anders gesehen, weil dieser sofort Ergebnisse bezüglich des Gehens des Pferdes liefert. Während der abwartende Reiter oft als planlos oder nicht reiten könnend abgetan wird, weil man kaum sieht, was er bewirkt und bewirken möchte.
Es lohnt sich deswegen, dem Reiter, der «nur sitzt», mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihn bei Gelegenheit auch einmal zu fragen, was er da gerade tut.

Die Unterschiede zwischen einer annehmenden Zügelhilfe und dem Ziehen am ZügelIdealerweise ist die Reiterhand die meiste...
23/05/2026

Die Unterschiede zwischen einer annehmenden Zügelhilfe und dem Ziehen am Zügel

Idealerweise ist die Reiterhand die meiste Zeit beim Reiten passiv, wird weich hingehalten und ist immer zum Nachgeben bereit. Doch natürlich darf die Hand auch einwirken, wenn das Pferd gelernt hat, von sich aus die Hand zu suchen und dieser vertraut. Nur dann geht das Pferd auch körperlich und mental so zwanglos, dass es in der Lage sein wird, die annehmenden Zügelhilfen erst verstehen zu lernen und dann umzusetzen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit aus der annehmenden Zügelhilfe kein Ziehen wird.
Die annehmende Zügelhilfe zeichnet sich also auch immer durch das Verständnis des Reiters für das Pferd aus.
Eine annehmende Zügelhilfe wird im Gegensatz zum Ziehen am Zügel immer in Verbindung mit den anderen Hilfen gegeben. Das bedeutet nicht zwingend, dass diese dabei sehr aktiv sein müssen. Im Idealfall geht dem Annehmen immer ein Treiben voraus. Durch diesen Impuls tritt das durchlässige Pferd mit aktiver Hinterhand und hergegebenem Rücken an den Zügel heran. Der Reiter fühlt auch mit dem Zügel, dass dieser Impuls von hinten nach vorne durch das Pferd gehend angekommen ist und kann nun fühlen und entscheiden, ob er überhaupt eine annehmende Zügelhilfe braucht und in welcher Abstimmung. Im Idealfall besitzt der Reiter also auch eine gewisse Grundeinstellung, die ihn fortwährend daran erinnert, dass am Ende des Zügels das empfindliche Pferdemaul ist.

Zieht ein Reiter permanent am Zügel, so fehlt ihm häufig das Können und/oder das Gefühl für das Zusammenspiel der Hilfen. Auch ein undurchlässiges Pferd kann ein Grund für sein Ziehen sein. Ein Ziehen am Zügel macht aber kein Pferd durchlässiger. Durchlässigkeit im klassischen Sinne ist nicht das erfolgreiche «Funktionieren» des Pferdes, sondern bezieht immer das richtige Gehen des Pferdes und eine korrekte, feine Einwirkung des Reiters mit ein.
Ziehen am Zügel kann auch unterschwellig und nicht immer deutlich zu sehen sein. Ist es sehr subtil, so trifft es als Beschreibung vielleicht der Begriff «der Reiter reitet sind Pferd von vorne nach hinten» genauer. Man kann es erkennen, wenn die Hand des Reiters sich immer wieder, oder sogar im Takt des Pferdes rhythmisch, nach hinten bewegt. Richtiges Reiten geschieht immer von hinten nach vorne. Wie soll das Pferd Bewegungen von hinten nach vorne durch den Körper durchlassen, wenn der Reiter permanent von vorne nach hinten einwirkt? Zieht der Reiter am Zügel, so verlässt er oft die korrekte Handhaltung. Die Fäuste werden geballt, manchmal werden die Hände dabei höher getragen oder unten festgestellt. Erkennbar ist es zusätzlich am offenen Maul des Pferdes, welches auch, oft verursacht durch das Ziehen, ein Anzeichen von Stress sein kann.
Was kann der Reiter tun, um ein Ziehen am Zügel zu vermeiden? Alles hilft, was das Reiten über den Sitz fördert, also einhändige Zügelführung, Fokus auf die jederzeit erhaltene Zwanglosigkeit, damit der Reiter überhaupt zum Treiben kommt usw. Im Unterricht sollte ausserdem die Schulung von Sitz und Gefühl immer wieder ein Schwerpunkt sein, die der Reiter auch ausserhalb des Unterrichts selbst in den Blick nehmen kann.

16/05/2026

Das kalte Wetter macht übermütig 🙈😁

Warum machen wir das eigentlich mit den Pferden?Einer meiner letzten Beiträge handelte von Investoren in Tierarztpraxen ...
12/05/2026

Warum machen wir das eigentlich mit den Pferden?
Einer meiner letzten Beiträge handelte von Investoren in Tierarztpraxen und Kliniken. Ich finde es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wo insgesamt die tiermedizinische Versorgung hingeht, wenn wichtige Lebensbereiche von Firmen übernommen werden, die nur auf Profit aus sind. Sozialer, freundlicher und gerechter wird die Welt erwiesenermaßen dadurch nicht.
Und vielleicht sind dann auch folgende Ereignisse nicht mehr möglich: Eines meiner nachhaltigsten Erlebnisse in der Pferdehaltung hatte ich mit meinem ersten Pferd, der damals irgendetwas Mitte zwanzig war und meinem damaligen Tierarzt. Mein Pferd hatte zum ersten Mal bei mir eine Kolik. Ich rief sofort den Tierarzt. Nachdem der Tierarzt da war, kamen die Beschwerden mit nachlassender Wirkung der Spritze nach wenigen Stunden zurück. Ich rief ihn erneut. Er meinte, es gäbe nun die Entscheidung Klinik oder nicht. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass er später nicht mehr transportfähig wäre und wir ihn heute Nacht einschläfern müssten, groß. Eine OP kam damals vor vielen Jahren, als die Operationen noch bei weitem günstiger waren, aufgrund des Alters und Charakter des Pferdes- er hing sehr an seiner Herde- für mich nicht in Betracht. Also spritzte der Tierarzt nach und dann hieß es abwarten.
Jeder Pferdebesitzer kennt diese bedrückenden Stunden des Hoffens und Bangens. Es war eine Freitagnacht im Frühjahr, es gab nachts Frost. Sorgenvoll und frierend saßen wir neben der Notbox im Offenstallbereich, möglichst ruhig, um ihn nicht zu stören, Jede Bewegung von ihm nahmen wir genau wahr, immer in der Hoffnung, dass es besser wurde und mit der Angst, dass es sich verschlimmern könnte. Je näher die Uhrzeit rückte, zu der die Wirkung der Spritze nachließ, umso banger wurde mir. Gegen halb drei war es dann so weit. Er legte sich hin und stöhnte noch einmal. Dann wälzte er sich und wir dachten, dass es das jetzt war und ich gleich den Tierarzt zum Einschläfern holen müsste. Dann hielt mein Pferd im Liegen kurz inne, stand auf und begann nach Futter zu suchen. Wir trauten dem Frieden erst nicht, aber er zeigte keine Schmerzanzeichen mehr.
Um halb sieben, die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, stand mein Tierarzt auf einmal vor uns im Stall. Heiser, mit Fieber, weil er selbst krank war. Ich war etwas irritiert, weil ich ihn nicht angerufen hatte. Er sagte, er sei wolle doch wissen, wie es dem Pferd ginge. Zumal er fest damit gerechnet hätte, heute Nacht wiederkommen zu müssen. Er grinste über beide Ohren, als er sah, dass mein Pferd über den Berg war. Diesen Gesichtsausdruck der Freude sehe ich nach über zwanzig Jahren immer noch vor meinem geistigen Auge vor mir. Es ist sicherlich das, was trotz finanziellen und zeitlichen Opfern und eigenen Zielen in der Pferdeausbildung viele von uns antreibt, verbindet und berührt: Die gemeinsame Sorge für das Wohlbefinden des Pferdes.

Guten Start in die Woche:Geniesst die Zeit mit den Pferden. Immer wieder einfach mal nur da sein.
11/05/2026

Guten Start in die Woche:
Geniesst die Zeit mit den Pferden. Immer wieder einfach mal nur da sein.

Warum ich mit der heutigen Sportreiterei nichts gemeinsam habe (was nicht heisst, dass ich nicht einige Reiter davon sch...
08/05/2026

Warum ich mit der heutigen Sportreiterei nichts gemeinsam habe (was nicht heisst, dass ich nicht einige Reiter davon schätze)
Die Freiluftsaison hat begonnen. Und anlässlich von Bildern und Übertragungen muss ich feststellen: Es ist für die Pferde nichts besser geworden. Ganz im Gegenteil, das falsche Reiten hat sich etabliert.
Da wird von den Kommentatoren aller Sparten von «ausdrucksvollen Passagen» geredet, wo schon mit blossem Auge erkennbar ist, dass bei dieser hopsenden Gangart nicht einen Tritt der Takt erhalten ist. Da wird bei einer «Piaffe», die fast gar nichts Richtiges enthält- und natürlich mit einem dauerhaft hinter die Senkrechte gerittenem Pferd- kommentiert, dass «die Nase noch ein bisschen mehr vor dürfte» (wohlgemerkt «dürfte»!) und es wird dann sofort relativiert, das wäre «am Ende auch Kraftsache und Kritisieren auf ganz hohem Niveau». Fachliche Ahnung ist diesbezüglich nicht zu mehr erkennen.
An die (berechtigten) Kritiker des Pferdesports: Diese Form des Reitens hat mit dem, was ich und viele andere «normale» klassische Reiter tun, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Selbst wenn ich mein Pferd so reiten wollte, würde das nicht gelingen, da dieses falsche Gehen erst einmal auf spezielle Weise antrainiert werden muss. Und das in einer Art, wie ich es aus vielerlei Gründen strikt ablehne. Ich weiss, dass wir gerne über einen Kamm geschoren werden, aber ich und viele von uns distanzieren sich ausdrücklich von dieser «Reiterei». Ich und andere Reiter wollen das in der Form nicht mehr sehen: Die Reiter, die in Rückenlage auf ihren Pferden sitzen, diese in sich gekehrten, resignierten Blicke der Pferde, die strammen Reithalfter, die aufgerissenen Mäuler, die «kreativen» Zäumungen, die Pferde, die gezwungen werden, nur noch auf den Boden zu starren und wie hampelnde Marionetten irgendwie Lektionen abspulen.

Skizzen detailgetreu nach Originalfotos:
Bild 1 und 2 «ausdrucksvolle Passage» ohne Zweitakt,
Bild 3 und 4, gut zu sehen, wie das Prinzip dieser Form des «Reitens» aussieht: Von vorne nach hinten, gegen die Bewegung und gegen das Pferd,
Bild 5,6,7,8 Piaffe, wo die «Nase etwas mehr vor dürfte

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