13/06/2026
Warum Profireiter auf die Freizeitreiter neidisch sind
Den Kritikern des heutigen Reitsports wird ja gerne vorgeworfen, selbst «nur Freizeitreiter» zu sein. Das stimmt aber natürlich nicht. Es sind viele Kritiker dabei, die selbst mit Pferden arbeiten und dadurch ihr Geld verdienen. Einige ritten auch früher im Turniersport, haben sich aber bewusst von der heutigen Ausführung davon verabschiedet, weil es nicht mehr ihren Werten entspricht. Und immer wieder kommt das Neidargument: Man würde nur kritisieren, weil man neidisch wäre.
Jetzt mal ehrlich: ich bin sicher, dass viele Profireiter (irgendwann) neidisch auf den «normalen Freizeitreiter» sind. Weil diese einfach und vorbehaltlos ihr Pferd lieben können, ohne an Erfolg denken zu müssen. Weil sie den Alltag und viel Zeit mit ihrem Pferd teilen dürfen, ohne um die Welt jetten zu müssen.
Das auf dem Foto ist ein Pferd. Und zwar ein ganz besonderes Pferd. Es ist nämlich mein Pferd. Ich liebe es, einfach, weil es da ist. Weil ich es wunderschön finde, auch wenn es objektiv natürlich Fehler hat. Ich habe den Luxus, es einfach so mögen zu können, unabhängig von irgendeiner Leistung, die es für mich bringt. Ich habe es bewusst ausgesucht, nicht vorrangig, weil ich irgendeine Erwartung an dieses Pferd habe, sondern weil ich es so mag, dass mir nicht nur das Training mit diesem Pferd besonders Freude macht, sondern schon seine Anwesenheit und auch seine Versorgung.
Ich liebe dieses Pferd aufgrund seiner ganz eigenen Persönlichkeit. Es ist ein Teil von mir geworden und lehrt mich täglich ohne Zeitdruck etwas Neues, über Pferde, aber auch über mich selbst.