05/08/2026
ich hatte alles vorbereitet für einen weiteren Malof-Schal in grüntönigem Seidengarn, da fiel mein Blick auf einen rumstehenden Knitters Loom mit aufgezogener Kette. Nicht von mir aufgezogen, sondern von einem enthusiastischem Anfänger, der sich dachte, oh, zusammenklappen ist super, dann kann ich ihn überall mit hinnehmen, oder gut verstauen, wenn ich ihn nicht brauche. Der erste Grund wäre für mich akzeptabel. Der zweite auf gar keinen Fall. Ein Werkzeug, das so versteckt ist, dass man es nicht sieht, wird viel zu selten benutzt. Wenn ich wirklich infiziert bin von etwas, lässt mich das nicht los. Dann ist mir das Hin- & Wegräumen viel zu aufwändig, weil alles viel zu lange dauert, bis ich endlich weitermachen kann, oder ich so lange drüber war, dass ich auch zu müde bin, um es dann noch wegzuräumen. Kleine Wohnung, wenig Zeit wären auch noch Argumente, die ok sind ;) Aber dafür braucht es viel Disziplin!
Was ist übrig geblieben vom Enthusiasmus, des eifrigen Webanfängers? Eine Tasche mit fast allen Webblättern und einigen Knäulen Garn, eine aufgezogene Kette und ca. 10cm Gewebtes aus zwei Farbknäulen. Sockenwolle, das ist perfekt zum anfangen. Aber viel zu dicht aufgezogen für dieses Material, sieht nicht aus, wie gewünscht. "Ich denke, das liegt mir nicht". Es ist so schade, weil alles auf wild drauflos hindeutet. Dabei liegt bei jedem Ashford Webrahmen eine Broschüre dabei (auf Deutsch!) wie man das Gerät zusammenbaut und loslegt. Ich weiß es, weil ich habe 2 davon.
Wie die Kette auf den Rahmen gekommen ist, weiß ich natürlich nicht, aber die Schärstreifen liegen noch lose in der Tasche. Das bunte Garn war in sich nochmal bunt und damit waren Streifen gewebt. Hat auch farblich nicht zusammen gepasst.
Als ich ihn bekommen habe, habe ich für ein paar Schüsse rückwärts gewebt. Irgendwann habe ich den Warenbaum abgewickelt die Anbindung gelöst und die Kettfäden aus dem Gewebe gezogen und das Schussgarn wider aufgewickelt.
Das Umswitchen auf ein gröberes Webblatt war dann schon um einiges aufwändiger. Ich habe Faden für Faden aus dem feinen Blatt gezogen und in das gröbere eingefädelt... für ca. 10 Fäden, weil das garantiert auch in die Hose gegangen wäre.
Am Wochenende kam mir die rettende Idee. Einmal mehr ist mir ein Kommentar von Marlies eingefallen, dass sie beim Wechseln der Walze im Weberknecht Kreuzleisten in das Fadenkreuz legt (oder so ähnlich) Aber genau das hat es gebracht. Also habe ich flugs die schon umgefädelten Fäden zurück gefädelt. Webblatt hoch und Leiste hinten eingelegt, Webblatt runter und noch ne Leiste in das Fach eingelegt und zur Sicherheit auch noch eine dritte Leiste.
Jetzt ging das Einziehen der Fäden richtig fix, auch konnte ich jetzt von der Mitte nach außen arbeiten und so die nicht benötigten Fäden einfach liegen hinter dem Rahmen lassen. Nachdem ich noch vor dem Anbinden gesehen habe, dass ich zwei Schlitze übersprungen habe, wurden diese noch ausgebessert. Auch wenn es eine Resteverarbeitung ist, ist es kein Grund für Schluderei.
Beim Muster habe ich mich dann für das Wellenschiffchen entschieden und nur eine der beiden vorherigen Farben kommt zum Einsatz. Weil ich nicht abschätzen kann, wie lang die Kette insgesamt ist, nehme ich das Garn, von dem noch am meisten in der Tasche liegt.
Auch wenn ich dachte, es ist doch ganz leicht, das Schiffchen einfach immer um ein bissel zu versetzen beim Anschlagen, hat es doch etwas gedauert, bis ich den Bogen raushatte. Mal schauen, was am Ende rauskommt ;