12/12/2025
Ich durfte heute bei zwei Pferden Blutegel ansetzen.
Bei dem ersten arbeiten wir schon mit ein paar Sitzungen an Schwellungen (Piephake) an beidem Sprunggelenken nach sturz. Diese sind nun fast weg.
Das zweite Pferd /Pony war auf Empfehlung der Tierärztin zum umterstützen nach Zahnextraktion bei EORTH. Dies war das erste mal für mich . Es lief super .. das pony war sehr kooperativ und ich hatte das Gefühl sir spürt genau das ihr geholfen wird..
Infos zur Blutegeltherapie
Blutegeltherapie beim Pferd – Indikationen, Verwendung und Wirkmechanismen
Die Verwendung von Blutegeln (Hirudo medicinalis und verwandte Arten) besitzt eine lange Tradition in der Veterinärmedizin und wird auch heute noch als komplementäres Verfahren bei bestimmten Krankheitsbildern des Pferdes eingesetzt. Sie zählt zu den sogenannten ausleitenden Verfahren und verfolgt das Ziel, lokale Stoffwechselprozesse günstig zu beeinflussen.
Indikationen
Die Blutegeltherapie kommt beim Pferd vor allem bei Problemen des Bewegungsapparates und bei lokalen Entzündungsprozessen in Betracht. Typische Indikationsbereiche umfassen:
Arthritische und arthrotische Veränderungen
Chronische Gelenkveränderungen können mit lokalen Entzündungs- und Schmerzreaktionen einhergehen, die durch die Wirksubstanzen des Blutegels moduliert werden können.
Tendopathien und Sehnenscheidenprobleme
Bei entzündlichen Prozessen im Bereich der Sehnen und Sehnenscheiden wird die Therapie aufgrund ihrer möglichen entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften genutzt.
Hämatome, lokale Schwellungen und Stauungszustände
Durch die blutverdünnenden Substanzen des Egels kann eine Verbesserung des Abflusses und eine Entlastung gestauter Bereiche erreicht werden.
Narbengewebe und postoperative Schwellungen
In einigen Fällen wird die Blutegeltherapie zur Unterstützung der Gewebeheilung und zur Verbesserung der Mikrozirkulation angewendet.
Es handelt sich stets um individuelle tiermedizinische Entscheidungen, die von einer fachkundigen Betreuung abhängen.
Wirkmechanismen
Die therapeutische Wirkung der Blutegel ergibt sich aus einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
1. Biochemische Wirkstoffe im Speichel des Blutegels
Der Speichel (Saliva) des medizinischen Blutegels enthält eine Vielzahl pharmakologisch aktiver Substanzen, unter anderem:
Hirudin – hemmt die Blutgerinnung und fördert eine länger anhaltende lokale Nachblutung.
Calin – wirkt gerinnungshemmend und unterstützt die Gewebedurchblutung.
Hyaluronidase – erhöht die Gewebedurchlässigkeit und unterstützt die lokale Verteilung anderer Wirkstoffe.
Eglin und Bdellin – besitzen entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften.
Diese Kombination kann zu einer Reduktion von Entzündung, Schmerz und Schwellung beitragen.
2. Mechanische Entlastung
Durch die Blutaufnahme und die anschließende Nachblutung kommt es zu einer lokalen Entstauung. Dies kann Druck in entzündeten Strukturen reduzieren und eine Verbesserung der lokalen Durchblutung und Stoffwechselsituationen begünstigen.
3. Neuromodulatorische Effekte
Die Reizung der Hautrezeptoren und des lokalen Gewebes kann reflektorische Effekte im Sinne einer Schmerzlinderung hervorrufen.