04/11/2023
4:1 gegen den Tabellenzweiten
Das Gute vorab: Auf Grund einer starken Leistung des gesamten C/B-Teams, bei dem über die gesamte Spielzeit jede für jede kämpfte, stand am Ende ein verdientes 4:1 gegen das Team aus Kaspel.
Gern berichte ich hier immer mehr im Detail, wie die Spiele gelaufen sind. Aber die Ereignisse des heutigen Tages veranlassen mich leider dazu, eine andere Story zu erzählen:
Bereits während der ersten Halbzeit wurde unsere jüngste Spielerin von zwei jugendlichen Zuschauern der anderen Mannschaft so beleidigt, dass sie völlig fassungslos und tränenüberströmt zwischen den Pfosten stand. Die Torhüterin hatte zu ertragen, dass zwei Publikumszuschauer, etwa zwei Jahre älter als die Torhüterin, sie diese mit Beleidigungen überzogen. Ein weiterer denkwürdiger Moment war der Umstand, dass einige Eltern der gegnerischen Mannschaft unseren Trainern und dessen Tochter rassistisch angriffen. Ich selbst wurde nach Spielende auf dem Weg zum Auto mit meiner zwölfjährigen Tochter von einer Zuschauerin mit den Worten abgefangen: „Man sieht sich immer zweimal. Und ab jetzt sollten sie beide vorsichtig sein“. Meine Tochter saß danach im Auto, hatte Angst und sagte mir, sie wolle nie wieder Fussball spielen.
Summa summarum: Wir hatten es hier mit einem Fußballspiel der Mädchen im Bereich 12 bis 15 Jahren zu tun. Wir haben Eltern erlebt, die ihre Vorbildfunktion völlig vernachlässigt haben. Es wurden Drohungen ausgestoßen, die einer Anzeige bei der Polizei würdig gewesen wären, die noch nicht beanzeigt wurden. Die Frage dabei ist, wie gehen wir damit um, dass eine ganze Mannschaft beleidigt, rassistisch angegriffen und bedroht wird? Die Antwort ist recht einfach. Ich werde morgen im Namen der Mannschaft die Vorkommnisse dem Verband melden und diesen auffordern, sofort zu handeln. Wir können solch ein Verhalten Einzelner nicht tolerieren. Fussball steht in erster Linie, bei allem Ehrgeiz, für Fairplay.
Verbale Gewalt gegen Kinder, Rassismus und Anfeindungen haben auf unseren Spielplätzen so rein gar nichts zu suchen. Es einfach als Entgleisung einzuordnen, das kann nicht unsere Haltung sein. Ich bin Stunden nach Spielende immer noch fassungslos. Unsere Arbeit wird jetzt darin liegen, mit dem Team alles aufzuarbeiten und im Schulterschluss mit dem Verband die notwendigen Schritte einzuleiten, um alle denkbaren Konsequenzen umzusetzen.