17/06/2021
Hallo ihr lieben hochsensiblen Menschen,
die Worte von Anja Schindler haben mich so bewegt, dass ich gern noch ein paar meiner Gedanken mit euch teilen möchte.
Ich glaube tatsächlich – und damit bin ich nicht allein, dass wir ein Zellgedächtnis haben, in dem sich unsere Emotionen speichern. Wie stark der Körper emotional mitschwingt, wissen wir HSP sehr genau. Wie furchtbar die Herzgegend schmerzen kann, wenn uns geliebte Menschen verletzen. Habt ihr auch schon mal das Gefühl gehabt, dass Trennungen Löcher in den Körper reißen? Wie sehr große Trauer uns auch körperlich lähmen und wie unterdrückte Wut den Körper zerstören kann, das wissen wir alle, wenn wir von Psychosomatik sprechen.
Wenn all die negativen Gefühle sich also in unserem Körper manifestieren, dann gibt es natürlich auch ein Gedächtnis für empfundene und empfangene Liebe. Wir HSP, mit unserer riesigen Gefühlswelt, können das vielleicht noch intensiver wahrnehmen. Ich spüre Liebe wie eine fließende, wärmende Energie. Ich nehme wahr, dass sie sich direkt in meinem Körper befindet und ich kann spüren, wie sie heilt. Für mich ist sie die wahre und wirkliche Energie, die unseren Planeten zusammenhält und manchmal denke ich darüber nach, ob sie nicht auch dafür verantwortlich ist, dass Atome sich zu Molekülen verbinden und Materie erzeugen. Oder vielleicht entscheidet das Vorhandensein von Liebe, ob Materie zu leben beginnt?
Was ich sicher weiß ist, dass Menschen, die sich selbst lieben, gesünder sind, physisch und psychisch.
Was ich auch weiß ist, dass wir HSP oft so viel liebende Energie ausströmen, dass wir Menschen brauchen, mit denen wir wieder auftanken können. Die Distanz, die uns Corona aufgezwungen hat, war für so viele HSP, die es brauchen und lieben, andere Menschen in den Arm zu nehmen, ein schlimmes Problem. Wenn wir uns jetzt wieder frei bewegen dürfen, ist es darum um so wichtiger, wieder den echten, auch körperlichen Kontakt zu haben.
In meinem Leben habe ich für mich gelernt, dass Liebe meine ganz persönliche Substanz ist. Auch wenn ich verletzt und wütend bin und in mich hineinhorche, dann ist sie noch da. Und sie hilft mir, immer wieder zu vertrauen, egal wie hart mich etwas getroffen hat. Sie ist die unerschütterliche Kraft, die uns alle gleich macht. Menschen, die keine Liebe empfangen oder geben dürfen, verkümmern. Und immer, wenn ich mit meinem Herzen sehe, dann kann ich zu anderen Menschen eine wirkliche Verbindung herstellen.
Natürlich werden wir dann auch verletzlich, denn unser Herz ist geöffnet, wenn wir wirkliche liebevolle Energie abgeben. Ich habe, gerade in meiner Praxis, sehr viele HSP kennengelernt, die durch große Verletzungen Angst entwickelt haben und ihr Herz schützen. Das blockiert die Fähigkeit, Liebe auszustrahlen und ganz besonders, auf geschenkte Liebe zu vertrauen.
Gerade jetzt ist die Zeit, in der Vertrauen und fließende Liebe viele Wunden heilen könnte. So viele Menschen haben das Vertrauen verloren und ich sehe so viel Unsicherheit und Angst. Wir können helfen, glaube ich. Zuerst uns selbst, indem wir uns wieder bewusst werden, wie sehr uns Liebe heilen kann. Und dann, indem wir das Wissen darüber weitergeben. Und indem wir sie verschenken, in der Fülle, in der wir sie wahrnehmen.
Ich glaube, dass es eine Aufgabe der HSP ist, diese tiefe und heilende Energie in die Welt zu tragen. Weil wir sie so intensiv empfinden und verstehen können. Wir sind die Fackelträger der Liebe und daher lade ich euch ein, anderen Menschen so oft es euch möglich ist, mit liebendem Vertrauen zu begegnen und die Gefahr, enttäuscht und vielleicht verletzt zu werden, ein kleines Stück in Kauf zu nehmen. Denn ihr könnt damit die wunderbaren Seiten anderer ans Tageslicht bringen. Und ihr könnt helfen unsere Gesellschaft wärmer und damit sicherer zu machen, Jeder Mensch hat wunderbare Seiten und in einer liebevollen Umgebung kann er sie gefahrlos zeigen.