04/09/2026
Vielleicht ist dein Kind gar nicht dein „Trigger“.
Vielleicht ist es dein Entwicklungshelfer.
Ich weiß, das klingt im ersten Moment vielleicht ungewohnt.
Denn wenn dein Kleinkind zum hundertsten Mal „Nein!“ sagt, komplett eskaliert, sich auf den Boden wirft oder genau dann deine Nähe braucht, wenn du selbst eigentlich nur noch Ruhe möchtest, fühlt es sich erstmal ganz anders an.
Es fühlt sich an wie:
„Warum macht mich das so wahnsinnig?“
Und genau diese Frage finde ich spannend.
Nicht, um dir zu sagen, dass mit dir etwas nicht stimmt.
Nicht, damit du dich noch mehr optimierst oder eine „noch bessere“ Mama wirst.
Sondern um neugierig zu werden:
Was passiert da eigentlich gerade in mir?
Denn unsere Kinder bringen uns manchmal mit Seiten von uns in Kontakt, die im Alltag gut funktionieren dürfen – bis plötzlich ein kleines Kind mit seinen großen Gefühlen mitten hineintrifft.
Vielleicht berührt dich das Nein deines Kindes.
Vielleicht seine Wut.
Vielleicht sein Bedürfnis nach Nähe.
Vielleicht das Gefühl, nicht gehört zu werden.
Und manchmal steckt dahinter etwas, das viel älter ist als der aktuelle Konflikt.
Unsere Kinder sind keine kleinen Therapeuten.
Aber sie können unsere Entwicklungshelfer sein.
Sie zeigen uns Dinge.
Sie machen etwas sichtbar.
Und sie laden uns ein, uns selbst ein Stück besser kennenzulernen.
Und genau darum geht es für mich in meiner Arbeit mit Müttern:
Nicht darum, immer ruhig zu bleiben.
Sondern darum, dich selbst besser zu verstehen, damit du in schwierigen Momenten wieder mehr Wahlmöglichkeiten bekommst.
Vielleicht ist das nächste „Mein Kind triggert mich“ also eine Einladung, einmal innezuhalten und zu fragen:
„Was wird gerade eigentlich in MIR berührt?“
Kennst du solche Momente mit deinem Kind?
Schreib mir gerne „KENNE ICH“ in die Kommentare.