15/09/2026
Haltung ist keine feste Pose.
Beim Sitzen, Gehen, Tragen oder Trainieren entstehen unterschiedliche Anforderungen. Unser Nervensystem verarbeitet dafür fortlaufend visuelle (Augen), vestibuläre (Gleichgewicht) und somatosensorische Informationen (Körperwahrnehmung) – und passt Ausrichtung, Stabilität und Bewegung an die jeweilige Aufgabe an.
Ein gutes Beispiel ist die Bildschirmarbeit:
Langes Fokussieren im Nahbereich fordert das visuelle System. Sind Blickfolge, Blicksprünge, Fixation oder das beidäugige Sehen zusätzlich eingeschränkt, kann das Sehen schneller anstrengend werden.
Um Bildschirminhalte weiterhin gut zu erkennen, rücken manche Menschen mit Kopf und Oberkörper näher an den Monitor. Die Halswirbelsäule verlagert sich, Brust- und Lendenwirbelsäule passen sich an – die sichtbare Haltung verändert sich.
Der runde Rücken entsteht dann nicht allein durch das Sitzen. Auch die Sehaufgabe, Bildschirmposition, Ermüdung und individuelle Voraussetzungen können dazu beitragen.
Deshalb reicht es nicht immer, sich einfach „gerade hinzusetzen“. "Ergonomische" Büroeinrichtung hilft ebenfalls recht wenig. Sinnvoller können regelmäßige Blickwechsel in die Ferne, kurze Bildschirmpausen, generelle Positionswechsel und eine Überprüfung der Sehfunktion sein.
Form folgt Funktion: Verändert sich die Aufgabe, organisiert der Körper seine Haltung neu. Soll die Haltung anders werden, müsste man die Aufgabe/Funktion ändern – nicht die Form.
Im Personal Training in Heidelberg betrachten wir Haltung deshalb im Zusammenhang mit Wahrnehmung, Bewegung, Belastung und individuellem Ziel.