10/06/2026
Verbandsligist FV Fortuna Heddesheim: Rückblick 2025/26 und Kader für 2026/27
Heddesheim. Mit dem Schlusspfiff am 30. Mai 2026 um 18:45 Uhr beim TSV Reichenbach endete für den FV Fortuna Heddesheim die Verbandsligasaison 2025/2026. Die Fortuna trennte sich vom TSV mit 1:1. Für die Gastgeber bedeutete der Punktverlust letztlich den Abstieg.
Große Freude wollte im Heddesheimer Lager nach Spielende nicht aufkommen. Zum einen ließ die Fortuna mehr als ein halbes Dutzend hochkarätiger Torchancen ungenutzt und verpasste damit einen hochverdienten Sieg zum Saisonabschluss. Zum anderen war es das letzte Spiel von Cheftrainer René Gölz, der für die kommende Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen wird.
„Ich muss eine Pause vom Fußball machen. Familie, Beruf und die Aufgabe bei der Fortuna sind nicht immer in Einklang zu bringen“, erläuterte Gölz seine Beweggründe.
Damit verlässt der Architekt einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte den Verein. Unter seiner Verantwortung gelangen insgesamt drei Aufstiege – von der A-Klasse bis in die Verbandsliga Baden –, drei Teilnahmen an den Aufstiegsspielen zur Oberliga sowie zwei Vizemeisterschaften in der Verbandsliga.Verbandsliga Baden
Zu den sportlichen Höhepunkten zählen darüber hinaus der Gewinn des Morgen Masters in der Halle sowie denkwürdige Pokalspiele gegen den SV Waldhof Mannheim (1:2) vor 2.400 Zuschauern im Viertelfinale und das Halbfinale gegen den damaligen Drittligisten SV Sandhausen vor knapp 1.500 Zuschauern, das nur knapp und unglücklich mit 0:1 verloren ging.
Die Ära René Gölz, die mit kurzen Unterbrechungen von 2012 bis 2026 andauerte, hat beim FV Fortuna Heddesheim bleibende Spuren hinterlassen. Das betonte auch der 1. Vorsitzende Manfred Jordan mehrfach, zuletzt bei der Saisonabschlussfeier am 8. Juni 2026.
„Sein Wirken über eineinhalb Jahrzehnte hinweg kann man nicht hoch genug einschätzen. René Gölz war menschlich wie fachlich ein herausragender Trainer. Darüber hinaus hatte er stets die Interessen des Vereins im Blick und verstand seine Aufgabe weit über die reine Trainertätigkeit hinaus“, so Jordan.
Wehmut herrschte auch bei den Spielern, die den Verein verlassen oder kein neues Vertragsangebot erhalten haben. Denn Teamgeist, Kameradschaft und Zusammenhalt waren in der Saison 2025/2026 so ausgeprägt wie selten zuvor.
„Es hat richtig Spaß gemacht – das Team, das Trainer- und Funktionärsteam und die gesamte Saison“, sagt Kapitän Oliver Malchow, der in der kommenden Spielzeit bereits in sein neuntes Jahr bei der Fortuna geht. „Bei Oli ist es wie bei einem guten Wein: Je älter, desto besser“, ergänzt der Sportliche Leiter Sait Yalman augenzwinkernd.
Sportlich blickt die Fortuna auf eine starke Saison zurück. Nach der Herbstmeisterschaft belegte das Team am Ende Rang drei, nur knapp hinter dem 1. FC Bruchsal.
„Leider waren sowohl das Hinspiel als auch das direkte Duell gegen Bruchsal von spielentscheidenden Fehlentscheidungen zu unseren Ungunsten geprägt. Mit einem Sieg im Rückspiel, der durchaus möglich gewesen wäre, hätten wir definitiv die Vizemeisterschaft erreicht“, erklärt Jordan. Auch wenn Heddesheim frühzeitig auf ein mögliches Aufstiegsrecht verzichtet hatte, blieb die Vizemeisterschaft das erklärte Ziel.
„Das haben wir leider verpasst. Insgesamt war es aber eine gute Saison“, resümiert René Gölz.
Mit 70 erzielten Treffern stellte die Fortuna eine der stärksten Offensivreihen der Liga. Fabian Geckle erzielte dabei 25 Saisontore und sicherte sich damit die inoffizielle Torjägerkanone der Liga.Stadtführer
Auch defensiv präsentierte sich Heddesheim äußerst stabil. Mit lediglich 32 Gegentoren stellte die Mannschaft die beste Defensive der Liga. In der Auswärtstabelle belegte die Fortuna Rang zwei, ganz knapp hinter dem verdienten Meister 1. FC Mühlhausen.
„In zwei oder drei Spielen zu Beginn der Rückrunde konnten wir unser Potenzial nicht abrufen. Trotz spielerischer Überlegenheit standen wir am Ende ohne Punkte da. Dort haben wir unnötig Zähler liegen lassen“, analysiert Gölz.
Großer Umbruch zur neuen Saison
Zur neuen Saison steht der Verein vor einem größeren personellen Umbruch. Insgesamt 15 Spieler werden den Klub verlassen. Gleichzeitig sind 13 Neuzugänge geplant, von denen bereits zehn verpflichtet wurden. „Wir setzen auf einen Mix aus erfahrenen Spielern unserer bestehenden Achse und jungen, talentierten sowie entwicklungsfähigen Akteuren“, erklärt Sait Yalman.
Nachfolger von René Gölz wird Feytullah Genc, den Gölz selbst dem Verein empfohlen hatte. Moses Kopotz bleibt dem Trainerteam als Co-Trainer und Videoanalyst erhalten.
Manfred Jordan blickt realistisch auf die bevorstehenden Herausforderungen:
„Wir vertrauen dem neuen Trainerteam und wissen zugleich um die Schwere der Aufgabe. Wir verlieren zahlreiche Leistungsträger und stellen den Kader nahezu komplett neu auf. Trotz einiger erfahrener Spieler wird die Mannschaft deutlich verjüngt. Unser Ziel ist es nicht, um den Aufstieg mitzuspielen. Eine Oberliga passt leider nicht, da es im Verein an allen Ecken und Enden an Mitwirkenden fehlt. Wir wollen attraktiven Verbandsligafußball zeigen, jedem Gegner das Leben schwer machen und die neuen Spieler Schritt für Schritt integrieren. Dieser Prozess wird Zeit benötigen.“
Spielerabgänge (15)
Tim Kallis (Torwart, pausiert), Felix Lutz (FC Bammental), Marc Lutz (ASV Eppelheim), Florian Butscher (FC Fürth), Robin Szarka (Karriereende), Ayhan Sabah (Ziel unbekannt), Giuliano Cultrera (pausiert), Nathan Esslinger (Ziegelhausen-Peterstal), Fabian Geckle (SV Spielberg), Luca Graciotti (Ziel unbekannt), Topaz Kronmüller (FC Nöttingen), Lotfi Graidia (Ziel unbekannt), Enis Baltaci (TuS Altrip), Yunus Karakaya (Jahn Zeiskam), Marcel Gessel (FK Srbija Mannheim).Stadtführer
Neuzugänge (11)
Marc Wörlitz (Torwart, FC Östringen), John Dos Santos (Torwart, Wormatia Worms), Christian Moura (SC 1910 Käfertal), Keshawn Pownall (U19-Bundesliga SV Sandhausen), Juro Mendesevic (U19-Bundesliga SV Sandhausen), Achraf Khardi (U19-Regionalliga SC Ludwigshafen), Mikail Sentürk (U23 SV Waldhof Mannheim), Kimo Resch (U23 SV Waldhof Mannheim), Percy Felix (VfR Fehlheim), Mohammad Biazid (TSG 62/09 Weinheim), Derrick Owusu (VfR Mannheim U23).
Im Kader verbleiben (9):
Dennis Broll, Oliver Malchow, Nestor Djengoue, Pasquale Marsal, Mario Müller, Marcel Schwöbel, Thomas Meier, Leon Edobor und Gilles-Florian Djahini.
Der Trainingsauftakt für die rund sechswöchige Vorbereitung auf die neue Saison ist für den 3. Juli 2026 vorgesehen. Geplant sind sechs Testspiele sowie die Teilnahme am Verbandspokal.
Pressemitteilung FV Fortuna Heddesheim