06/03/2022
Entwicklung von Tempohärte, Laktatverwertung und Laktattoleranz: Schaffung der Voraussetzungen durch gezieltes Intervalltraining
Intervalle eignen sich besonders, um Laktat später als wertvollen Brennstoff nutzen zu können und damit hohe Intensitäten sowie Geschwindigkeiten zu realisieren. Wie die Bereiche Ausdauer und Kraft, kann auch die Laktattoleranz und -verwertung gezielt trainiert werden. In Sachen Intervalltraining gibt es verschiedene Möglichkeiten und Intensitäten um die wettkampfspezifische Ausdauer zu verbessern. Entscheidend ist hier vor allem die Belastungsstruktur des Rennens. So stellt ein Kriterium mit Kurven die nicht wirklich rollen, völlig andere Anforderungen als ein Straßenrennen bei dem es überwiegend gerade aus geht. Besonders geeignet für Kriteriums- und Rundstreckenrennen sind 30/30 oder 40/20 Intervalle. Auf 30 bis 40 Sekunden mit hoher Belastung, folgen 30 bzw. 20 Sekunden in denen locker gerollt wird. Dies erfolgt 10 Minuten am Stück und kann zwei- bis dreimal wiederholt werden. 8 bis 10 Minuten "Pause" im ruhigen GA 1 lassen keine vollständige Erholung zu, aber eine teilweise Auffüllung der Speicher. Nur wenn es gelingt, die Intensität zu halten oder zu steigern ist ein effektives Training möglich. Damit der Organismus schon vor den Intervallen auf Laktatverwertung umstellt, kann vor den 40/20 oder 30/30 Einheiten 5 Minuten im GA 2/EB Bereich gefahren werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Intervalle progressiv zu steigern und jede Serie etwas intensiver zu gestalten. Dies zeigt gleichzeitig an, was am aktuellen Trainingstag "machbar" ist. Umso höher die Form steigt, desto kürzer können die Pausen gestaltet werden.
Für Straßenrennen können auch längere Intervalle genutzt werden. Vor allem Abschnitte über 15 bis 20 Minuten im GA 2 Bereich eignen sich den Organismus an das "Ekeltempo" anzupassen, welches teilweise im Feld gefahren wird. Hier sollten die ruhigen Phasen der Dauer des Intervalls entsprechen, um nicht zu früh zu ermüden. Rhythmuswechsel können durch Kreuzintervalle an der anaeroben Schwelle trainiert werden. Dabei gilt es einige Minuten unter der jeweiligen Schwelle zu bleiben und im Intervall die Intensität zu erhöhen. Dabei geht die Belastung über die Schwellenleistung und wird im Anschluss wieder herunter gefahren. Dies kann je nach Form mehrmals im Intervall wiederholt werden. Da diese Trainingsform sehr intensiv ist, gilt es diese eher dosiert einzusetzen. Je nach Profil des Wettbewerbs können die Intervalle in der Ebene oder am Berg absolviert werden. Im Anstieg ist es zusätzlich möglich, zwischen Sitzen und Wiegetritt zu wechseln. Eine weitere Möglichkeit ist es, ein Finale in die Intervalleinheiten zu integrieren und dies von Woche zu Woche zu steigern. Die Finaleinheiten können auch separat durch kurze hochintensive Intervalle bis zu 5 Minuten trainiert werden. Am Ende kann nur das abgerufen werden, was im Vorfeld trainiert wurde. Umso "passender" die Arbeit im Vorfeld, desto "einfacher" die Umsetzung im Rennen.