Die Schreibweise ist nur eine unterschiedliche Übersetzung ein und derselben japanischen Schriftzeichen in die lateinische Schrift und dient inzwischen auch zur Unterscheidung der verschiedenen Systeme. Jiu ( Ju, Dschiu ) - sanft, geschmeidig
Jitsu ( Jutsu, Dschutsu ) - Kunst
Ju Jutsu kann also als sanfte Kunst der Selbstverteidigung bezeichnet werden. Ju Jutsu ist die moderne Selbstverteidigung
aus der Praxis für die Praxis. Sie ist leicht erlernbar, vielseitig anwendbar und äußerst effektiv. Ju Jutsu geht zurück auf die in Jahrhunderten entwickelten waffenlosen Selbstverteidigungssysteme Asiens, insbesondere Japans. Nahezu alle im Ju Jutsu entwickelten Elemente stammen aus Kampfkünsten, die sich mit speziellen Gebieten der Selbstverteidigung auseinandersetzen und diese perfektioniert haben. Neben den Grundelementen Bewegungsformen, Falltechniken, Abwehrtechniken, Schläge und Tritte sind ebenso Wurf-, Würge- und Hebeltechniken der unterschiedlichsten Form im Ju Jutsu vertreten. Alle Techniken können, je nach Situation und Notwendigkeit, sowohl in sehr harter und zerstörerischer Form als auch relativ sanft angewendet werden. Dies eröffnet dem Verteidiger stets die Möglichkeit, sich im Rahmen der gesetzlich geforderten Verhältnismäßigkeit zu bewegen. Die Härte der Verteidigung sollte dem Angriff angemessen sein, so daß kein Mißverhältnis entsteht. Jahrhunderts wurde das Jiu-Jitsu durch heimkehrende Seemänner und japanische Abgesandte auch in Europa bekannt. Die Griffe und Schläge wurden im Laufe der Zeit mit Ringergriffen und Boxtechniken vermengt und als Selbstverteidigung propagiert. In den 60er Jahren war dieses ‚System‘ allerdings nicht mehr zeitgemäß, da die Gewaltbereitschaft der Täter und die Rücksichtslosigkeit gegenüber ihren Opfern erheblich zugenommen hatte. Auch waren die Angriffe raffinierter, vielfältiger, brutaler und wesentlicher gefährlicher geworden. Somit galt es, dieser Entwicklung ein Selbstverteidigungssystem entgegenzusetzen, das leicht erlernbar ist, von Personen jeden Alters und Geschlechts angewendet werden kann und eine optimale Wirkung erzielt. Hochgraduierte Kampfsportler wurden daher damit beauftragt, die Voraussetzungen für eine effektive, moderne Selbstverteidigung zu erarbeiten. Als Ergebnis wurde 1969 das neue Ju Jutsu in Deutschland eingeführt. Dieses System geht nicht mehr vom Angriff aus, sondern primär von den Selbstverteidigungstechniken, die überwiegend aus Grundformen des Judo, Karate und Aikido ausgesucht wurden. Jede Verteidigungstechnik ist gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. Ziel ist es, die Bewegungsabläufe durch ständiges Training so zu automatisieren, daß die Verteidigung ohne Nachdenken erfolgt, d.h. automatische Reflexe im Unterbewußtsein ablaufen. Seit seiner Einführung entwickelte sich das Ju Jutsu ständig weiter. Im Laufe der Zeit wurden neue Techniken aus den verschiedensten Kampfkünsten in das Ju Jutsu integriert. Diesen Erneuerungen wurde im Jahre 2000 mit einer großen Umstrukturierung des Prüfungsprogramms Rechnung getragen.