06/11/2023
Runter vom Sofa, rein in die Schuhe…..warum?
Das erklärt Dir Slow Jogging Germany hier on point.🎯✅👌🏽
Sitzen, sitzen, sitzen, …
Immer länger verbringen die Deutschen ihre Tage im Sitzen. Die letzte repräsentative Bevölkerungsumfrage zu Beginn dieses Jahres ergab, dass Erwachsene im Schnitt täglich 9,2 Stunden sitzen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar mehr als 10 Stunden. Damit steigt wissenschaftlich gesichert das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit, Bluthochdruck. Gefäß- und Herzkreislaufleiden – und infolgedessen auch die Gefahr eines frühen Todes. So fordern Präventionsexpert:innen seit Jahrzehnten, dass wir uns mehr bewegen, insbesondere mit Ausdaueraktivitäten.
In diesem Jahr wurden einige Studien abgeschlossen, die sich mit Fragen rund um das Thema befassten. So kam eine Metaanalyse von 17 Studien zu dem Ergebnis, dass jede 1.000 Schritte mehr pro Tag = 5 Minuten Slow Jogging das Sterblichkeitsrisiko um 15% senken. Einen nennenswerter gesundheitlicher Nutzen wird gemäß dieser Studie bereits mit 4.000 Schritten pro Tag = 20 Minuten Slow Jogging erzielt.
In einer anderen prospektiven Bevölkerungsstudie mit mehr als 78.000 Teilnehmenden wurde überprüft, welche Wirkung die tägliche Schrittzahl auf das Risiko einer Herz- oder Krebserkrankung hat. Ergebnis: Je mehr Schritte, desto geringer das Risiko. Die Empfehlung der Autoren: 10.000 Schritte pro Tag. In dieser Studie stellte sich zudem heraus, dass auch die Zahl der Schritte pro Minute (Kadenz) einen wichtigen Zusatzeffekt hat: Je höher die Kadenz, desto größer der zusätzliche Gesundheitsnutzen. Zur Erinnerung: Beim Slow Jogging empfehlen wir eine relativ hohe Kadenz von 180 Schritten pro Minute oder mehr.
Eine ebenfalls in diesem Jahr erschienene Studie von norwegischen Wissenschaftler:innen untersuchte den Zusammenhang zwischen Sitzen und körperlicher Aktivität als gesundheitliche Gegenmaßnahme. Es wurden Daten von mehr als 12.000 über 50-jährigen Personen aus 4 prospektiven Bevölkerungsstudien ausgewertet. Die Auswertung ergab ein sehr interessantes Ergebnis: Ab 22 Minuten täglicher, mindestens moderater Aktivität wurde das 38% erhöhte Sterberisiko der mehr als 12 Stunden sitzenden Menschen vollkommen eliminiert. Aber auch schon 10 Minuten körperlicher Aktivität führten zu einer nennenswerten Risikosenkung bei den Vielsitzern.
Zumindest für Herz-Kreislauferkrankungen muss einschränkend erwähnt werden: Der präventive Effekt von körperlicher Bewegung scheint nur mit Hilfe von Freizeitaktivitäten zu funktionieren. In einer aktuellen niederländischen Studie bestätigte sich erneut das „Physical Activity Paradox“, dass Menschen mit erhöhter bzw. harter körperlicher Berufstätigkeit (selbst mit höherem Bildungsabschluss) davon nicht profitieren können, sondern im Gegenteil gesundheitlich stärker gefährdet sind.
Fazit: Abgesehen von zahlreichen sonstigen Vorteilen ist schon relativ wenig leichte, aber tägliche körperliche Freizeitbewegung sehr wirksam, um den negativen Gesundheitsfolgen des vielen Sitzens, dem wir heute oftmals schon aus beruflichen Gründen ausgesetzt sind, erstaunlich effektiv entgegenzuwirken. Und um die Motivation nicht zu verlieren, sollte die Aktivität einfach, unkompliziert und emotional belohnend sein. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir wieder einmal: Slow Jogging – bei jeder sich bietenden Gelegenheit und am besten täglich. 🙂
Quellen:
Froböse I, Wallmann-Sperlich B (2023) DKV-Gesundheitsreport
Del Pozo Cruz B et al. (2023) Prospective Associations of Daily Step Counts and Intensity With Cancer and Cardiovascular Disease Incidence and Mortality and All-Cause Mortality. JAMA Internal Medicine
Sagelv EH, et al. (2023) Device-measured physical activity, sedentary time, and risk of all-cause mortality: an individual participant data analysis of four prospective cohort studies. British Journal of Sports Medicine
Bonekamp N, et al. (2023) Leisure-time and occupational physical activity and health outcomes in cardiovascular disease. Heart (British Medical Journal)