27/05/2018
Das kann ich zu 100% unterschreiben.
... für diesen Satz wurde ich in einem Pferdeforum einmal fast »gesteinigt«, es entwickelte sich ein Sh*tstorm, der mir den Atem verschlug. In vielen »Lehren«, die mit Pferden zu tun haben, ist das immer noch ein No-Go. Das Pferd muss unsere Grenzen beachten. Immer. Aber das Pferd hat kein Recht Grenzen zu setzen. Tut es dies, gilt es als widersätzlich.
Was steckt dahinter? Eine merkwürdige Sicht auf das, was Grenzen sein sollen. Viele Menschen glauben immer noch, wenn sie ein Pferd sehen, das viele Grenzen setzt, dass dieses Pferd dominant ist und sie dominieren will. Dabei könnte dieses Pferd vielleicht auch einfach viel sensibler sein, und mehr Achtsamkeit benötigen. Vielleicht setzt es starke Grenzen, weil ihm sonst keiner zuhört, bei seinem Bedürfnis nach Raum? Und Achtsamkeit?
Bevor ich bei Linda mehr über die Grenzen und Grenzsetzungen von Pferden gelernt habe, hatte mir schon eine Stute gezeigt, dass ihre Grenzsetzungen mit der Ignoranz der Menschen zu tun hatte, die einfach nicht beachteten, was sie als Pferd brauchte: nämlich ein präziseres Zuhören als andere. Es bedurfte nur eines einzigen Augenblicks um das herauszufinden – und ihr Leben zu verändern. Ja – so dramatisch war das für sie wirklich. Ich unterstellte ihr nicht Widersätzlichkeit als sie die Ohren anlegte, sondern ich blieb einfach kurz stehen und wartete einen Augenblick ab, wich aber nicht zurück. Ich liess ihr Zeit. In dem Moment leuchtete im Auge der Stute ein Glanz auf. Kurz darauf gingen die Ohren nach vorne und sie wollte wissen, wer ich bin. Wir wurden Freunde.
Foto: Andreas Schmidt