26/10/2020
Ein Spektakel für die Zuschauer
Wir unterliegen dem Tsv Glinde in einem furiosen Spiel mit 5:6.
Zum Heimspiel vor ausverkauftem Haus hatten wir uns gegen die Glinder einiges vorgenommen, doch davon war anfänglich wenig zu sehen. Unser Spiel war sehr zerfahren und Kombinationen in der gegnerischen Hälfte waren eher Mangelware. Die Glinder strotzen auch noch nicht vor viel Spielwitz, waren jedoch bei Standards brandgefährlich und hätten schon früh durch zwei Ecken mit 2:0 in Führung gehen können.
Folgerichtig erzielten sie durch eine solche dann auch das 1:0 in der 43. Spielminute.
Ab hier hätte noch keiner ahnen können was in der zweiten Hälfte für ein Feuerwerk beider Mannschaften abgefeuert werden würde.
Die zweite Hälfte begann dann gleich wie die erste aufgehört hatte, nämlich mit einem weiteren Tor der Glinder zur 2:0 Führung.
Doch so leicht wollten wir uns nicht geschlagen geben und so erzielte Youngster Niko Scharnhorst gleich 3 Minuten später nach schönem Pass von Jani Meier den 1:2 Anschlusstreffer. Nur 6 Minuten später dann ein Vollsprint über die Aussenlinie durch Tim Bandahl (Ja, wirklich im Vollsprint) dem eine scharfe Hereingabe folgt, die ein Glinder Pechvogel in die eigenen Maschen lenkte.
Nun folgte ein wilder Schlagabtausch. Wieder nur 3 Minuten später erzielte Glinde die erneute Führung um sie weitere 5 Minuten wieder abzugeben und 2 anschließende Minuten später in Rückstand zu geraten.
Erneut waren es Niko Scharnhorst und Jani Meier die zum 3:3 und 4:3 trafen.
Nun freuten wir uns und hofften auf einen bis zu diesem Zeitpunkt verdienten Heimsieg.
Aber leider kam der Gegner aus Glinde wieder zurück und erzielte in der 78., 80. und 88. Minute drei Treffer die unsere Feierlaune rapide beendete.
Ebenfalls in der 88. Minute konnte Vito Walter zwar noch auf 5:6 verkürzen, mehr war aber leider nicht drin.
Unsere starke Moral wurde leider nicht belohnt und wir müssen den Gegnern aus Glinde ein großes Kompliment für ihren Kampfgeist und Siegeswillen aussprechen durch den sie nach 90 Minuten verdiente 3 Punkte entführen konnten.
Auch wenn zwischenzeitlich eine fantastische Energie auf dem Platz spürbar war, die sich bis zu den Zuschauern nach draußen übertragen hat müssen wir uns an die eigene Nase fassen und als gesamte Mannschaft die Defensivarbeit wieder ernster nehmen. 5 eigene Tore sind top, 6 Gegentore unmöglich.
Und zum Schluss noch etwas aus dem Kuriositätenkabinett:
In der 85. Minute wechselte unser Trainer Kerem Yildirim unseren 6er Eugene Graske aus. Nachdem dieser den Platz verlassen hatte, wollte der für ihn einzuwechselnde Spieler den Platz betreten, wurde jedoch vom Linienrichter aufgehalten. Der Grund: Der Assistent hatte eine vermeintlich andersfarbige Unterziehhose bei unserem Spieler gesehen.
Der Witz: Es handelte sich um die Unterhose unseres Spielers.
Dem Linienrichter war dies jedoch ziemlich egal und gab vor, er dürfe erst auf den Platz wenn er die Unterhose ausgezogen hätte.
Da wir nun schnell auffüllen wollten ging unser Spieler hinter die Bank und zog sich dort seine Unterhose aus..
Soweit so „gut“. Nun allerdings warteten wir vergeblich darauf, dass der neue Spieler den Platz betreten durfte. Ausgewechselt wurde bereits, nur die Einwechslung wollte der Hauptschiedsrichter partout nicht zulassen.
Unserem Trainer platzte an der Seite fast der Kragen und er monierte mehrfach, dass man nun bitte endlich den Wechsel vollführen sollte.
Nach einer weiteren Spielunterbrechung kam der Hauptschiedsrichter dann zur Bank und.. zeigte unserem Trainer die Gelb-Rote Karte.
Der Spieler ohne Unterhose durfte dann zumindest endlich auf den Platz.
Dem neutralen Zuschauer wurde durch diese Szene gut vor Augen geführt, dass neben der (absolut berechtigten) Debatte um Sicherheit und Respekt für und vor Schiedsrichtern im Amateurbereich eine Debatte um deren Verhalten und Machtmissbrauch der Unparteiischen ebenso zwingend geführt werden müsste.
Nun geht es ja eh erst mal in eine weitere Corona-Pause und wir sind gespannt, wann wieder Punktspiele zugelassen werden.
Bis dahin, bleibt Gesund und nehmt aufeinander Rücksicht.
Nur der SCE
Vielen Dank an Holger Möller für die tollen Fotos