04/03/2026
Die Jugend ist unsere Zukunft!
Zum vergangenen Spiel gegen die Indians aus Hannover präsentierten wir ein Spruchband, das sich mit der aktuellen Thematik rund um die Finanzierung der Jugendhilfe in Halle auseinandersetzt. Was war passiert? Und warum interessiert uns das so sehr?
Die Stadt Halle kämpft derzeit mit einer extrem schwierigen Haushaltslage, die in vielen Bereichen zur Streichung öffentlicher Gelder führt. Davon bleibt auch die Jugendarbeit nicht verschont, die oft von freien Trägern unter Finanzierung aus kommunalen Geldern gestemmt wird. Hinzu kam kürzlich ein Auszahlungsstopp dieser Gelder, der dadurch entstand, dass das ursprüngliche Haushaltkonzept, das von der Stadt vorgesehen war, nicht genehmigt wurde. In der Folge mussten die freien Träger nun aus eigener Tasche in Vorleistung gehen, um ihre Arbeit mit Kindern & Jugendlichen überhaupt fortsetzen zu können. Wie bedrohlich und prekär das Ganze ist, brauchen wir nicht weiter ausführen.
Bis Ende März ist die Stadt nun in der Pflicht, ein Konsolidierungskonzept für den Haushalt vorzulegen, um diesen endlich genehmigt zu bekommen. Dieses Konzept muss einerseits die finanziellen Defizite der Stadtkasse händeln, andererseits dennoch die Jugendarbeit sicherstellen. Damit beides unter einen Hut passt, müssen wohl oder übel Prioritäten gesetzt werden.
Genau diese Prioritätensetzung ist der Kern der Sache: Wofür gibt man Geld aus? Für wertvolle und nachhaltige Jugendarbeit? Oder doch nicht etwa für eine (erneute) Ertüchtigung des Riebeckplatzes, damit er den Ansprüchen eines Prestigebaus "Zukunftszentrums" gerecht wird? Und doch, genau so geschieht es. Halle selbst nimmt diverse Millionen in die Hand, die (neben der ein oder anderen Landes- und Bundesmillion) in einen Protzbau fließen, dessen gesamtgesellschaftlicher Nutzen für die Stadt doch eher infrage steht.
Konfrontiert mit dieser fragwürdigen Situation, reagiert die Stadt reflexartig mit dem Argument, es handele sich "um einen anderen Topf". Das mag sein. Am Ende entscheidet aber trotzdem genau Ihr Stadtoberen, in welchem Topf welche Mittel landen. Prioritätensetzung eben.
Warum uns das jetzt so wichtig ist? Ganz einfach: Wir selbst bestehen zu großen Teilen aus einem jungen Haufen. Viele von uns haben von diesen Angeboten profitiert und uns zu den Menschen gemacht, die wir heute sind. Wir verstehen ganz genau, wie es für die betroffenen Kinder & Jugendlichen ausgeht, wenn diese Angebote auf einmal nicht mehr existieren. Und deshalb machen wir den Mund auf und solidarisieren uns mit der halleschen Jugendarbeit.
Worin seht Ihr also die Zukunft dieser Stadt? Im Prestigebau für Abermillionen oder vielleicht doch eher in der Jugend unserer Stadt?!
Prioritäten setzen, Halle!