Immanuel Kant kulinarisch

Immanuel Kant kulinarisch Am 22. April 2024 feiert die Welt den 300. Geburtstag des großen Philosophen. Immanuel Kant wird 1724 in Königsberg geboren.

Es ist an der Zeit, den Aufklärer und begnadeten Rhetoriker als Gourmet und amüsanten Tischnachbarn kennen zu lernen. Seine Hauptschriften sind „Kritik der reinen Vernunft“, Kritik der praktischen Vernunft“ und „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. Kants Philosophie ist der Versuch, drei Fragen von grundlegender philosophischer Bedeutung zu beantworten: "Was kann ich wissen?",

"Was soll ich tun?" und "Was darf ich hoffen?". Die "Kritik der reinen Vernunft", das heißt die kritische Analyse der nur aus sich selbst schöpfenden, sich nichts aus der Erfahrung holenden Vernunft, gilt der ersten Frage. In seinem Haus treffen sich regelmäßig Menschen aus ganz Europa. Mehrmals in der Woche nimmt sich Kant drei Stunden Zeit, mit einer kleinen Gesellschaft zu speisen und geistvoll zu plaudern. „Ist meine Philosophie aktuell?“ lautet die Frage, der Kant gemeinsam mit seinen Gästen nachgeht. „Es lohnt sich, ein Vergnügen zu kultivieren, das täglich genossen werden kann“. Mit diesen Worten bittet Kant seine Gäste in den Speiseraum. Sein Lieblingsgericht: Kabeljau in Senf-Sauce. Oft verbietet sich Kant allerdings das Philosophieren bei Tisch, denn er hört sich gerne von Weltenbummlern die Berichte aus fernen Ländern an, will wissen, wie Menschen etwa in London oder Rom leben. Schließlich hat er seine Heimatstadt nur selten verlassen.

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09/08/2021

Teltower Rübchen, auch Mairübe genannt, wurde bereits im Mittelalter erwähnt. Die Speiserübe besticht durch einen Aroma-Mix aus Kohlgeschmack, leichter Süße und dezenter Rettich-Note. Als ursprüngliche Herkunftsregionen werden Polen und Finnland angegeben und die kleinen Speiserüben waren so beliebt, dass sie sich Immanuel Kant sogar bis nach Königsberg liefern ließ.

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Kants Tischgesellschaften waren immer eine Komposition von Lieblingsgerichten und Lieblingsweinen, Lieblingsgästen und L...
07/05/2021

Kants Tischgesellschaften waren immer eine Komposition von Lieblingsgerichten und Lieblingsweinen, Lieblingsgästen und Lieblingsthemen. Das schätzte der Gastgeber an seiner Tafelrunde: "Bei einer vollen Tafel, wo die Vielheit der Gerichte nur auf das lange Zusammenhalten der Gäste abgezweckt ist, geht die Unterredung gemächlich durch drei Stufen: 1. Erzählen (Neuigkeiten, Briefe, Zeitungen), 2. Resonieren (Meinungsstreitfragen). Wenn nämlich der erste Appetit befriedigt ist, so wird die Gesellschaft schon lebhafter und es entsteht ein edler Wettstreit infolge der Verschiedenheit der Beurteilungen über das selbe Subjekt; dadurch wird der Appetit für Schüssel und Bouteille rege. 3. Scherzen (Anekdoten, lautes fröhliches Lachen). Weil das Vernunfteln immer eine Art von Kraftanstrengung bedingt, die aber durch redlichen Genuss endlich beschwert wird, so erfolgt natürlicherweise der Übergang in bloße Spiel des Witzes. So endigt die Mahlzeit mit Lachen, das die Natur durch Bewegung des Zwerchfelles und der Eingeweide ganz eigentlich für den Magen zur Verdauung bestimmt hat.“

Quelle: Walter Becker: In der Stadt der reinen Vernunft, Zwei Kulturgeschichtliche Kapitel aus Alt-Königsberg, Kants Tafelrunde, Kants Spaziergang zum Philosophendamm, Insterburg 1932

Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen zum 300. Geburtstag Immanuel Kants im Jahr 2024. Die Philosophie des Kosmopoliten aus Königsberg ist so aktuell wie lange nicht.

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In einer besseren Welt würde man sich an einen Tisch setzen, gemeinsam speisen und philosophieren...

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Kann man Immanuel Kant als "Königsberger Senfanrührer und Médocliebhaber betiteln"? Und wie steht es mit der  ungeschrie...
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Kann man Immanuel Kant als "Königsberger Senfanrührer und Médocliebhaber betiteln"? Und wie steht es mit der ungeschriebenen Kritik der kulinarischen Vernunft?

Für ein gastrosophisches Magazin wie „Tartuffel“, führt kein Weg an Immanuel Kant vorbei.

"Kant aß nur einmal im Tage, und zwar zu Mittage, aber mit einem sehr starken Appetit. Den ganzen übrigen Tag genoß er n...
26/05/2018

"Kant aß nur einmal im Tage, und zwar zu Mittage, aber mit einem sehr starken Appetit. Den ganzen übrigen Tag genoß er nicht das Mindeste außer Wasser. Sein Tisch bestand aus drei Schüsseln, nebst einem Beisatz von Butter und Käse, und im Sommer noch von Gartenfrüchten. Die erste Schüssel enthielt jederzeit eine Fleisch-, größtenteils Kalbssuppe mit Reis, Graupen oder Haarnudeln. Er hatte die Gewohnheit, auf seinem Teller noch Semmel zur Suppe zu schneiden, um sie dadurch desto bündiger zu machen. In der zweiten Schüssel wechselten trockenes Obst mit verschiedenen Beisätzen, durchgeschlagene Hülsenfrüchte und Fische miteinander ab. In der dritten folgte ein Braten; ich erinnere mich aber nicht, jemals Wildpret bei ihm gegessen zu haben. Des Senfs bediente er sich fast zu jeder Speise... Butter und Käse machten für ihn noch einen wesentlichen Nachtisch aus. ... Er aß ein feines, zweimal gebackenes Roggenbrot, das sehr wohlschmeckend war. Der Käse wurde öfters fein gerieben auf den Tisch gesetzt. ... Bei großen Gesellschaften kam noch eine Schüssel und ein Beisatz von Kuchen hinzu. Die Lieblingsspeise Kants war Kabljau. Er versicherte mich eines Tags, als er schon völlig gesättigt war, dass er noch mit vielem Appetit einen tiefen Teller mit Kabljau zu sich nehmen könnte." Man sieht, unser Philosoph, an das gute Essen in feinen Gasthäusern gewöhnt, verschmähte auch in seinem Hause eine gute und reichliche Tafel nicht, deren einzelne Gänge er selbst anordnete; indes wenn er auch auf gute Zubereitung und deshalb eine geübte Köchin sah, mochte er doch am liebsten "eine gute Hausmannskost ohne alle Delikatessen". Zu seinen Leibgerichten gehörten vielmehr Pastinakmöhren mit geräuchertem Speck, dicke Erbsen ("der muß ja ein Ochs sein, dem das Gericht nicht schmeckt", erklärte er noch bei seiner letzten Geburtstagsfeier 1803) mit Schweinsklauen, Teltower Rüben, die ihm sein Schüler Kiesewetter aus Berlin, und Göttinger Würste, mit denen ihn von der Leinestadt her sein früherer Famulus Lehmann sowie der Buchhändler Nicolovius versorgten, berichtet sein früherer Schüler Jachmann (S. 166—170).

Wer kann bei dieser Gemüsekombination mit feiner Rosmarin- und Knoblauchnote sowie gerösteten Nüssen schon widerstehen?

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09/05/2018

Im 18. Jahrhundert begann man mit der maschinellen Senfherstellung, wie es geht zeigt eine interessante Dokumentation.Traditionell wird der Senf mit Traubenmost vermischt, was von lateinisch mustum ardens (brennender Most) über das altfranzösische mostarde zum deutschen, heute nur noch landschaftlich gebrauchten Namen Mostrich oder Mostert und zum englischen mustard führte. Heute übliche Grundzutaten sind neben Senf noch Wasser, Essig und Salz. Je nach Sorte können auch verschiedene Gewürze und andere Zutaten hinzukommen.

Senf - Der kleine Scharfmacher DOKU HDTV 720p

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26/04/2017

Kabeljau in Senfsauce
Zubereitungszeit ca. 15−20 Minuten

Zubereitung:
Senfsauce:
Zwiebel in feine Würfel schneiden, Butter in einer Pfanne zerlassen, Zwiebeln darin glasig anschwitzen. Mit Weißwein und Brühe ablöschen, auf die Hälfte einkochen (reduzieren). Anschließend Schlagsahne, Crème fraîche (oder Schmand) und Senf einrühren. Mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren mit einem Mixstab aufschäumen.

Kabeljaufilets:
Unter fließend kaltem Wasser waschen und mit Küchenpapier abtupfen. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft auf beiden Seiten würzen und anschließend in Mehl wenden.

Olivenöl in einer beschichteten Pfanne mittelstark erhitzen, den Fisch auf jeder Seite ca. 3−5 Minuten (je nach Dicke des Filets) braten. Auf Tellern mit der aufgeschäumten Senfsauce anrichten.

Tipp: Als Beilage passen Bratkartoffeln und Gurkensalat.Verfeinern Sie das Gericht, indem Sie frisch gehackten Dill darüber streuen.

Zutatenliste:
600 g Kabeljaufilet
grobes Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 EL Zitronensaft, 3 EL Olivenöl
1 EL Mehl
---
Für die Senfsauce:
1 Zwiebel
40 g Butter
100 ml trockener Weißwein
400 ml Fischfond
150 ml Schlagsahne
150 ml Schmand oder Crème fraîche
3 EL Senf, mittelscharf
1 TL Zucker
1 TL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

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