Executive Health - Ilka Wendlandt

Executive Health - Ilka Wendlandt Executive Health Coaching - Performance und Resilienz für Entscheider

Coaches, die nur Informationen liefern und 08/15-Programme verkaufen, werden KI nicht überleben. Und das sollten sie auc...
09/06/2026

Coaches, die nur Informationen liefern und 08/15-Programme verkaufen, werden KI nicht überleben. Und das sollten sie auch nicht.

Die Realität spricht nämlich eine deutliche Sprache:

Bereits jetzt stellen 40 Millionen Menschen ChatGPT täglich Gesundheitsfragen. OpenAI hat aus diesem Grund mit ChatGPT Health sogar eine eigene Kategorie eingeführt.

KI ist längst zum ständigen Begleiter geworden. Auch für Führungskräfte.

Sie übernimmt inzwischen Aufgaben, für die früher ein Trainer oder Coach gebraucht wurde:

→ Trainingspläne entwickeln und anpassen
→ Haltungs- und Bewegungskorrektur
→ Ernährungs- und Makronährstoff-Coaching
→ Fitnesstracker-Daten auswerten
→ Laborwerte analysieren und erklären

Wer als Coach oder Trainer nur Dinge verkauft, die ein Chatbot schneller und billiger kann, fliegt raus.

Aber:
KI stößt an Grenzen. Und zwar immer dort, wo sich dein wahres Leben abspielt.

Beispiel:

Dein Armband erfasst Daten und weiß, dass deine HRV gesunken ist. Aber es weiß nicht, warum. Nämlich dass du drei Tage durchverhandelt hast, seit einer Woche nonstop unterwegs bist und kaum Tageslicht siehst.

→ KI erklärt Daten. Dein Leben als Führungskraft kennt sie nicht.
→ KI gibt statistische Empfehlungen. Ob sie für dich diese Woche tatsächlich machbar sind, ist ihr egal.
→ KI hat kein Gespür für akute mentale Belastungen oder Verletzungen.
→ KI übernimmt keine Verantwortung.
→ KI gibt dir keinen menschlichen Rückhalt, wenn du ihn am meisten brauchst.

Sie kann nicht das Urteilsvermögen entwickeln, das aus echter Erfahrung entsteht.

Natürlich nutze auch ich KI. Was ich damit aber nicht tue:
Klienten Empfehlungen geben auf Basis von Daten, die ich nie in den Kontext ihres Alltags gesetzt habe.

Nutzt du KI, wenn du Fragen zu Gesundheit und Fitness hast? Als Recherchetool oder als echten Berater?

Das 3x 60min.-Trainingskonzept funktioniert nicht. Denn es hat ein Strukturproblem. Genau genommen sogar drei.→ Nervensy...
04/06/2026

Das 3x 60min.-Trainingskonzept funktioniert nicht.

Denn es hat ein Strukturproblem. Genau genommen sogar drei.

→ Nervensystem

Der Körper unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Stressquellen. Für ihn sieht Stress immer gleich aus: Die Stresshormone sind nicht blau oder rot, nur weil sie aus einem Meeting oder einem Workout stammen. Der Körper unterscheidet auch nicht zwischen „gutem“ und „schlechten“ Stress. Stress ist Stress. Und Cortisol aus einem Krisenmeeting und Cortisol aus einer intensiven 60-Minuten-Session führen zu einer gemeinsamen allostatischen Last.

Wer als Führungskraft chronisch Höchstleistungen liefert, schickt mit einem weiteren Stressor (sprich: intensives Training) kein Aufbau-Signal ans Nervensystem, sondern verlängert und vertieft den Stresszustand. Fitness und Leistungsfähigkeit brauchen jedoch ein Nervensystem, das sich erholen darf. Nur so geschehen Anpassung und Fortschritt.

→ Compliance-Rate

Drei fixe 60min.-Termine pro Woche sind für einen CEO mit einem Kalender voller Termine und Reisen kein machbarer Trainingsplan. Sie sind ein Niederlage-Protokoll. Denn: Fällt eine Trainingssession aus, sind das 33 Prozent Verlust auf dem mentalen Konto. Die Folge: Frust, Demotivation, Neustart, Repeat.

→ Alltagsrealität

Das 3x 60min.-Format entstand für Leute mit geregeltem Feierabend und planbaren Wochen. CEOs und Unternehmer mit drei Zeitzonen in einer Woche, Geschäftsessen bis 22 Uhr und vollem Kopf nach einem 14-Stunden-Tag leben in einer anderen Lebensrealität.

Was tatsächlich funktioniert:
häufiger, dafür kürzer. Vier bis fünf Einheiten à 15 bis 20 Minuten mit Übungen, die am tatsächlichen Erholungsstatus ausgerichtet und auch auf Reisen machbar sind, passen wesentlich besser in den Kalender. Auch in einen vollen. Gerade in einen vollen.

Ich entwickle daher für meine Klientel keine Pläne für ideale Wochen. Denn die gibt es bei ihnen nicht.

Trainierst du noch nach dem 3x 60min.-Prinzip oder hast du dein Training längst an deine Realität angepasst?

„Wir können nicht nicht kommunizieren.“ – Paul WatzlawickUnd wir kommunizieren auch durch unser Verhalten. Was du tust o...
02/06/2026

„Wir können nicht nicht kommunizieren.“ – Paul Watzlawick

Und wir kommunizieren auch durch unser Verhalten. Was du tust oder nicht tust, sendet immer ein Signal. Ob du es willst oder nicht. Auch das, was du mit deiner Gesundheit machst.

Vor kurzem zog ich nach zehn Wochen gemeinsamer Arbeit mit einem meiner Führungskräfte-Kunden Bilanz. Die Ergebnisse: mehr Energie, ausgewogenere Ernährung, weniger Stress, deutlich mehr Beweglichkeit. Er hatte in zehn Wochen erreicht, was er in 35 Jahren nicht für möglich gehalten hatte.

Dann sagte er etwas, das mir wieder einmal die Augen öffnete:

„Meine Freundin hat jetzt auch mit Sport angefangen. Weil sie gesehen hat, was es bringt.“

Und weiter:

→ In der Familie wird im Urlaub jetzt gemeinsam Sport gemacht.
→ Im Büro gibt es jetzt Vollkornprodukte statt Weißmehlbrötchen.

Dafür brauchte es keinen Aufruf oder Vortrag. Es war viel einfacher, subtiler:

Er hat sich verändert und sein Umfeld hat reagiert.

Durch dein Verhalten kommunizierst du. Tagtäglich. Sichtbar für dein Team, deine Familie, dein Umfeld.
Das Signal sendest du also so oder so. Die Frage ist, welches.

Vor drei Wochen habe ich acht Trainings- und Führungstypen beschrieben: „Zeige mir, wie du trainierst und ich sage dir, ...
27/05/2026

Vor drei Wochen habe ich acht Trainings- und Führungstypen beschrieben: „Zeige mir, wie du trainierst und ich sage dir, wie du führst“.

Eine Frage kam danach immer wieder: Was müssen die einzelnen Trainingstypen konkret tun, um trotz ihrer Verhaltensmuster erfolgreich ans Ziel zu kommen?

Hier ist die Antwort.

Dein Verhalten im Training entspricht – bewusst oder unbewusst – dem Muster, das du auch in anderen Bereichen zeigst, z. B. im Management oder Unternehmensaufbau. Und genau dieses Verhaltensmuster entscheidet, ob du langfristig leistungsfähig bleibst oder dich systematisch selbst daran hinderst, Energie für deinen Alltag zu haben und deine Ziele zu erreichen.

Drei Trainingstypen als Beispiel:

→ Der Terrier
Trainiert bis zur Erschöpfung, auch wenn der Körper längst Stopp sagt. In Hochphasen wird er krank, weil ihm die Regeneration fehlt. Mehr Disziplin ist für ihn nicht die Lösung. Für ihn ist weniger definitiv mehr.

→ Der Wettkämpfer
Diszipliniert und datengetrieben – solange er Fortschritte messen kann. Regenerationsphasen empfindet er als Rückschritt. Dabei sind sie der Grund schlechthin, warum Fortschritt überhaupt entsteht.

→ Der Freigeist
Alle paar Monate kommt er mit einem neuen Trainingsansatz. Er ist schnell begeistert und genau das ist sein Treibstoff. Aber der Körper braucht Kontinuität, um sich anzupassen. Er hat viel Energie beim Start, aber kaum Energie beim Durchhalten.

Diese Verhaltensmuster mögen für diese Trainingstypen an anderer Stelle gut funktionieren, z. B. im Job als Führungskraft. Im Training angewendet arbeiten diese jedoch gegen sie.

Damit sie trotzdem an ihr Ziel kommen, bedarf es in der Regel nicht noch mehr Anstrengung. Besser ist es, sein ureigenes Muster zu verstehen und zur richtigen Zeit gegenzusteuern.

Die weiteren fünf Typen findest du in den Bildern.

Willst du mehr über dieses und weitere Gesundheitsthemen speziell für Führungskräfte erfahren, dann ist mein zweiwöchentlicher Newsletter das Richtige für dich. Anmeldung und Infos darüber findest du hier: https://tinyurl.com/mwdz3p4w.

Letzte Woche habe ich für mein KI-Projekt Freelancer gesucht. Einer der Bewerber war erst 17 Jahre alt. Ein Jungunterneh...
21/05/2026

Letzte Woche habe ich für mein KI-Projekt Freelancer gesucht. Einer der Bewerber war erst 17 Jahre alt. Ein Jungunternehmer mit eigenen Projekten, eigenen Rechnungen und eigenen Deliverables.

Zunächst war ich beeindruckt. Mit 17 schon so geschäftstüchtig. Wow.
Im nächsten Moment fand ich es eher bedenklich. Weshalb genießt er nicht einfach seine Jugend? Weshalb zieht er mit 17 bereits ein Unternehmen auf? Was treibt ihn an?

Diese Generation wächst mit dem Bild auf, das wir permanent selbst zeichnen: Hustle, Output, Getriebensein, Selbstoptimierung, Sichtbarkeit, Erfolg um jeden Preis. Wir leben vor, dass Arbeit Identität ist und Erholung Schwäche. Jetzt ahmt uns diese junge Generation nach. Mit 17! Und landet mit 20 in ihrem ersten Burnout.

Aktuelle Zahlen verstärken dieses Bild. Junge Führungskräfte bekommen 2026 deutlich mehr Verantwortung übertragen, bei geringeren Gehaltserhöhungen. Und der Druck, zu liefern, ist groß.

Was passiert, wenn diese Generation schon mit 17 zu hustlen beginnt und mit Mitte 20 ausgebrannt in ihre erste echte Führungsrolle stolpert? Du verlierst diese Mitarbeitenden durch Erschöpfung und Resignation.

Wer hat dieses Muster gebaut? Wir. Durch das, was wir zeigen und vorleben. Jeden Tag und mit jeder Entscheidung, die wir über unsere eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit treffen oder eben nicht treffen.

Wer andere langfristig führen will, muss erst lernen, sich selbst zu führen. Als strategische Grundvoraussetzung, die sich in Urteilsvermögen, Belastbarkeit und Vorbildwirkung niederschlägt. Das ist gesunde Führung. Und sie beginnt bei dir.

Die junge Generation ist nicht verrückt geworden. Sie ist ein Spiegel unserer selbst.

Die Frage ist: Schaust du hin?

Ich habe einen Fehler gemacht, jahrelang. Ich habe meinen Kunden gesagt: Frühstück ist wichtig, weil es den Stoffwechsel...
19/05/2026

Ich habe einen Fehler gemacht, jahrelang.
Ich habe meinen Kunden gesagt: Frühstück ist wichtig, weil es den Stoffwechsel ankurbelt.

Doch das ist so nicht richtig. Die Vorstellung hält sich zwar noch hartnäckig, ist aber mittlerweile nicht mehr belegt.

Ob du morgens frühstückst oder nicht, ist allein deine Entscheidung. Wenn dein Körper lange Essenspausen gewohnt ist, ist es okay, wenn du mit leerem Magen in den Tag startest.

Ich empfehle trotzdem, zu frühstücken.

Der Grund hat allerdings nichts mit Kalorien oder Stoffwechsel zu tun. Er liegt in deiner kognitive Leistungsfähigkeit und Energie als Führungskraft. Selbst wenn dein Körper gefühlt nicht nach Nahrung verlangt, dein Gehirn tut es! Es braucht eine optimale Nährstoff- und Energieversorgung.

Dein Gehirn macht etwa zwei Prozent deines Körpergewichts aus, verbraucht aber 20 Prozent deines gesamten täglichen Energiebedarfs. Sein Primärtreibstoff ist Glukose. Da die Nervenzellen diese nicht selbst speichern können, brauchen sie kontinuierlichen Nachschub über den Blutkreislauf. Fehlt dieser, schaltet dein Gehirn auf den Erhalt deiner Körpergrundfunktionen um: Atmung, Herzschlag, Kreislaufregulation. Strategisches Denken, Entscheidungsqualität, Lösungsfindung, Fokus – diese Sachen kommen danach.

Für Unternehmer und Führungskräfte, die ihren Kopf als ihr wichtigstes Kapital verstehen, ist das wichtig.

Was bedeutet das konkret?
→ Croissant, Keks, Zucker im Kaffee: geben einen kurzen Push, dann folgt der Blutzucker-Crash und deine Energie geht in den Keller.
→ Proteine, Ballaststoffe, gesunde Fette: stabilisieren deine Energie über Stunden, keine Peaks und kein Absturz.

Beim Thema „Frühstück ja oder nein“ geht es also nicht um die Frage des Kalorienzählens oder des Stoffwechsel-Boosts. Es geht um deine kognitive Leistungsfähigkeit, Konzentration und Entscheidungsqualität.

Butter bei die Fische: Bist du ein Frühstücksmensch?

Gestern Mittag: 20 Unternehmer und Führungskräfte treffen sich. Einfach um sich auszutauschen, ohne Vorträge oder Pitche...
07/05/2026

Gestern Mittag: 20 Unternehmer und Führungskräfte treffen sich. Einfach um sich auszutauschen, ohne Vorträge oder Pitches.

Das war der erste AWH Business Lunch. Das neues Networking-Format des Arbeitskreis Wirtschaft Hürth ist eine gute Idee, wie ich finde.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Mittag macht sowieso jeder. Warum also nicht mit Gleichgesinnten, mit anderen Unternehmern und Managern? Lockere Gespräche statt Programm. Wir trafen uns auf dem Euronova Campus in Hürth – einem Gelände, das sich gerade spannend entwickelt und Platz für Unternehmen verschiedener Couleur bietet.

Und was waren die spontanen Gesprächsthemen?

→ Wie die medizinische Versorgung in der Region verbessert werden kann.
→ Gesünderes Essen in Kitas und Schulen – und wie man Kinder und Eltern für eine gesündere Lebensweise gewinnt.
→ Was nach Padel und Hyrox als nächstes kommt – und wie man das in Hürth anbieten kann.

Alle drei Themen mit Gesundheitsbezug. Zufall? Ich glaube nicht.

Denn Gesundheit wird auch in Unternehmerkreisen immer wichtiger. Und wird so auch Thema beim Mittagessen.

Für mich lieferte der Business Lunch wieder den Beweis:
Ein Netzwerk entsteht nicht, indem man auf dem Papier dabei ist. Es entsteht, indem man sich zeigt, zuhört und echtes Interesse an den Menschen im Raum hat.

Zeig mir, wie du Sport machst – und ich sage dir, wie du führst.Klingt nach Quatsch? Stimmt aber.Acht Jahre Coaching mit...
05/05/2026

Zeig mir, wie du Sport machst – und ich sage dir, wie du führst.

Klingt nach Quatsch? Stimmt aber.

Acht Jahre Coaching mit Führungskräften und Unternehmern haben mir gezeigt:

Wie jemand trainiert, ist kein Zufall.

Es ist ein Spiegel seines Charakters. Und Charakter lässt sich nicht ablegen, weder beim Sport, noch im Chefsessel.

Ich habe acht Sport- und Führungstypen identifiziert:

→ Der Terrier

Im Sport: Beißt sich im Training fest, geht über Grenzen, muss gebremst werden.
Im Job: Arbeitet ohne Rücksicht auf eigene Verluste – bis zur Erschöpfung.

→ Der Vermeider

Im Sport: Will Ergebnisse ohne den dazugehörigen Aufwand.
Im Job: Redet viel, delegiert alles, vermeidet harte Arbeit und Konflikte.

→ Der Stoiker

Im Sport: Plan ist Plan. Wird gemacht. Keine Diskussion.
Im Job: Diszipliniert, verlässlich, arbeitet ab, folgt Roadmaps ohne Umweg.

Die weiteren fünf Typen findest du in den Bildern.

Wichtig: Keiner der Typen ist besser oder falsch. Aber viele wissen nicht, welchem inneren Muster sie folgen und wo es sie bremst.

Erkennst du dich in einem der Typen wieder? Oder erkennst du sofort jemanden aus deinem Team?

Traurige Nachrichten aus Italien: Motorsport-Legende Alessandro „Alex“ Zanardi ist am Freitag im Alter von nur 59 Jahren...
02/05/2026

Traurige Nachrichten aus Italien: Motorsport-Legende Alessandro „Alex“ Zanardi ist am Freitag im Alter von nur 59 Jahren verstorben. Sein Tod betrübt mich zutiefst. Ich hatte die Ehre, Alex persönlich kennenzulernen und mit ihm zu arbeiten.

Alex war eine jener seltenen Persönlichkeiten im Sport, deren Einfluss weit über den Motorsport, Meisterschaften oder Titel hinausging. Er wurde zu einem Symbol für Mut, Optimismus, Freundlichkeit und Stärke. In seiner Gegenwart verlor Klagen jede Bedeutung.

Ich halte nicht viel von Idolen. Aber Alex war jemand, den ich mir zum Vorbild nahm.

Ich lernte ihn während der Champ-Car-Premiere im September 2001 auf dem Lausitzring kennen. Jenem Rennwochenende, an dem er in einem tragischen Unfall nur 13 Runden vor Schluss beinah sein Leben verlor. Er überlebte, aber verlor beide Beine. Wie er sich nach seinem Unfall zurück ins Leben kämpfte, hatte mich schwer beeindruckt.

Mein tief empfundenes Beileid gilt seiner Familie und seinen Freunden. Die Motorsport- und Paralympics-Gemeinschaft trauert um einen Menschen, dessen Einfluss und Vermächtnis weit über den Motorsport hinausreicht.

Ruhe in Frieden, Alex.

Der 15.9.2001 hatte mein Leben geprägt.

Ich war damals Pressechefin am Lausitzring.

Rund 100.000 Zuschauer wollten das erste Rennen der US-amerikanischen ChampCar-Serie in Europa sehen.

Nur vier Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington.

Ob das Rennen überhaupt stattfinden würde, war zunächst völlig offen.

Doch wir entschieden uns, die Veranstaltung unter extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen.

Das Rennen verlief zunächst nach Plan.

13 Runden vor Schluss dann der Unfall von Alessandro Zanardi.

Allen am Lausitzring stockte der Atem. Die ARD brach die Live-Übertragung ab.

Ärzte und Rettungssanitäter kämpften um das Leben des Italieners. Sieben Mal musste Zanardi wiederbelebt werden.

Er überlebte. Verlor aber beide Beine.

Sechs Wochen später verließ Zanardi das Krankenhaus und schmiedete bereits Pläne für sein Comeback.

Ich habe ihn an diesem Renn-Wochenende persönlich kennengelernt: er war bodenständig, freundlich, begeistert von unserer Rennstrecke.

Wie er sich nach seinem Unfall zurück ins Leben kämpfte, hat mich schwer beeindruckt.

Er hegte keinen Groll, fiel in keine Opferrolle.
Er hatte nur ein klares Ziel vor Augen, Humor und Kampfgeist.

Ich halte nicht viel von Idolen. Aber Alex Zanardi ist für mich eine Inspiration. Ein Vorbild.

Hast du Vorbilder?

Alle wollen Veränderung – bis es konkret wird. Veränderungen der Gesundheit und Fitness ja, aber bitte nicht so stark. D...
30/04/2026

Alle wollen Veränderung – bis es konkret wird. Veränderungen der Gesundheit und Fitness ja, aber bitte nicht so stark.

Das erlebe ich bei Führungskräften häufig.
Der Grund: Der Mensch setzt Veränderung intuitiv mit Verlust gleich. Und nimmt Verzicht doppelt so stark wahr wie Gewinne.

Ein Verzicht kommt schnell, ist absehbar und trifft die eigenen Lebensumstände, den eigenen Alltag.

Gewinne solcher Verzichte sind dagegen häufig nicht sofort spürbar. Sie sind zu Beginn eher abstrakt.

Daher sagen Executives innerlich impulsiv: Veränderungen ja, aber nicht so sehr. Nicht jetzt.

Alkohol auf Feiern reduzieren? Sozial fragwürdig. Gemüse statt Pizza? Unzumutbar. Mehr Bewegung im Alltag? Unmöglich. Sport statt Sofa? Gefährlich. Ein statt zwei Stück Kuchen? Ungerecht.

Das Problem ist nur: Wenn jede einzelne Maßnahme unzumutbar ist, dann ist jede Veränderung unmöglich.

Es ist ein kollektives Paradox: Viele Führungskräfte fordern von sich selbst insgeheim Veränderung und blockieren sie gleichzeitig. Sie bleiben im Status-quo hängen.

5 Gründe für diese Blockade:

→ Verlustaversion:
Verzicht wiegt doppelt so schwer wie jeder Gewinn. Das Gehirn verbucht jede Veränderung erstmal als Verlust.

→ Belohnungsaufschub:
Der Verzicht kommt sofort, das Ergebnis erst in Wochen.

→ Identitätsschutz:
Wer sich verändern will, muss zugeben, dass das Bisherige falsch war.

→ Schmerzschwelle nicht erreicht:
Solange es „irgendwie noch geht“, passiert nichts.

→ Entscheidungserschöpfung:
Nach zehn Stunden Entscheidungen im Job hat niemand mehr Kapazität, auch noch die eigene Lebensweise umzubauen.

5 Lösungen, um diese Blockade zu überwinden:

→ Kleine Schritte statt Radikalkur.
Eine Gewohnheit pro Woche ändern, nicht zehn auf einmal. Kontinuität schlägt jeden Sprint.

→ Verzicht ist keine Strafe, sondern eine Investition.
Wer spart, verzichtet nicht. Wer sich in einer Sache zurücknimmt, um mehr Energie, weniger Stress und höhere Belastbarkeit zu gewinnen, betreibt keinen Verzicht, sondern Vermögensaufbau. Nur eben mit dem eigenen Körper als Kapital.

→ Umbauen, nicht abreißen.
Es braucht keinen Neuanfang, bei dem das alte System komplett über Bord geschmissen und alles neu gemacht wird. Es braucht bessere Entscheidungen innerhalb des bestehenden Systems. Andere Bestellung im Restaurant. Treppe statt Aufzug. 20 Minuten Training statt 20 Minuten Scrollen.

→ Ein emotionales Ziel statt einer rationalen Liste.
„5 Kilo abnehmen“ motiviert niemanden um 6 Uhr morgens. „Nicht mehr der dickste Papa in der Klasse meines Kindes sein“ schon.

→ Den Preis des Stillstands berechnen.
Die meisten sehen nur die Kosten der Veränderung. Nie die Kosten des Nicht-Handelns.

Die eigentliche Frage ist also, ob man bereit ist, die Vermeidungskosten zu tragen. Ein Mensch, der etwas ändern will ohne etwas zu ändern, wird nichts ändern, sondern zum Stillstand kommen. Und Stillstand ist nichts anderes als schleichender Verfall.

Wir haben die Wahl.

Adresse

Steinstraße 8
Hürth
DE-50354

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