11/06/2022
Nur weil unsere "Berge" so niedrig sind, heißt das nicht, dass es völlig ungefährlich wäre bei uns zu fliegen, besonders wenn ggf. widrige Umstände zusammen kommen. Die können in Verhältnissen (Windstärke, -richtung, Thermik,...) oder in persönlichen Fehlentscheidungen begründet sein. Was auch immer hier der Auslöser war, es kam am Freitag 03.06. zu einem weiteren Rettungseinsatz am Brunsberg. Es "erwischte" einen sehr erfahrener Gastflieger, der auch schon etliche Flüge am Brunsberg gemacht hat. Die Bedingungen waren thermisch mit einem angekündigten Drehen des Grundwindes zum frühen Abend auf nördliche Richtung. Laut den Kollegen, die zu dieser Zeit noch in der Luft waren, hatte die Höhenströmung bereits früher auf Nord gedreht und war stärker als prognostiziert. In welchem Maße das, in Verbindung mit der thermischen Böigkeit, in Bezug zu dem Unfall steht, ist nachträglich nur schwer zu bewerten. Es kam nach dem Start am frühen Nachmittag zu einem Klapper, der mit anschließendem Strömungsabriss leider nicht in einem Baum endete, sondern mit Aufschlag in den steilen Hang. Nachdem der Verunfallte von Nackenschmerzen berichtete und die Ersthelfer eine gefahrlose Bergung in dem steilen Gelände, auf Grund der möglichen Halswirbelverletzungen, nicht sicherstellen konnten, musste sich der Verunfallte gedulden und auf die informierten Rettungsdienste warten. Da sowohl die eintreffende Feuerwehr, als auch die eintreffende Höhenrettung aus Paderborn, sich ebenfalls außerstande sah eine sichere Bergung zu gewährleisten, wurde ein Rettungsheli mit Winde aus Dortmund geordert. Dieser konnte den Verunfallten schließlich bergen und in das KH Höxter überstellen. Nach mehreren Stunden Einsatz zogen alle Rettungsdienste wieder ab.
Nach eingehender Untersuchung im KH gab es noch am selben Abend Entwarnung hinsichtlich einer Wirbelverletzung und er konnte bereits am folgenden Tag wieder nach Hause entlassen werden.
Unser besonderer Dank gilt Yvonne (Fluglehrerin bei Sven von der Flugschule Landewiese) und der DHV Jugend, die eigentlich zum Fliegen vor Ort waren, für Ihren vorbildlichen Ersthelfereinsatz. Die lokale Feuerwehr bedenken wir ggf. mit geistigen Getränken für das nächste Sommerfest.
Betrachtet man den Aufwand an Menschen und Material ist dieser enorm und auch spektakulär, aber in Hinblick auf das Ziel, einen Menschen zu retten und seine höchstmögliche Unversehrtheit zu gewährleisten, durchaus angemessen. Wir würden dies natürlich für uns ebenfalls in Anspruch nehmen wollen.
Leider ist die Presse mal wieder nicht von gleicher Qualität! Wir loben einfach mal eine Prämie von 100€ aus wer ein Luftloch findet und dessen habhaft wird! Vor der Aufgabe ihnen den Unterschied von Drachen und Gleitschirm, oder Springen und Starten beizubringen, kapituliere ich bereits jetzt. Journalismus und Recherche sind leider nicht immer ein Paar! Jedenfalls hat sich jemand von der Neuen Westfälischen bei uns für einen möglichen Bericht über das Gleitschirmfliegen gemeldet! Mal sehen!