07/09/2026
Das Glück im Tun
Das Glück wohnt nicht am Horizont. Es wartet nicht hinter der nächsten Prüfung, dem nächsten Gürtel, dem nächsten Ziel, das wir uns setzen. Wer sein Glück an ein Ziel bindet, verschiebt es immer weiter nach vorne – und steht am Ende doch nur wieder vor einem neuen Ziel.
Das wirkliche Glück liegt im Tun selbst. Im Aufstehen, wenn der Wecker klingelt und der Körper noch müde ist. Im Betreten der Matte, im Erklären einer Bewegung zum hundertsten Mal, im Zusehen, wie jemand sie plötzlich versteht. Im täglichen Entscheiden. Ich mache weiter. Heute wieder. Genau jetzt.
Es sind die Kleinigkeiten, die sich zu einem Leben summieren nicht der eine große Moment, auf den man ewig wartet. Ein Griff, der endlich sitzt. Ein Schüler, der über sich hinauswächst. Ein ruhiger Atemzug nach einer harten Runde. Diese Augenblicke sind unscheinbar, und genau darin liegt ihre Kraft. Sie sind jeden Tag verfügbar, für jeden, der bereit ist, sie zu sehen.
Das Ziel darf am Horizont bleiben als Richtung, nicht als Bedingung. Das Glück selbst aber liegt näher in der Aufgabe, die vor einem liegt, und in der stillen, wiederholten Entscheidung, sie anzunehmen.