29/08/2026
Training ist kein Selbstzweck.
Körperliche Leistungsfähigkeit ist für Soldaten eine absolute Grundvoraussetzung. Aber genauso wichtig sind das Beherrschen des eigenen Handwerks, das eigene Skillset und vor allem das Verständnis dafür, wofür wir eigentlich trainieren.
Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns mit Sportlern zu verwechseln und unsere Leistungsfähigkeit ausschließlich über Zahlen im Gym, Klimmzüge oder Laufzeiten zu definieren.
Ich habe genügend f***e und sportlich beeindruckende Soldaten erlebt, die bei den ersten wirklich unangenehmen Belastungen weggebrochen sind. Gleichzeitig habe ich Soldaten erlebt, die von außen vielleicht nicht wie der klassische Vorzeigeathlet wirkten, aber unter widrigsten Umständen immer wieder abgeliefert haben.
Auch innerhalb des KSK waren gerade unter den altgedienten und erfahrenen Soldaten nicht ausschließlich Vorzeigeathleten und trotzdem haben viele von ihnen über Jahre auf höchstem Niveau Leistung gebracht.
Das ist aber kein Argument gegen hohe körperliche Standards.
Denn zur Wahrheit gehört auch: Einige dieser Soldaten haben heute körperlich deutlich mehr Baustellen, als vielleicht notwendig gewesen wären.
Unser Anspruch sollte deshalb nicht nur sein, heute zu funktionieren. Wir wollen körperlich leistungsfähig genug sein, wenn es darauf ankommt und gleichzeitig so trainieren, dass wir diese Leistungsfähigkeit möglichst lange erhalten.
Stark. Ausdauernd. Schnell. Belastbar. Aber nicht, um irgendwelche Zahlen für Instagram oder das eigene Ego zu produzieren.
Kraftwerte und Laufzeiten sind Werkzeuge, nicht das Endziel.
Am Ende muss deine körperliche Leistungsfähigkeit zusammen mit deinem Handwerk und deinem Skillset dafür sorgen, dass du deinen Auftrag erfüllen kannst heute, morgen und möglichst auch noch nach vielen Jahren im Dienst.