04/09/2026
••• Nach Sieg beim Vorjahresmeister in Leipzig reist die zweite Mannschaft nach Taucha •••
Die Ringerhallen von Leipzig und Taucha liegen nur etwas mehr als 10 Kilometer von einander entfernt.
Nach dem 19:12 Sieg der zweiten Greizer Ringermannschaft am letzten Wochenende geht es nun noch ein paar Kilometer weiter zum Ligakonkurrenten AC 1990 Taucha. Der Tauchaer Verein wurde 1990 neu gegründet, in Wirklichkeit ist er schon 100 Jahre alt. Am 24. Oktober wird zünftig gefeiert.
Die Tauchaer gehören zu den traditionsreichen ostdeutschen Mannschaften. In der Saison 1972/73 verpassten die damalige TSG Traktor Taucha die Meisterschaft in der Oberliga im freien Ringkampf im letzten Kampf gegen Wismut Aue hauchdünn. Mehr als ein Jahrzehnt nach der Wende kämpfte der langjährige Zweitbundesligist bis 2012 in einer Kampfgemeinschaft mit dem KFC Leipzig sogar in der Bundesliga.
Auch mit Greiz gab es Verbindungen. Zur zweimaligen Greizer DDR-Mannschaftsmeister Rotation Anfang der 50-ziger Jahre gehörte auch der aus Taucha nach Greiz gewechselte Federgewichtler Gerhard Lohr, der in Greiz als Lehrer tätig war und auch zweimal DDR-Einzelmeister wurde.
In den letzten Jahren hatte sich der AC Taucha sportlich konsolidiert, sprach in der Oberliga Sachsen wieder ein gewichtiges Wort mit. 2024 wurde Greiz vom dritten Platz verdrängt. Doch damals erfolgreiche Ringer wie Tim Krasnikij, Robert Krause, Oleg Bartel und Hannes Thiesler sind heute in der Bundesliga oder in der Regionalliga aktiv und überzeugen auch dort.
Die Abgänge haben Löcher gerissen, beide Saisonkämpfe gingen verloren. Die Greizer reisen nach dem Sieg beim Vorjahresmeister als klarer Favorit nach Taucha. Doch Vorsicht ist geboten, vor allem für die ersten beiden siegreichen Kämpfer von der Vorwoche. Hassan Bersanukaev (57 kg/f) kam zwar zum 18:8 Erfolg, falls der Tauchaer Leon Haufe allerdings in der leichtesten Gewichtsklasse antreten würde, wäre ein Greizer Erfolg eine Überraschung.
Auch Lucas Gansi (130 kg/g), der gegen Henrik Zechendorf überraschend erst in letzter Sekunde den zweiten Mannschaftspunkt sicherte, muss sich gegen den sieggewohnten Fels Christoph Schinke enorm steigern um zu bestehen.
Silas Warmuth (61 kg/g) unterlag gegen den aus Aue zu den Messestädtern gekommenen Spezialisten und zweifachem Nachwuchsmeister Gleb Fink bereits vor der Pause mit technischer Unterlegenheit.
Der langjährige Bundesligaringer Sebastian Wendel (98kg/f), der sich nun wieder gezielt auf die Saison vorbereitet hat, konnte Jan Richtsteig sicher mit 10:0 bezwingen.
Pascal Hessel (66 kg/f), der bis 30 Sekunden vor Schluss gegen den starken Benno Kirsch ein Remis hielt, wurde vom ebenfalls hervorragend kämpfenden Niklas Nimtz (71 kg/g) zum „Kämpfer des Tages“ ernannt, obwohl er dann doch noch sechs Punkte abgab.
In Taucha wartet ein weiterer starker Gegner auf Pascal Hessel, der Hallenser Julian Klemens. Auch Niklas Nimtz selbst bezwang Tove Sell bereits nach vier Minuten 19:4.
Interessant auch das Duell zwischen dem tschechischen Routinier Ludek Konvicny gegen Maximilian Böttger (86 kg/g). Dem Leipziger gelangen beim 7:0 Sieg nur Punktgewinne im angeordneten Bodenkampf.
Überraschend benötigte Iunus Gaisuev (80 kg/f) im tschetschenischen Duell gegen den jüngeren und deutlich schwächeren der Dzeghestaev-Brüder, Ali, die volle Kampfzeit um 16:0 zu gewinnen.
Einen hervorragenden Kampf zeigte Fabian Wächter (75 kg/f), der den sehr starken Afghanen Noorullah Mirzad in allen Belangen beherrschte und 12:0 bezwang.
Als der Kampf schon für Greiz entschieden war, musste Joey Wrensch (75 kg/g) gegen den Ukrainer Ivan Benda eine Schulterniederlage hinnehmen.
Bericht: Erhard Schmelzer
Fotos: Anna Theurich
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