Pferdeausbildung mit Herz und Verstand

Pferdeausbildung mit Herz und Verstand Auf dieser Seite stelle ich euch meine Trainingskonzepte zum Thema Pferdeberitt, Korrektur und Unterricht vor. Ich arbeite nach klassischen Grundsätzen.

Wenn du ein Pferd reitest, so leihst du dir seine Freiheit. Du darfst nicht vergessen sie ihm wieder zurück zu geben. Seit Partner und Lehrer zugleich, erhebe nicht die Hand und freue dich über jede Kleinigkeit. So etwas nennt man Liebe
Eure Kira
Ich biete einfühlsamen, mobilen Reitunterricht/ Beritt und Training für (verhaltensauffällige) Pferde. Die Unterbringung zum Beritt ist auch kein

Problem da eine Halle sowie zwei sehr schöne Außenreitplätze vorhanden sind. Mein Training stimme ich immer individuell auf jedes Reiter/Pferdepaar ab.Somit verhindere ich sowohl psychische als auch physische Überlastung während des Trainings. Der Reitunterricht soll sowohl mit viel Freude und wenig Kraftaufwand als auch mit Harmonie und Balance zum gesetzten Ziel führen. Mein Ziel ist es, eine Beziehung durch logisch aufgebaute Übungen ohne Druck und Zwang- zwischen Reiter und Pferd aufzubauen. Das Ergebnis ist ein gelöstes, vertrauensvolles und gut gymnastiziertes Pferd unter einem zufriedenem Reiter. Der Unterricht spricht den klassischen sowie den ambitionierten Freizeit- und Turnierreiter an. Unabhängig davon,auf welchem Ausbildungsstand Sie und/oder Ihr Pferd sich befinden und welcher Rasse Ihr Pferd angehört. Mein Training basiert auf meinen vielseitigen Erfahrungen im Umgang mit Pferden und deren Lebensweisen. Ich selbst bin in einer Familie aufgewachsen, die sich die Ausbildung, Haltung und Gesunderhaltung von Pferden auf die Fahne geschrieben hat. Meine Ausbildung beruht auf der klassisch-englischen Reitweise. Ich möchte nicht nur Reittechniken sondern auch die "W-Fragen“ vermitteln. Ich vermittle das Fachwissen zur Reitweise, sowie zur Pferdehaltung und Gesunderhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit ihres Pferdes. Und was mir am Herzen liegt: die Stunde soll mit einem glücklichen Lächeln abgeschlossen werden!

21/12/2019

Erst vor ein paar Tagen hatte ich mit einer Freundin das Thema = Biegung und Stellung.

Was ist der Unterschied und warum ist das so wichtig.

Jeder Kennt bestimmt den Spruch
„Ohne Stellung keine Biegung“

Stellung = nur das Genick des Pferdes betroffen
Biegung = das komplette Pferd ist gebogen

Stellung: Fürs das bessere Verstehen:
Das Genick ist ein Ellipsengelenk (vertikale als auch horizontale Bewegungsmöglichkeit).
Bei einer Stellung kann das Pferd somit leicht in die gewünschte Richtung blicken, ohne das es dabei seinen Körper mitnimmt. (Spruch des Reitlehrers stelle dein Pferd so dass du ¼ des inneren Auges siehst ) ist nicht bei allen Pferden so pauschal möglich denn bei manchen sieht man durch Mähne und Plüsch gar nicht alles.
Jedoch fühlt es sich pauschal gesagt einfach leichter an – bei der gewünschten Stellung schiebt sich der Unterkiefer nach außen unter den Halswirbel. Ein zu enger Nasenriemen verhindert das das Kiefergelenk locker werden kann – somit auch keine korrekte Stellung erfolgen kann.
Bitte bedenkt nur ein lockeres, kauendes Maul entspannt die Hals Muskeln.
Somit ist auch dann nur eine korrekte Stellung und Biegung möglich.
Die Korrekte Stellung ist Voraussetzung für ein lockeren, losgelassenen und schwingenden Rückten plus eine aktive Hinterhand.
Die FN beschreibt die Stellung so :
„Stellung heißt, dass das Pferd seinen Kopf im Gelenk zwischen Kopf und Hals, dem Genick, seitlich wendet und das Genick in der Ganasche seitlich biegt.“
 versteht kein Mensch ^^

Zur Biegung :
Die Biegung startet im Genick und zieht sich bis zum Schweif.
Wenn man das Pferd von oben betrachtet läuft es nicht mehr parallel (Schultern zu Hüfte )
Beachtet bitte bei der Biegung: Pferde sind nicht überall gleich beweglich,zudem schränken wir sie mit dem Sattel in der Brustwirbelsäule ein.
Eine Korrekte Biegung ist es bestimmt nicht, wenn das Pferd mit der Hinterhand ausbricht und auf die VH fällt.
Die Biegung ist erst dann korrekt wenn das Pferd nicht mehr bei Volten oä. nach außen weg reitet
Sondern wenn das Pferd mit dem äußeren Hinterbein in die Huf Spur des äußeren Vorderbeins tritt.
Die innere Hüfte kommt nach vorne und das Pferd kippt sein Becken nach innen-unten ab, beugt die Hangen und Wölbt die Wirbelsäule auf. Das innere Hinterbein fußt dabei aber nicht direkt in die innere Spur des Vorderbeines, sondern leicht einwärts versetzt (Aufweisen einer Rippenbiegung) Wenn wir unsere Pferde biegen wollen ist es wichtig das wir sie nicht nerven und mit unserem Sitz beeinflussen. Wir müssen darauf achten, dass unsere Hüfte parallel zur Pferdehüfte und unsere Schulter parallel zur Pferdeschulter ist.

Warum muss ich denn überhaupt mein Pferd biegen,
z.B. Gymnastik, Graderichten und Gleichgewicht, zudem für Seitengänge und passende Gewichtsaufnahme.
Zudem löst man so die Muskeln durch an- und Entspannen und sorgt für die notwendige Losgelassenheit.
Passende Übungen für Stellung und Biegung sind z.B.
• Zirkel in sämtlichen Varianten: Zirkel vergrößern und verkleinern, abwechselnde Innen- und Außenstellung, vier Zirkel als Kleeblatt, aus dem Zirkel wechseln (Acht), …
• Schlangenlinien
• Seitengänge wie Schulterherein und Kruppeherein

16/12/2019

Wann ist mein Pferd zu dick und wann wird es gefährlich.

Seit bald einem Jahr bekommen unsere Pferde mehr oder weniger Futter ad libitum.
Aber wann muss man sagen sein Pferd ist zu dick bzw. moppelig?
Adipositas gibt es nämlich auch bei Pferden und nicht nur bei uns Menschen- denn sowohl bei uns Menschen ist es ein zunehmendes Problem, sondern auch bei unseren Pferden.
Unsere Wahrnehmung hat sich irgendwie verändert.
Umso mehr moppelige Pferde man sieht umso schlimmer findet man schlanke. Viel zu schnell hat man dann den Eindruck das diese schlanken Pferde viel zu dünn seien.
Fast kein Pferdebesitzer bewertet sein Pferd jedoch Objektiv. Dies kann auch daherkommen, dass man sein Pferd jeden Tag sieht (man wird leider betriebsblind) Oftmals höre ich vom Pferdebesitzern, wenn ich sage, dass ich finde das Pferd sei zu dick - dass es doch ganz gut aussieht. Die wenigsten erkennen ein Problem nämlich erst ab dem Grad an dem es zu ernsthaften Gesundheitlichen Problemen kommen kann.
Manche Besitzer wissen auch gar nicht das es nicht nur um einen dicken Bauch geht, sondern um die Fettpolster am ganzen Körper. Oftmals ist nämlich ein dicker Bauch kein Fett, sondern Gas, dieses sammelt sich im Darm und bläht. (Phänomen= das Pferd ist nach dem reiten dünner als nach dem direkten runterholen von der Weide)

Die meisten Menschen die ich kenne, achten extrem auf ihr optisches und zählen Kalorien, machen Diäten, verzichten auf süßes oder betreiben viel Sport um fit zu bleiben. Dies alles um nicht krank zu werden. Aber warum sind wir nicht so diszipliniert bei unseren Pferden.
Dicke Pferde können krank werden und das betrifft meistens den Bewegungsapparat wie EMS (Stoffwechselstörungen) Hufrehe. Zudem kommen Förderungen von Entzündungen und Störungen des Stoffwechsels.
Man kann es sich so vorstellen das auf unseren Gewebezellen Rezeptoren sitzen, diese werden blockiert. Nun kann das Insulin sich nicht mehr anheften und die das Glucose aus dem Futter kann nicht mehr in die Zellen gelangen. Somit steigt der Blutzuckerspiegel und das obwohl die Energie der Zellen sinkt (keine Versorgung)
Dickes Pferd – obwohl jede einzelne Zelle nicht richtig versorgt ist.
Es kann auch zu Durchblutungsstörungen kommen. (Hufe) und Leberprobleme.
Diese wird mit Kohlenhydraten massiv überbelastet (unsere Pferde sind eigentlich Steppentiere) Wenn wir unsere Pferde jetzt überfüttern können sie die Energie gar nicht verarbeiten. Ein Teil wird nämlich in der Leber eingelagert und wenn dieser Speicher voll ist wird es in Fett umgewandelt.
Diese Energie kann die Organe belasten und überfordern. Sie können z.B. die Arbeit nicht mehr ordentlich nachgehen und Giftstoffe aus dem Körper filtern. Diese Giftstoffe werden mehr im Gewebe eingelagert und verbleiben somit im Pferdekörper.

Zeichen einer solchen Stoffwechselstörung sind
-Probleme beim Fellwechsel
- verstopfte Talgdrüsen
- angelaufene Fesseln
- Kotwasser
- Mauke / Geschwüre
- stumpfes Fell
- scheuern und vieles mehr

Wie beim Menschen gibt es auch beim Tier ein BMI  ein sogenannter Body Condition Score von Dr Schramme entwickelt. Bei diesem werden Körperregionen bewertet die durch Fettabdeckung geprägt werden.
Bei zu dicken Pferden muss man nur bedenken das Muskeln abgebaut werden um die Energieversorgung des gesamten Körpers zu gewährleiten.
Die besagten Körperstellen werden von einer Skala 1-9 zugeordnet

1= abgemagert
9= hochgradig zu fett = Kammfett von mehr als 10 cm, Fettpolster Rücken zu Schweif, Hüfthöcker nur erkennbar durch Vorwölbung
5= Ideale Wert = 14-18 Rippe fühlbar, Hüfthöcker abgerundet Sitzbeinhöcker fühlbar, Konvexe Halsfläche, Rippen nicht sichtbar

Körperstellen=
-Kruppe
- Schweifansatz
-Widerrist
- Seitliche Brustwand
- Mähnenkamm
- Ellenbogen

Die Mobile Pferdewaage ist für das Gewicht super und zum ermitteln des BCS. Das Gewicht sagt nicht alleine alles über den Ernährungszustand aus, ist aber für Wurmkuren und Medikamente wichtig. Zudem kann man den Brustumfang messen ob das Pferd ab oder zunimmt.
Aber was tun, wenn unsere Pferde zu dick sind.
Wenn’s schon zu dick ist- nur so viel Energie wie es verbraucht bzw. so wie bei uns im Idealfall Energiebedarf höher als Energie die er zu sich nimmt.

Dieser Energiebedarf setzt sich wie folgt zusammen:
- Erhaltungsbedarf (das ist der Grundbedarf für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen) +
- Leistungsbedarf (das ist die Arbeit, die dein Pferd leistet, und da spielen Aspekte rein wie Trainingsdauer, Tempo und Reitergewicht).
Kurz: Erhaltungsbedarf + Leistungsbedarf = Energiebedarf

Wenn mein Pferd nun eine Diät machen muss geht nicht das nicht von heute auf morgen. Was muss ich beachten-
Zum einen muss ich die Bewegung meines Pferdes anpassen und das Futter. Bitte setzt Pferde NIE auf eine Null Diät. Pferde sind DAUERFRESSER. Bei Fresspausen von mehr als 4 Stunden können Magengeschwüre entstehen und die Darmflora gerät ins Schwanken.
So beachte lieber was du Ihm noch so gibst, Müsli, Kraftfutter, Pellets….
Bei Heu gibt es auch unterschiede= spät geerntetes Heu ist Energieärmer als frühes. Zudem kann man Heu mit Stroh mischen (Aber bitte aufpassen: Denn Stroh kann Verstopfungskoliken auslösen = Max. Menge 1 kg pro 100 kg Körpergewicht= max. 1/3 der Raufutterportion)
Oder Portionieren von Heu. Mindestmenge 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht- benutze ein Heu Netz mit engen Maschen, damit es länger fressen muss.
Sicherlich wäre es gut die Fresszeiten auf der Weide anzupassen- aber das ist auf den meisten Höfen nicht möglich – oder das benutzen einer Fressbremse.
Was aber das wichtigste bleibt ist die Bewegung. Passt das Training dem Gesundheitszustand des Pferdes an von Null auf Einhundert bringt nichts da es zu keiner Überbelastung kommen soll. Wichtiger ist das Training wie bei uns Menschen langsam zu steigert. = Bodenarbeit, Stangenarbeit, Springgymnastik, Ausritte, Berge, usw. Wie trainiert ihr eure Pferde?

12/12/2019

Immer wieder hört man von Hypermobilität aber was genau ist das.

Ich hoffe wirklich das ich jetzt alles zu 100 Prozent richtig beschreiben kann. Aber genau auf dieses Problem kann man sich spezialisieren und diese Spezialisten kann man im Wissen einfach nicht übertreffen.

Hypermobiliät ist eine enorm hohe Bewegungsmöglichkeit im Körper des Pferdes – auch als Gelenk-, Band- und Kapsellaxität bekannt. Für diese abnorme Beweglichkeit sind zu weiche Gelenke die Grundlage. Dem liegt jedoch nicht nur eine Gelenkdysfunktion zu Grunde, sondern auch ein Defekt im Bindegewebe. Was das Thema Hypermobilität so extrem komplex gestaltet.

Bei unseren Pferden ist es leider so, dass eine hohe Beweglichkeit mittlerweile als positiv gilt= „weiche Bewegung“ „hohe Bewegung“ „extreme GGA“ „viel Schub“
Um eine HM wirklich feststellen zu können gibt es bei uns Menschen ein zwei Punktesystem:

Den Beighton-Score und die Brighton-Criteria.

Beighton-Score geht es um die Überbeweglichkeit der Gelenke mit Hilfe eines Winkelmessers und Grad zahl.

In der Brighton-Criteria werden Beschwerden begutachtet.

Der Beighton Test wäre durchaus denkbar und innerhalb einer AKU z.B. bei der Beugeprobe beim Pferd mit zu beurteilen.
Denn normal ist das Beugen vom Fesselgelenk bis zum Ellenbogen
Bei HM geht das Beugen des Hufes bis neben den Unterarm ohne Kraftaufwand. Somit wäre das Beugen an sich schon der erste Aufschluss
Die beiden besagten Tests gibt es aber nicht beim Pferd.
Woran erkenne ich nun das mein Pferd HM ist.

Indizien können sein=
- neigt massiv zur Trageerschöpfung
- durchtrittige Fesseln
- schwabbelig im Gewebe
- weiche Unterlippe

Bitte beachtet das ein weiches Gewebe nicht immer positiv ist- von wegen mein Pferd ist total entspannt und locker- ist nicht gleichzusetzen mit ach wie toll. Ein zu geringer Muskeltonus ist meist ehr negativ. Denn Hypermobil ist meist mit hypoton gekoppelt. (zu große Beweglichkeit mit zu geringer Gewebs-Muskelspannung. Diese Pferde rollen sich meist alleine ein und geben dem Druck im Genick zu schnell nach. Man bekommt mit den Zügeln kaum keine richtige Anlehnung. HM Pferde sind oft wie „Jungpferde“ und bewegen sich mit Koordinationsproblemen (Probleme beim Schmied)
Es gibt auch Problempferde mit HM die Panikattacken oder Angststörungen besitzen oder sogar auch Durchgehen. Das kann durch vegetative Störungen, wie z.B. Schwindel oder auch massive Kopfschmerzen oder kleine Gelenksubluxationen, die einen plötzlichen Schmerzreiz setzen, ausgelöst werden.
Bei einer HM gibt es eine Vielzahl von Varianten.
Man kann bei Pferden theoretisch davon sprechen das HM angeboren ist- denn dummerweise ist sie das Zuchtziel. Durch Training kann man es natürlich verstärken oder verringern, je nachdem, ob man mit einer bestehenden HM mobilisierend oder stabilisierend arbeitet. Diese HM ist leider Rassetypisch mal mehr mal weniger vertreten.
Oftmals zu sehen bei denen wo das Gangbild im Vordergrund steht (Friese, PRE, Isländer usw.)
Zu den kritischen Reitweisen gehört ganz klar der Dressursport (der erzwingende Dressursport). Nicht die Dressur im eigentlichen Sinne, jedoch das, was heutzutage im Sport daraus gemacht wird. Auch vielfach Übungen aus der Akademischen Reitkunst und Zirkuslektionen ich glaub man nennt das ja Zirzensik sind kritisch zu betrachten . Jedoch sieht man es auch beim Springen da diese Pferde ja immer höhere Anforderungen bewältigen müssen.
Trotzdem haben die Springpferde heute eine längere Nutzungsdauer aufzuweisen, als die Dressurpferde. Eine erschreckende Entwicklung.
Distanzritte sind für hm Pferde auch keine gute Idee, da die Trageerschöpfung früher einsetzt.
Im Allgemeinen zähl eigentlich auch das Freizeitreiten dazu, viele denken ein Pferd könne die ganze Woche stehen und am Wochenende wird dann ein vier Stunden ausritt gemacht.
Hypermobilität bei Pferden ist ein immer größer werdendes Problem und keine Krankheit. Die Krankheit nennt man dann Hypermobilitätssyndrom (HMS)
HM kann man weder operieren noch irgendwas Anderes machen. Man sollte nur bedenken das nicht immer das reiten im Vordergrund steht.
Man kann HM Pferde reiten man sollte jedoch auf die HM achten und wie Doll sie ist, man sollte mit einbeziehen wie schwer man selber ist und wie hoch die Belastung ist und wie gut mein Pferd trainiert ist usw.
Letztendlich gibt es viele Menschen, die auf solchen Pferden reiten und es gar nicht wissen. Sie freuen sich, wenn sie ein liebes Pferd haben, dass vielleicht mal stolpert, aber butterweich zu sitzen ist, was dem geplagten Reiterrücken zugutekommt.
Was man seinem Pferd abverlangt, liegt immer individuell bei dem Menschen, der sich für sein Tier verantwortlich fühlt.
Man muss auch bedenken: Woher soll ein Reiter wissen, dass sein Pferd körperliche Probleme hat, wenn er es teuer beim Züchter als Top-Dressur-Crack mit überragendem Bewegungspotential gekauft hat.
Fakt ist: Pferde leiden stumm und lassen sich viel gefallen.
Sollte man aber wissen das sein Pferd HM positiv ist, sollte man fair sein und helfen wie z.B. den Raumgriff zu verkleinern um Tragkraft aufzubauen und den Rumpf zu stabilisieren. Man steigert das Körpergefühl und die Sicherheit des Pferdes damit sie sich zentrierter fühlen.
Wichtig ist, das Pferd gut zu beobachten, weil hypermobile Pferde in jedwede Richtung ausweichen und sich prima durch die Lektionen schummeln können. Am besten man bittet jemanden, das Training aus verschiedenen Blickwinkeln zu filmen oder lässt einen anderen trainieren und guckt selber zu, was das Pferd macht. Denn mit etwas Abstand sieht man die Ausweichbewegungen besser.
Sollte einem Bewusst werden das sein Pferd HM hat. Bitte hinsehen, nachdenken, informieren. Das sollte jeder tun, der überlegt, ob sein Pferd ins Schema Hypermobilität passt. Wenn ja, dann absteigen und Bodenarbeit zur Stabilisierung und zum Kraftaufbau machen. Fragt eure Trainer, Ausbilder, Therapeuten, ob sie von Hypermobilität Ahnung haben und euch somit ein gesundes Training vermitteln können. Denn hier kommt es nicht darauf an, eine bestimmte Übung zu machen, sondern zu erkennen, was für Ausweichbewegungen das Pferd macht und zu wissen, wie man diese verhindert, damit die Lektion auch zum Kraftaufbau nützt.
Prinzipiell gilt vor allem für Freizeitreiter: Sucht nach stabilen Pferden, die einen tragfähigen Körper haben. Keine super Gänge, keine langen Beine, keine Bewegungswunder, sondern gute, solide Pferde. Es wird leider immer schwieriger, diese zu finden, weil der Bewegungshype vor keiner Rasse Halt macht.

07/12/2019

*Reiten sollte eine Harmonie zwischen Pferd und Reiter sein- bei dem keiner vom anderen gestört wird*
Jedes Pferd ist unterschiedlich – Vom optischen, Bewegung, Benehmen, Balance, Gangbild, Energie und der Körperwahrnehmung
Man muss sich seine Pferde so vorstellen- das jedes Pferd durch ein seine Hufe ein Rechteck bildet.
Anhand dessen kann man die Balancefläche eines Pferdes erkennen. – hat ja nun mal auch 4 Hufe im Gegensatz zu unserer doch geringeren Balancefläche^^
Das macht die Sache für das Pferd aber nicht einfacher- denn viele Pferde sind auch Ohne Reiter schon überfordert sich auszubalancieren. Wenn dann auch noch ein Reiter (ggf. sogar mit sehr langem Oberkörper) aufsteigt wird der Schwerpunkt nach oben verschoben- stellt euch vor auf euren schultern steht jemand- da wird das laufen auf jeden Fall schwerer.
Die Unterstützungsfläche (Viereck) des Pferdes, sowie seine Proportionen im Zusammenspiel mit dem Reiter sind also wichtige Merkmale für Balance und Wendigkeit des Pferdes. Nun ist das aber nicht alles, hinzukommt noch die natürliche Schiefe des Pferdes.
Wie jeder von euch weiß hat das Pferd eine hohle und eine steife Seite. (Das hat doch jeder schon einmal gehört und sich bestimmt auch darüber aufgeregt)
Die Hohle Seite (komischerweise meist links- jetzt auch in meinem Bsp.) biegt sich besser.
Reiten wir somit einen linken Zirkel tritt es gut an den äußeren Zügel heran und biegt sich um das innere Reiterbein. Der Reiter kann gut innen sitzen.
Reiten wir nun auf der steifen Hand, in Bsp. Fall rechts rum, fällt es über die rechte Schulter in den Zirkel hinein, lässt sich schlecht biegen und tritt nicht an den äußeren Zügel heran. Wir als Reiter haben es beim Sitzen schwerer und knicken meist in der Hüfte weg. Der Grund für dieses doch sehr komische Sitzgefühl ist der Brustkorb des Pferdes oder besser gesagt, dessen fehlende Rotation auf der steifen Seite.
Jetzt denken wir mal um
Wenn wir Reiten sitzen wir auf dem Brustkorb- dieser ist immer beim Biegen und Stellen am Rotieren. Zu dem kommt noch das äußere anheben und innere absenken und das freiwerden der äußeren Schulter. Dies sollte man durch den „Po“ merken
Auf der steifen Seite rotiert der Brustkorb nicht so gut. Somit bleibt die innere Seite des Pferdes oben und die äußere unten bedingt durch die Faszienzüge, und die Schwäche bzw. Stärke der Hinterhand
Somit gibt es bei Pferden so wie bei uns eine Lieblingsrotationsrichtung. (Vergleichbar wie bei uns Menschen die mit Rechts oder Links schreiben)
Bei einem Pferd was links hohl ist- ist meistens die linke Rückenseite etwas tiefer als die rechte. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Als Reiter ist es meine Aufgabe diese Seiten zu kennen.
Wie finde ich dies heraus?
Augen schließen und mit meinen Sitzbeinhöckern die Rechte und Linke Rückenseite fühlen.
Bitte auch unsere eigene Schiefe mit einbeziehen denn manchmal ist genau diese Asymmetrie die Ursache dafür, dass nicht jeder Reiter dieses Gefühl richtig hinbekommt.
In diesem Fall hilft es, auf dem stehenden Pferd, sich auf seine Hände zu setzen und die eigenen Sitzbeinhöcker zu fühlen
Was auch noch geht, die Knie über die Pauschen und die Hände unter den Hintern. Da muss man definitiv seine Sitzbeinhöcker fühlen. Diese Position muss man auch beim normalen Sitz fühlen. Der untere Rücken muss dabei bitte immer grade sein und kein Hohlkreuz benutzen.
(Franklinbälle sind hierfür auch super)
Wenn man dieses Gefühl behalten kann. Geht es bei der Schrittarbeit weiter.
Fühlt man einen Höhenunterschied? Merkt man beim Reiten von Zirkeln in unterschiedliche Richtungen einen Unterschied?
Welche Rückenseite rotiert eher nach oben und auf welcher Hand setzt das Pferd uns gut nach innen und unten?
Bitte beachtet das der Sattel grade liegen muss, die Steigbügel gleich lang sein müssen und wir als Reiter nicht in der Taille einknicken.
Wir alle haben eine Beckenseite, die weiter vorne steht, eine Taillenseite die gekrümmter ist und eine gestrecktere Körperseite. Dies müssen wir wissen um unserem Haltungsmuster entgegenzuwirken und um das Pferd nicht zusätzlich aus der Balance zu bringen
Wir können uns vor Augen führen wo unsere Positive Seite ist, wenn wir z.B.
-welche Schulter steht höher
- auf welcher Seite rutscht unsere Handtasche runter/ wo
tragen wir sie lieber
- zu welcher Seite ist unser Kopf geneigt?
- auf welcher Seite hat unser Oberarm mehr Kontakt zum Brustkorb
Auf der Seite mit mehr Kontakt ist unsere Taille gestreckter als auf der anderen hohlen Seite. Hohler Seite besitzt mehr Luft zwischen Arm und Taille
Umso besser wir uns kennen umso besser sind wir mit unserem Pferd.
Ein Spiegel wäre umso einfacher für uns in der Halle- um uns selber zu beobachten. Aber leider haben wir sowas auch nicht- also lasst euch doch mal Filmen.
So kann man sehen ob die Schultern gleich hoch sind, der Kopf gerade, Steigbügel gleich lang, und wir Mittig sitzen- leider sitzen die Meisten Reiter schief- was eindeutig das Gleichgewicht des Pferdes stört – das Viereck verschiebt sich.
- Reitet doch bitte nicht so viele kleine Linien.
Reitet möglichst große Linien. Die Faszienzüge im Pferdekörper brauchen Zeit um sich auszudehnen und die Muskulatur auf beiden Körperseiten braucht ebenfalls Zeit sich zu entwickeln. – und das funktioniert nicht innerhalb von einer Woche.

In der Dehnungshaltung mit genug Länge im Hals und Ganaschen Freiheit, haben alle beteiligten Gelenke im Pferdekörper genug Platz, um auch auf der steifen Seite in die richtige Rotation zu finden.
Der Reiter sollte darauf achten, auf der festeren Seite des Pferdes, wenn die innere Rückenseite weiter oben liegt, nicht nach innen und oben auf den Berg zu rutschen, sondern mittig sitzen zu bleiben, auch wenn er das Gefühl hat seinen äußeren Sitzbeinhöcker in der Tiefe zu verlieren.
Wichtig ist auch das beide Hinterbeine gleichmäßig Last aufnehmen. Denn das äußere Hinterbein ist sehr wichtig denn es muss weit nach vorne treten um den Brustkorb zu stützen. das Innere Hinterbein muss gut nach vorne und unter den Rumpf fußen und dadurch die innere Hüfte nach vorne bringen, womit sich die innere Rückenseite des Pferdes senkt und sich die äußere Schulter anhebt und leicht wird.
Der wichtigste Grundsatz ist die gymnastizierung des Pferdes.!!!!!!!! Alle Gelenke werden durch vorwärts abwärts mobilisiert, alle Strukturen gedenkt und ein Muskelaufbau findet statt. Wir als Reiter werden uns auf diesem Weg über unsere eigene Schiefe und Haltung auf dem Pferd bewusst und finden mit unserem Pferd zusammen ein passendes Gleichgewicht und eine Balance.

02/12/2019

Erst gestern hatte ich wieder das Thema das ich meinte: das man auch in der Lösungsphase gerne mal Seitengänge zum Lockern benutzen kann.
Oftmals bekomme ich dann nur ein Schenkelweichen zu sehen- was dies ist es nicht.es ist Keiner
Was ist ein Seitengang- wer kann das sofort beantworten ohne Google zu fragen?

„Als Seitengang werden Vorwärts-Seitwärts-Bewegungen bezeichnet, bei denen dein Pferd gleichmäßig gebogen ist“
Wichtig ist es, dass das Pferd sowohl vorwärts als auch seitliche Schritte machen.
Wie z.B. beim
Schulter Herein (Hinterhand grade und Vorhand Seitlich); Travers (Hinterhand seitlich und Vorhand grade)
--> was für Seitengänge kennt ihr noch?

- Schulterherein
- Travers (Kruppe herein)
- Renvers (Kruppe heraus)

Aus diesen Seitengängen kann man folgendes entwickeln
- Traversale
- Kurzkehrt
- Pirouette

Um den Unterschied zu verstehen muss man sich Schenkelweichen vor Augen führen
Beim Schenkelweichen läuft das Pferd zwar seitlich aber nicht gebogen- der Rumpf bleibt somit einfach grade sein Kopf ist je nach Bewegungsrichtung mal in die Richtung und mal entgegen der Bewegungsrichtung gestellt und tritt mit den inneren Füßen gleichmäßig vor und kreuzt das äußere Bein.
= tritt am Schwerpunkt vorbei

Was ist nun der Unterschied entlang der Bande

Beim Schulterherein kommt die Vorhand nach innen, dein Pferd wird ebenso nach innen gestellt und gebogen, zudem würde es mit der Hinterhand weiter grade aus auf dem Hufschlag reiten. Das innere Hinterbein tritt vermehrt Richtung Schwerpunkt und nimmt Last auf (Benutzung von bis zu 3 Hufschlägen)
Beim Schenkelweichen steht das Pferd mit einer Abstellung von ca. 45° zur Bande und tritt Seitlich/ kreuzt seitlich ohne Last aufzunehmen = ohne Biegung

Was ist nun der Unterschied diagonales Reiten

Beim Travers reiten bewegt sich das Pferd diagonal seitlich. Kopf ist mit der Bewegung gestellt und gebogen – beim Schenkelbeichen nur gestellt nicht gebogen. Somit hat´s an sich keine große gymnastizierende Wirkung, weil dein Pferd nicht unter den Schwerpunkt tritt noch Last mit der Hinterhand aufnimmt
Was jedoch gut ist am Schenkelweichen ist, dass das Pferd sensibler für die Hilfengebung wird und sich löscht bzw. Blockaden im Becken Lockert
Schenkelweichen ist jedoch super um das Pferd auf Seitengänge vorzubereiten, indem du es nicht nur auf der Geraden nutzt, sondern auch auf der gebogenen Linie. Dabei tritt dein Pferd aufgrund der Biegung nämlich vermehrt mit dem inneren Hinterbein in Richtung Schwerpunkt – was das Ziel beim Schulterherein ist.

Übertreibt es bitte nur nicht, denn Schenkelweichen kann auch Schaden.
Warum? Durch das Wegfußen vom Schwerpunkt und das Schräge aufkommen auf dem Boden kann es auf die Dauer schlecht für die Gelenke sein.
Somit trainiert beides
Schenkelweichen (gefühlt wie ein Lineal – in Bezug auf die Stellung/ Biegung )
Seitengänge (gefühlt wie eine Banane – in Bezug auf die Stellung / Biegung )

30/11/2019

Ich wurde jetzt von mehreren Leuten zu dem Beitrag über Balance pads angesprochen das sie gerne die Propriozeption genauer erklärt bekommen würden.
Also gut wird gemacht.

Es gibt
- propriozeptive System= Tiefenwahrnehmung
-das taktile System= Oberflächensensibilitäts Wahrnehmung
- vestibuläre System=Gleichgewichtswahrnehmung
Hier handelt es sich um einen Basissinn der beim Mensch und Pferd bereits pränatal entwickelt.

Zum Propriozeption- dieser Begriff kommt aus dem lateinischen und ist die Eigenwahrnehmung bzw. Tiefenwahrnehmung. Wie schon beschrieben haben Lebewesen diese Rezeptoren überall in den Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskeln. Es sind sensorische Nervenzellen, die zum Beispiel auf Druck, Dehnung oder Verformung reagieren und das zentrale Nervensystem über Körperbewegung und Körperlage im Raum und den jetzt-Zustand (Position und Aktivität) von Muskeln, Sehnen und Gelenken informieren. Das ZNS verarbeitet, speichert und bewertet die eingehenden Informationen und sendet anschließend entsprechende Befehle an z.B. die Muskeln, die daraufhin entsprechend reagieren. Diese Bewegung wird erneut von den Propriozeptoren wahrgenommen und so entsteht ein Wahrnehmungskreislauf.
In den Muskeln lassen sich zwei Arten von Propriozeptoren vorfinden:
 Golgi-Sehnenrezeptoren
 Muskelspindeln.
Die Golgi-Sehnenrezeptoren informieren das Zentrale Gehirn darüber, wie Doll ein Muskel arbeitet. Bei Überbeanspruchung beenden sie diese um Schädigung vorzubeugen
Die Muskelspindeln informieren das Gehirn über die Länge des Muskels. Wenn ein Muskel gestreckt wird leitet die Spindel das Zusammenziehen ein damit ein Muskelfaserriss verhindert wird
Durch die Propriozeptoren sind Wir und Pferde in der Lage, jederzeit die Stellung und die Bewegung einzelner Körperteile zu erfassen, Kräftetechnisch zu dosieren und die Extremitäten zu bewegen – auch mit geschlossenen Augen – und sie helfen dabei die Kraft zu dosieren, mit der die jeweiligen Extremitäten bewegt werden.
Wir können diese Rezeptoren stimulieren damit wir unsere Tiefenwahrnehmung steigern Besonders angeregt werden sie also durch Bewegung und dass Laufen über unterschiedliche Untergründe.
Tritt ein Pferd beispielsweise im Gelände auf einen Stein oder eine Wurzel, dann melden die Rezeptoren, dass es ein Ungleichgewicht in den Gelenken gibt. Daraufhin erhalten die zuständigen Muskeln den Befehl der Stabilisierung.
Wir können z.B. durch sehr eintöniges Reiten (immer gleicher Untergrund) die Nervenbahnen verkümmern lassen. Gleiches gilt für Bewegungsmangel, der unter den Pferden mittlerweile ziemlich weit verbreitet ist: Viele Pferde stehen in einer Box oder auf einem kleinen Paddock und haben nur wenige bis gar keine Bewegungsanreize. Ein Trail dagegen ist eine super Schulung für das propriozeptive System.
Schädigungen können auch durch ein Trauma hervorgerufen werden. Wenn das System nicht mehr richtig funktioniert kann das Pferd mehr stolpern, schlürft oder kann den Takt nicht halten bzw. hat ein Problem mit der Balance. Was auch noch interessant zu wissen ist sie sind oftmals Schreckhafter

Durch gezieltes Training werden die Nervenbahnen stimuliert, und das Körpergefühl verbessert, in dem Zusammenhang steht das Gleichgewicht, Trittsicherheit und die koordinativen Fähigkeiten (besserer Bewegungsablauf). Ängstliche Pferde können durch eine bessere Selbstwahrnehmung ruhiger und gelassener werden, Pferde die nach einem Unfall oder einer Lahmheit Kompensationsmechanismen entwickelt haben, können ihr ursprüngliches, physiologisches Bewegungsmuster zurückerlangen.
Ich hoffe ihr versteht es jetzt ein bisschen besser- bei Fragen nur zu 

29/11/2019

Ausgleichssport
dieses Thema ist vor allem in der Zeit nach/vor Weihnachten wieder sehr präsent. Ich möchte euch daher mal erklären wie ich es Handhabe und warum.
Ich gebe ehrlich zu, es gibt Sportarten, die liegen mir nicht^^
Joggen/Laufen z.B. ist eine Sache, die mir keinen Spaß macht – die ich aber trotzdem betreibe alleine schon im Sommer gerne wegen meinem Hund
Jetzt aber erst einmal zum Reiten:
Wer sagt Reiten sei KEIN Sport saß noch nie auf einem Pferd. Denn Reiten ist sehr wohl Sport. Es ist (normalerweise) kein Sport, bei dem man einen hochroten Kopf bekommt und am Ende schwitzend und nach Atem ringend absteigt- was aber nicht heißt das dies nicht vorkommt. Ich bezeichne oder vergleiche es ehr mit Joggen und Squash. Aber Reiten ist trotzdem Sport, es hält uns fit und es ist ein Muskeltraining von Kopf bis Fuß.
Denn beim Reiten muss sich unser Körper ständig den Bewegungen des Pferdes anpassen.
Wenn man sich die Gangarten genauer ansieht z.B.
: der Schritt:
Beim Schritt bewegt sich unser Becken und es fühlt sich an, als würden wir rückwärts Radfahren oder walken. Dabei werden unsere Muskeln rhythmisch an- und abgespannt – und das von Gangart zu Gangart unterschiedlich. Das ist wichtig, denn nur so können wir unser Gleichgewicht halten. Beim Vier Takt Schritt oder Tölt werden die Muskeln deswegen anders beansprucht als beim Drei Takt Galopp oder beim Zwei Takt Trab oder Pass. So werden unsere Muskeln einerseits gestärkt und andererseits gelockert. Selbst tiefe Verspannungen können durch den Wechsel aus An- und Abspannung gelöst werden.
Ich lache da zwar immer ein bisschen drüber, weil ich schon ganz genau hinschauen muss, bis ich meine Bauchmuskeln sehe, aber: Beim Reiten trainierst du neben den Rückenmuskeln auch deine Bauchmuskulatur. Beide Muskelpartien sorgen dafür, dass du aufrecht und locker sitzen und den dreidimensionalen Bewegungen deines Pferdes folgen kannst.
Für mich z.B. ist das Rückentraining extrem wichtig.
Ebenfalls gestärkt wird die Beinmuskulatur, hierbei vor allem die hintere Oberschenkelmuskulatur, weil auch hier ein stetiges An- und Abspannen der Muskeln erfolgt. Gleiches gilt für die Arme und die Schultern.
Wie schon oben gesagt ist reiten eins der besten Ausdauer und Koordinationstraining. schließlich bewegen wir unsere Körperteile unabhängig voneinander: Die eine Hand macht etwas anderes als die andere Hand und die Füße haben ebenfalls ganz eigenständige Aufgaben.
Was für mich aber absolut wichtig ist- Der Ausgleichsport
Jeder hat ja eine andere Bewegung bei der Arbeit- ich persönlich sitze ein Glück nicht viel. Was ich aber sagen kann, ist das reiten allein mich nicht fit und sportlich macht
Oftmals sehe oder höre ich das Pferdebesitzer ein komplett fittes Pferd haben möchten aber selber dies nicht vorweisen können.
Was ist also das Problem bei der ganzen Sache
Sind meine Bauch- und Rückenmuskeln schwach, dann kann ich nicht locker aufrecht sitzen. Ich verliere Gleichgewicht und Balance. (nerve mein Pferd in der Bewegung)
Meine Muskeln verkrampfen, weil ihnen die Kraft fehlt. Oder ich falle zusammen und der Rücken wird zum Rundrücken.
Wie auch immer: Wenn mir die Muskulatur fehlt, dann fange ich an mich zu verspannen. Ich bekomme feste Schultern beim Reiten und ich kann nicht mehr locker mit dem Becken mitschwingen.
Kurzum: Ich beginne mein Pferd zu blockieren und zu stören.
Das Ergebnis: Es wird niemals korrekt und gesund über den Rücken laufen können.
Und dabei ist doch genau das unser Ziel: Wir wollen unser Pferd gymnastizieren und es dazu bringen, dass es trotz unseres Reitergewichtes seinen Rücken aufwölbt. Nur dann kann es uns tragen ohne Schaden zu nehmen.
Deswegen ist es wichtig, dass wir nicht nur unser Pferd gesund trainieren, sondern uns auch selbst fit halten. Und vor allem jetzt im Winter, wo es früh dunkel wird, sollten wir uns dieses Thema wirklich zu Herzen nehmen. Wenn es früh dunkel wird und kalt ist, dann ist es viel verlockender sich mit Decke, Tee und Buch aufs Sofa zu kuscheln, als einen Spaziergang zu machen oder eine Runde joggen zu gehen.
Auch mir geht es so. Hinzu kommt, dass mir auch einfach die Zeit fehlt. Deswegen werde ich dir an dieser Stelle nicht mit erhobenem Zeigefinger sagen, dass du unbedingt noch nach dem Stall ins Fitnessstudio gehen solltest. Das kann ich ja selbst nicht immer machen. Aber ich finde es wichtig, dass wir uns immer wieder bewusstmachen, wie wichtig es für unser Pferd ist, dass wir Reiter fit sind (abgesehen natürlich davon, dass es auch uns guttut).
Ich versuche mir als Ziel zu setzen so oft es geht mit meinem Partner zum Sport zu gehen und ein gezieltes Muskelgruppentraining zu absolvieren. Ich habe das Glück das wir uns gegenseitig motivieren und er auch Verständnis für andere Uhrzeiten für Sport hat die bei mir bedingt durch das Pferd anfallen
Wie bringt Ihr das denn unter einen Hut bzw. macht ihr einen Ausgleichssport?

Adresse

Strohwalde
Gräfenhainchen
06773

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