Chronik des VfB Ginsheim
Die hier zusammengetragene Chronik des VfB Ginsheim stützt sich im wesentlichen auf die Arbeit von VfB Mitglied Helmut Gogräfe anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 1991. Bemerkenswert ist, dass die 1991 verfasste Chronik, die sich auch mit damaligen, zeitkritischen Themen befasst hat, fast vollständig übernommen und auf die heutige Zeit übertragen werden k
onnte - so wenig ändern sich die Zeiten! Chronik
Im Jahr 2001 besteht der VfB Ginsheim im 85. Ein guter Grund die Zeit einmal kurz anzuhalten, um eine Standortbestimmung vorzunehmen, Zielvorstellungen zu überdenken und gegebenenfalls neu zu formulieren. Aber auch, um zurückzublicken und ein wenig in der Vergangenheit zu "baden". Insbesondere der letzte Punkt findet nicht immer und bei allen unserer Vereinsfreunde ungeteilten Beifall. Das "Heute" und natürlich die Zukunft interessiert mehr. Was soll die Vergangenheit? Die Antwort auf diese Frage ist jedoch relativ leicht. Die Wurzeln für die Gegenwart und damit auch für die Zukunft liegen in der Vergangenheit. Wer wissen will, warum er wo steht und wer in die Zukunft plant, muss wissen, woher er kommt. Etwas sehr wichtiges kommt noch hinzu, Ein Verein kann im negativen Fall eine gesichtslose Masse sein. Er kann sich aber auch eine unverwechselbare Identität geben. Hierzu gehört neben Anderem ein über die Zeit gewachsenes, sinnvolles und zielgerichtetes Handeln. Die Ziele der Vergangenheit sollten die Ergebnisse von heute sein, während diese wiederum Basis für weitere Zielsetzungen sein müssen. Korrekturen aufgrund gewonnener Erkenntnisse sind natürlich notwendig. Der VfB hat sich diese Identität geschaffen. Ein Verein gewinnt Kontur
Es war ein langer, nicht immer leichter, von manchem "Bruch" begleiteter, schließlich aber doch erfolgreicher und für viele sicher auch freudvoller Weg, den der im April 1916 von den Gründern Heinrich Härtling und Anderen aus der Taufe gehobene Fußballverein "ALEMANNIA 1916" gehen musste, ehe er der moderne VfB des Jahres 2001 geworden ist. Wir werden in der Folge auch auf die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums geschriebene Chronik verweisen und nicht jedes dort beschriebene Ereignis oder jeden dort genannten Namen wiederholen. Es dient ganz einfach der besseren Lesbarkeit der nachfolgenden Betrachtungen. Da diese Ereignisse aufgeschrieben sind, gehen sie mit Sicherheit nicht verloren. Die Schwierigkeiten, ein eigenes Selbstverständnis, eine eigene Identität zu finden, zeigten sich insbesondere in den ersten Jahren nach der Gründung, während und kurz nach dem 1. Neuorientierung und Reorganisation - damals noch Fremdwörter - waren an der Tagesordnung. ALEMANNIA 1916
F.C. OLYMPIA
SPORTVEREIN 1916
FREIE TURNGEMEINDE
VIKTORIA 1921
hießen die Stationen, ehe am 13. Januar 1924 der dann länger lebende SPORTVEREIN 1924 ins Leben gerufen wurde. Der 2. Weltkrieg allerdings erzwang ein erneutes "out". Aber bereits im Februar 1946 gelang die Reanimation. Heinrich Kunz wurde der erste Präsident des ab sofort mit "VEREIN für BALLSPIELE" firmierenden Fußballclubs. Es musste damals ein neuer Name gefunden werden, da die Siegermächte zwecks Vergangenheitsbewältigung per Kontrollratsbeschluss die Wiederverwendung alter Vereinsnamen untersagt hatten. Der alte Name "SPORTVEREIN 1924" klang in der Tat "hochverdächtig". Der gesellschaftliche und soziale Umbruch, der die Nachkriegszeit prägte auch die Sportvereine und das, wie wir meinen, mit ausschließlich positiven Folgen. Das Vereinsleben blühte in einer bis dahin nie gekannten Weise. Wie man der oben zitierten Chronik entnehmen kann, wurde von diesem Boom auch der VfB erfasst. Zu den sportlichen Erfolgen - für einen Sportverein angestrebtes Ziel - kam, dass der Verein auch seinen Platz in der Gesellschaft gefunden halte. Er hatte sich seine individuelle Identität geschaffen. Das Leben, auch das eines Vereines, verläuft selten wie eine Gerade, eher schon in Wellenbewegungen. Nur wer das Tal kennt, weiß, wie schön es auf dem Gipfel ist. Lebende Organismen aber verlagern Funktionen kranker Organe immer auf andere Teile ihres ichs. Dies war und ist auch beim VfB Ginsheim so. Die Stärke des Vereins liegt mit in der Jugendarbeit. Sie ist bemerkenswert und allseits anerkannt. Die Verleihung der "SEPP HERBERGER PLAKETTE" im Jahre 1991 ist nur die offizielle und äußere Anerkennung der hier erbrachten Leistungen. Die wirkliche Belohnung der Betreuer und Trainer aber liegt in dem Wissen, ihre Zeit für das wertvollste Potential unserer Gesellschaft, unsere Kinder und Jugendlichen, verwendet zu haben.