Trainingstermine:
Di, 20-22h in der Sporthalle der Ludwig-Uhland Schule, Aulweg 120
Fr, 18:00 - 20:00h in der Sporthalle der Ludwig-Uhland Schule, Aulweg 120
Was ist Historisches Fechten? Das Fechten gehört neben Boxen und Ringen zu den ersten sportlichen Wettbewerben der Menschheit. Heute denken wir beim Begriff "Fechten" zuerst an das olympische Wettkampffechten. In den Jahrhunderten vor den
beiden Weltkriegen wurde das Fechten zweckmäßiger betrieben: das sogenannte Ernstfechten war ein beliebtes Mittel zum Beilegen von Meinungsverschiedenheiten. Neben dem Kriegseinsatz wurde das Fechten früher bereits als sinnvolle körperliche Ertüchtigung neben dem Turnen auch von der einfachen Bevölkerung betrieben und sportliche Wettkämpfe darin abgehalten. Der Unterschied zwischen dem modernen Sportfechten und dem damaligen Sportfechten liegt in der Erhaltung kämpferischer Grundsätze im nicht tödlichen Wettkampf. Anders als im heutigen olympischen Fechten hatten der damalige Fechtsport und das Gefecht also die gleichen Regeln. In dieser Zeit haben unterschiedlichste Meister versucht ihre Techniken schriftlich festzuhalten, um sie Schülern besser lehren zu können. Diese Fechtbücher bilden die Grundlage auf der die Bewegung des historischen Fechtens (international HEMA = historical european martial arts) versucht die kämpferischen Disziplinen Europas zu rekonstruieren. Im Gegensatz zur asiatischen Traditionspflege wurden die alten Techniken in Europa mit dem raschen technologischen Fortschritt der Industrialisierung immer weiter verdrängt. Einziges uns erhaltenes und gepflegtes Fragment der Künste der alten Meister ist das moderen Sportfechten. Diese verlorenen Künste unterscheiden sich grundlegend von den armseligen Darstellungen der Unterhaltungskultur und sind in ihrer Ausführung zielführender. Spaß an der Fechtkunst und ihrer Geschichte. Sportliche Betätigung in angenehmer und entspannter Atmosphäre. Die Freifechter Gießen beschäftigen sich als Abteilung des MTV 1846 Gießen mit der Aufarbeitung der alten Fechtbücher, um deren Inhalt zu interpretieren und daraus wieder eine lebendige Kampfkunst zu erstellen. Als Mitglied unserer Abteilung kann man sich aktiv mit der historischen Arbeit an den Fechtbüchern befassen oder auch nur unsere Interpretation erlernen. Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit den Quellen des Hochmittelalters (spätes 14. Jahrhundert) und der frühen Neuzeit (ab 1500). Diese lehren uns den Kampf mit dem langen Schwert (der klassischen zweihänigen Waffe der Ritter), dem Dussack (einer frühen Form des Säbels) und dem Rapier (welcher in der Neuzeit das lange Schwert als meist verwendete Klingenwaffe ablöste). Interessierte können sich gerne vorab mit dem Werk "Gründtliche Beschreibung der freyen Ritterlichen und Adelichen kunst des Fechtens" von Joachim Meyer oder dem Pseudo-Peter von Danzig Manuskript Cod.44.A.8 befassen, welche die Hauptquellen unserer Abteilung bilden. Ein Einstieg bei uns setzt allerdings keineerlei Vorkenntnisse voraus. Die Freifechter freuen sich auf euch! Fechtergruß.