14/09/2026
Vier Hassianer für Deutschland – auf dem Weg zur Drachenboot-Weltmeisterschaft nach China
Anne Andersen, Sabine Walther, Jörg Stracke und Hans-Jürgen Schremmer vertreten den Gießener Ruderclub Hassia bei der ICF-Weltmeisterschaft in Hangzhou
Ein besonderer sportlicher Erfolg für den Gießener Ruderclub Hassia 1906 e.V.:
Gleich vier Sportlerinnen und Sportler des Vereins gehören der Deutschen Drachenboot-Nationalmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) an. Ende September werden sie Deutschland bei den ICF Dragon Boat World Championships 2026 in Hangzhou, China, vertreten.
Anne Andersen, Sabine Walther, Jörg Stracke und Hans-Jürgen Schremmer reisen gemeinsam mit rund 35 weiteren Mitgliedern des deutschen Nationalmannschaftskaders nach China. Für das Gießener Quartett bildet die Weltmeisterschaft den Höhepunkt einer intensiven Saison und zugleich eine besondere Anerkennung der kontinuierlichen sportlichen Arbeit.
Von der Lahn zur Weltmeisterschaft
Die Weltmeisterschaften finden vom 30. September bis 3. Oktober 2026 im Fuyang Water Sports Centre in Hangzhou statt. Bei dem internationalen Großereignis werden rund 1.000 Athletinnen und Athleten aus mehr als 40 Ländern erwartet. Die ICF bezeichnet die Veranstaltung als wichtigen Meilenstein für die internationale Entwicklung des Drachenbootsports.
Für die vier Nationalmannschaftsmitglieder des Gießener Ruderclubs ist die Reise nach China der vorläufige Höhepunkt eines langen sportlichen Weges, der viele Jahre zuvor auf der Lahn begonnen hat.
Neue 8er-Drachenboote – ein weiterer Schritt Richtung Olympia?
Eine besondere Bedeutung für die Weiterentwicklung des Drachenbootsports hat die Einführung der 8er-Drachenboote. Die ICF hat die kleinere Bootsklasse inzwischen ausdrücklich in ihre internationalen Regeln aufgenommen.
Drachenboot war bei den World Games 2025 in Chengdu erstmals als offizielle Sportart vertreten und entwickelte sich nach Angaben der ICF zur meistgesehenen Sportart der Veranstaltung. Zudem verweist der Verband auf die erfolgreiche Präsentation des Drachenbootsports als Demonstrationssport bei den Olympischen Spielen in Tokio und Paris.
Damit rückt für die internationale Drachenboot-Gemeinschaft ein großes Ziel weiter in den Fokus: die mögliche Aufnahme des Drachenbootsports in das olympische Programm.
Die Entwicklung kleinerer Bootsklassen und die zunehmende Präsenz bei internationalen Multisportveranstaltungen könnten auf diesem Weg eine wichtige Rolle spielen. Für die Gießener Nationalmannschaftsmitglieder bedeutet die Teilnahme in Hangzhou daher nicht nur den Start bei einer Weltmeisterschaft, sondern auch das unmittelbare Erleben einer wichtigen Entwicklungsphase ihrer Sportart.
Vier Hassianer – ein Nationalteam
Für Sabine Walther und Jörg Stracke ist die Weltmeisterschaft in China ein weiterer Höhepunkt ihrer internationalen Karriere. Beide waren bereits bei den Weltmeisterschaften 2022 im tschechischen Račice und 2024 in Puerto Princesa auf den Philippinen erfolgreich und gewannen dabei zahlreiche Medaillen in unterschiedlichen Bootsklassen für Deutschland.
Mit Anne Andersen und Hans-Jürgen Schremmer wird das erfahrene Duo in diesem Jahr durch zwei weitere Nationalmannschaftsmitglieder des Gießener Ruderclubs ergänzt. Andersen verfügt dabei bereits über eine langjährige internationale Sportkarriere: Schon 2008 vertrat sie erstmals Deutschland bei internationalen Wettkämpfen im Drachenboot. Zuvor war sie als Ruderin für die RG Wetzlar und das dänische Olympiateam aktiv.
Dass gleich vier Sportlerinnen und Sportler eines Vereins Teil des deutschen WM-Aufgebots sind, ist für die Hassia ein außergewöhnlicher Erfolg. Dahinter stehen viele Jahre Training, zahlreiche Wettkämpfe, eine konsequente Vorbereitung auf die Auswahlverfahren des DKV-Kaders sowie Trainingslager in ganz Deutschland.
Die Berufung in den Nationalmannschaftskader ist damit nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern auch ein Beleg für die sportliche Entwicklung innerhalb des Gießener Ruderclubs.
Die vier Athletinnen und Athleten stehen stellvertretend für das Drachenboot-Sportteam „Wilde Hassianer“, die sich über viele Jahre auf nationalen und internationalen Regatten einen Namen gemacht haben.
Drachenboot – Mannschaftssport auf höchstem Niveau
Drachenboot ist eine Sportart, in der die individuelle Leistungsfähigkeit nur ein Teil des Erfolgs ist. Entscheidend ist das perfekte Zusammenspiel des gesamten Bootes.
Kraft, Ausdauer, Technik und taktisches Verständnis müssen in einen gemeinsamen Rhythmus gebracht werden. Jeder Paddelschlag soll möglichst synchron erfolgen. Auf internationalem Niveau können wenige Hundertstelsekunden über Sieg, Platzierung und Medaille entscheiden.
Diese Verbindung aus individuellem Leistungsanspruch und kompromissloser Teamarbeit macht den besonderen Reiz des Drachenbootsports aus – und stellt zugleich hohe Anforderungen an die Athletinnen und Athleten.
Gießener Drachenbootsport mit internationaler Strahlkraft
Der Weg des Nationalmannschaftsquartetts beginnt nicht in China, sondern auf der Lahn in Gießen.
Die Drachenbootabteilung des Gießener Ruderclubs Hassia 1906 e.V. hat sich über viele Jahre zu einer festen Größe im deutschen Drachenbootsport entwickelt. Die „Wilden Hassianer“ nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Meisterschaften teil und stellen immer wieder Sportlerinnen und Sportler für die deutschen Nationalmannschaften.
Zugleich engagiert sich der Verein für die Entwicklung des Drachenbootsports in der Region. Mit dem Gießener Drachenbootcup veranstaltet die Hassia seit vielen Jahren eine große Regatta auf der Lahn. 2026 fand bereits die 21. Auflage statt.
So verbindet der Verein Breitensport, Vereinsleben und internationalen Leistungssport – vom gemeinsamen Training auf der Lahn bis zur Weltmeisterschaft auf der anderen Seite der Welt.
Jetzt geht der Blick nach Hangzhou
Ende September heißt es für das Gießener Quartett: Nationaltrikot an und Kurs auf China.
Für den Gießener Ruderclub Hassia ist die Teilnahme von gleich vier eigenen Sportlerinnen und Sportlern ein besonderer Moment. Sie repräsentieren nicht nur den Verein, sondern auch die sportliche Arbeit und die Gemeinschaft des Vereins.
Die gesamte Hassia blickt daher mit Spannung auf die Wettkämpfe in Hangzhou und wünscht dem deutschen Nationalteam eine erfolgreiche und verletzungsfreie Weltmeisterschaft.
Von der Lahn nach Hangzhou.
Vier Hassianer. Ein Nationalteam. Ein gemeinsames Ziel.
Volle Kraft voraus für Deutschland!