S04 Historie

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Stichtag 13. Juni 2010. Vor 16 Jahren verpflichtet der FC Schalke 04 Atsuto Uchida. Es ist die zweite Sommerperiode, in ...
13/06/2026

Stichtag 13. Juni 2010. Vor 16 Jahren verpflichtet der FC Schalke 04 Atsuto Uchida. Es ist die zweite Sommerperiode, in der Felix Magath als Trainer und Sportvorstand die Personalpolitik für den Lizenzspielerkader der Königsblauen gestaltet. Auch diesmal werden zahllose Namen gehandelt.

Aus dem Wettbieten um Michael Ballack sei der S04 ausgestiegen, auch Javier Pinola vom 1. FC Nürnberg komme nicht. Dafür könnte etwas dran sein am 18-jährigen griechischen Talent Kyriakos Papadopoulos von Olympiakos Piräus. Eher beiläufig vermeldet der Club, dass man einen jungen Rechtsverteidiger aus Japan geholt hat.

Atsuto Uchida kommt von den Kashima Antlers zu den Königsblauen. Die Ablösesumme soll 1,3 Millionen Euro betragen. Dreimal hat der 22-Jährige mit seinem alten Verein die japanische Meisterschaft gewonnen, steht im Kader seines Heimatlands bei der Weltmeisterschaft in Südafrika. Auf Schalke soll er die Nachfolge von Rafinha antreten. Hier ist er nach dem Chinesen Hao Jun Min der zweite asiatische Spieler. Uchida wird sich in den kommenden Jahren in die Herzen aller Fans spielen.

In seiner ersten Saison kommt er auf 26 Einsätze in der Bundesliga, ist ebenso Stammspieler, als der S04 das Halbfinale der Champions League erreicht und steht auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions, als Schalke 04 durch ein 5:0 im Finale gegen den Zweitligisten MSV Duisburg zum fünften Mal den DFB-Pokal gewinnt.

Als Rechtsverteidiger bildet Uchida in den folgenden Jahren mit Jefferson Farfan ein Tandem, das die Fans begeistert. Unermüdlich läuft Uchida defensiv alle Lücken zu und schaltet sich zudem in den Angriff ein. Der sympathische Teamplayer bedankt sich für die Unterstützung aus der Kurve nach dem Schlusspfiff seinerseits häufig mit einer tiefen Verbeugung.

Bis zum Sommer 2017 absolviert Uchida 153 Pflichtspiele für Schalke 04, in denen er zwei Tore erzielt. Dreimal kommen die Knappen in dieser Zeit ins Achtelfinale der Champions League. Als er sich im September 2017 beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart persönlich von den Fans in der VELTINS-Arena verabschiedet, verliest er eine eigenhändig geschriebene Rede, die zu Herzen geht. An diesem Tag verbeugen sich alle Schalker vor Atsuto Uchida.

Stichtag 11. Juni 1933. Vor 93 Jahren steht Schalke 04 erstmals im Finale um die Deutsche Meisterschaft – und muss Lehrg...
11/06/2026

Stichtag 11. Juni 1933. Vor 93 Jahren steht Schalke 04 erstmals im Finale um die Deutsche Meisterschaft – und muss Lehrgeld zahlen. In den beiden Wochen nach dem ersten Einzug in das Endspiel um den nationalen Titel schweben die Knappen auf einer Woge der Euphorie. Zu überzeugend ist der Sieg im Halbfinale gewesen: 4:0 gegen 1860 München, und das mit einer Galavorstellung.

„Die beste Stürmerleistung seit 1926“, seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse, attestiert die „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung“ in der Partie gegen die „Löwen“ der Mannschaft von Trainer Kurt Otto, der seit Sommer 1932 Trainer ist. „Die Schalker Leistung in diesem Treffen ist und bleibt eine Großtat!“

Noch etwas ist bemerkenswert: Seit 1903 wird der Deutsche Fußballmeister ermittelt. Ein einziges Mal schafft es ein Club aus dem Westen ins Finale: 1913 der Duisburger Spielverein. Nun steht bei der Paarung bereits fest, dass der neue Titelträger aus dieser Region kommt, denn Schalkes Kontrahent im Endspiel in Köln heißt Fortuna Düsseldorf.

Auch daraus ziehen die Gelsenkirchener Zuversicht. Im Finale um die Westdeutsche Meisterschaft sechs Wochen zuvor haben sie die Fortunen mit 1:0 bezwungen. Siegtorschütze ist Fritz Szepan. Eine Woche vor dem Finale testet man in der Glückaufkampfbahn gegen den 1. FC Nürnberg und gewinnt klar mit 4:1. Hermann Nattkämper, Hans Rosen, Szepan und ein Eigentor des FCN sorgen für die Treffer. Schalkes Brust wird immer breiter.

Anschließend beziehen die Knappen ein Trainingslager in Haltern. Vorher heißt es, hier habe man sich genau die Ruhe und Ablenkung geholt, die man gesucht habe. Nach der Partie sehen viele Spieler hierin einer der Ursachen für die Niederlage. Das schöne Wetter, das Baden im See habe zu viele Urlaubsgefühle ausgelöst.

Denn als das Finale an jenem Sonntag vor 60.000 Zuschauern um 16 Uhr in Köln angepfiffen wird, sind die Düsseldorfer sofort da, während Schalke nie wie gewohnt ins Spiel findet. Schon in der 10. Minute bringt Felix Zwolanowski die Fortunen nach einer flüssigen Kombination durch die Abwehr der Knappen in Führung.

Erst nach der Halbzeit prüfen die Gelsenkirchener bei Chancen von Szepan, Emil Rothardt und Ernst Kuzorra den gegnerischen Keeper Willi Pesch. Als die Düsseldorfer dann durch Paul Mehl auf 2:0 erhöhen, der eine Flanke von Stanislaus Kobierski eindrückt (70.), ist das mehr als die Vorentscheidung. Die Fortunen sind bis zum Schluss dem dritten Tor näher als die Knappen dem Anschlusstreffer - und erzielen es schließlich durch Georg Hochgesang, der aus 16 Metern Torhüter Hermann Mellage bezwingt (85.).

„Der schwarze Tag der ‚Knappen‘“ titelt die „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung“ in ihrer Ausgabe am Tag danach. Sofort hagelt es Kritik am Schalker Spielstil, den der renommierte Schiedsrichter und spätere DFB-Präsident Dr. Peco Bouwens als „allzu sehr gekünzelt und übertrieben technisch“ brandmarkt. „Fortuna hat absolut verdient gewonnen“, räumt Schalkes Trainer Kurt Otto ein. „Man muss aber bedenken, dass wir vier junge Spieler in der Mannschaft haben und diese waren eben der Nervenprobe noch nicht gewachsen.“

Die Vorwürfe, nicht genug „gekämpft“ zu haben, zeigt bei den Schalkern Wirkung. Trainer Otto muss trotz des bislang größten Erfolges gehen. Sein Nachfolger Hans „Bumbas“ Schmidt wird als Coach eine bessere Balance zwischen den Kombinationen des Kreisel-Fußballs und dem physischen Dagegenhalten herbeiführen. Die jungen Spieler, die an jenem Tag noch Lehrgeld zahlen müssen, sind Hans Bornemann (19 Jahre) und Otto Tibulsky (20 Jahre). Sie werden im folgenden Jahrzehnt Meisterschaften in Serie gewinnen.

10/06/2026

Stichtag 10. Juni 1972. Vor 54 Jahren zieht Schalke 04 nach einem Elfmeterdrama ins Pokalendspiel ein. In der Saison 1971/1972 wird der DFB-Pokal in seinen Hauptrunden mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Dabei haben die Königsblauen, die sich in der Bundesliga einen Zweikampf mit Bayern München um die Meisterschaft liefern, bis zum Halbfinale schon einige Hochkaräter aus dem Rennen geworfen.

In der ersten Runde profitieren sie davon, dass Hertha BSC beim Rückspiel den bereits durch den DFB wegen des Bundesligaskandals gesperrten Zoltan Varga einsetzt. So drehen die Berliner zwar das 1:3 in der Glückaufkampfbahn mit einem 3:0 im Olympiastadion. Jene Partie wird wegen des Einsatzes von Varga annulliert und mit 2:0 für den S04 gewertet. Im Achtelfinale setzt sich die Elf von Trainer Ivica Horvat gegen Fortuna Düsseldorf (2:1/1:1), im Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach (1:0/2:2) durch.

In der Runde der letzten Vier scheint es zu einem weiteren Duell mit den Bayern zu kommen. Die Münchner scheiden indes im Viertelfinale trotz eines 3:0-Heimsiegs gegen den 1. FC Köln aus, weil sie im Rückspiel in der Domstadt mit 1:5 unter die Räder bekommen.

Nicht viel besser ergeht es den Schalkern im Hinspiel des Halbfinales. Konnten sie in Köln in der Bundesliga zu Beginn der Rückrunde noch 1:0 gewinnen, setzt es im Pokal eine deutliche 1:4-Abfuhr. Dabei führen die Schalker in der Kölner Radrennbahn zur Halbzeit durch Klaus Fischer mit 1:0 (15.). Nach der Pause werden sie überrollt: Zweimal Hannes Löhr (67./85.), Bernd Cullmann (52.) und Wolfgang Overath (72.) machen mit ihren Toren das Tor zum Endspiel für den „Effzeh“ ganz weit auf.

Im Rückspiel auf Schalke benötigen die Knappen daher einen Sieg mit drei Toren Differenz (Auswärtstore haben im Gegensatz zum Europapokal keine Bedeutung). Nach furiosen 41 Minuten ist Ziel durch Tore von Rolf Rüssmann (15.), Klaus Fischer (32.) und Klaus Scheer (41.) erreicht. Nur kurz wogt die Glückaufkampfbahn im Freudentaumel, da schlagen die Gäste zurück: Hannes Lohr gelingt noch vor der Pause das 3:1 (42.), nach dem Wechsel durch einen Handelfmeter das 3:2 (59.).

Die Schalker Aufholjagd scheint im Keim erstickt, zumal Klaus Beverungen in der 80. Minute einen Foulelfmeter verschießt. Aber der S04 gibt nicht auf: Erneut pfeift Schiedsrichter Heckeroth Elfmeter, diesmal nach einem Foul von Jupp Kapellmann an Erwin Kremers. Diesmal schnappt sich dessen Zwillingsbruder Helmut den Ball, verwandelt zum 4:2 (85.). In der fünften und letzten Minute der Nachspielzeit segelt noch einmal eine letzte Flanke in den Kölner Strafraum: Rüssmann scheint sie sicher per Kopf zu erreichen, doch Jupp Kapellmann reißt ihn um. Erneut Strafstoß: Helmut Kremers bleibt wieder nervenstark und verwandelt zum 5:2 – Verlängerung.

In jener erhalten die Kölner einen Strafstoß und damit die Chance zum Sieg. Werner Biskup schießt, Norbert Nigbur hält (105.)! Das bleibt auch bei den Zuschauern nicht ohne Wirkung. Die Krankenwagen im Stadion sind im Dauereinsatz. So muss – wie passend nach fünf Strafstößen während der 120 Minuten – ein Elfmeterschießen entscheiden. Jenes lässt in Sachen Dramatik nahezu nichts aus.

Als Erstem versagen Stan Libuda die Nerven, doch kurz darauf tut es ihm Kölns Spielmacher Overath nach. Beverungen versucht es als neunter Schütze zum zweiten Mal – und scheitert erneut. Jürgen Glowacz kann nun den FC ins Endspiel schießen – aber Nigbur hält! Zuvor hat der Schalker Keeper selbst einen Elfmeter verwandelt. Heinz van Haaren bringt Schalke wieder in Führung, Kölns Cullmann muss nun verwandeln - und trifft nur den Pfosten. Nach 21 (!) Elfmetern steht Schalke 04 im Endspiel um den DFB-Pokal. Der Wahnsinn dieses Samstagnachmittags hat sein glückliches königsblaues Ende gefunden.

Stichtag 7. Juni 1969. Vor 57 Jahren fällt Schalke 04 am letzten Spieltag noch um drei Plätze zurück, glänzt der Chef-Tr...
07/06/2026

Stichtag 7. Juni 1969. Vor 57 Jahren fällt Schalke 04 am letzten Spieltag noch um drei Plätze zurück, glänzt der Chef-Trainer bei der letzten Partie durch Abwesenheit – und trotzdem feiert der S04 das bislang beste Abschneiden in der Bundesliga. Dabei ist das Team zum Ende der Hinrunde noch Vorletzter.

Im November 1968 hat Rudi Gutendorf vor dem 16. Spieltag als Trainer für Günter Brocker übernommen. Nach einem 0:1 bei Hertha BSC feiert „Riegel-Rudi“ mit dem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt zum Abschluss der Hinrunde den wichtigen ersten Sieg. Ihm folgen in den kommenden Monaten viele weitere. Mit 23:9-Punkten stürmen die Königsblauen in der Rückrunde aus dem Tabellenkeller bis auf den vierten Platz vor. Den UEFA-Cup gibt es indes noch nicht. Doch die Europapokal-Teilnahme haben sie aus einem anderen Grund sicher. Die Schalker stehen im Endspiel um den DFB-Pokal gegen den bereits feststehenden Meister Bayern München.

Unabhängig vom Ausgang des Finales sind die Königsblauen bereits für den Europapokal der Pokalsieger qualifiziert, da die Bayern im Landesmeister-Wettbewerb starten. Deshalb entschließt sich Gutendorf zu einem ungewöhnlichen Schritt: Der Coach begleitet seine Elf nicht zum letzten Ligaspiel bei Eintracht Frankfurt ins Waldstadion (wo das DFB-Pokal-Endspiel stattfinden wird), sondern studiert lieber parallel den Finalgegner bei seiner Meisterfeier gegen Hannover 96 (2:1) an der Grünwalder Straße.

Gutendorfs Assistent Günter Diegel coacht derweil die Königsblauen , welche die Partie bei tropischen Temperaturen eher im Schongang angehen. Die Hausherren legten etwas mehr Ehrgeiz an den Tag und siegen schließlich durch ein Tor von Bernd Nickel mit 1:0 (74.). Auf Schalker Seiten bestreitet der österreichische Regisseur Franz Hasil, dessen Engagement beim S04 nach nur einem Jahr endet, sein letztes Spiel. Er wird zur Halbzeit trotz engagierter Leistung ausgewechselt. Als die Schalker eine Woche später im Pokalfinale auflaufen, verhandelt Hasil bereits in Rotterdam mit seinem neuen Arbeitgeber Feyenoord.

Durch die Niederlage fällt der S04 noch vom vierten auf den siebten Rang zurück. Es ist dennoch die beste Bundesliga-Platzierung, denn in den ersten fünf Spielzeiten hat der Club in den Abschlusstabellen die Ränge 8, 16, 14, 15 und 15 belegt. In einer Rangliste liegt er in der Spielzeit 1968/1969 ganz vorn: Schalke 04 bleibt trotz der Niederlage zum Abschluss mit 23:11-Punkten beste Rückrundenmannschaft.

05/06/2026

Heute vor 33 Jahren (5. Juni 1993) spielt Schalke 04 eine entscheidende Rolle im Titelrennen. Herzschlagfinale in der Bundesliga: Die punktgleichen Teams von Tabellenführer Werder Bremen und Bayern München trennt vor dem letzten Spieltag der Saison 1992/1993 ein einziges Tor. Die Hanseaten müssen beim VfB Stuttgart antreten, der ihnen 1986 in ähnlicher Konstellation die Meisterschaft vermasselt hat. Der Rekordmeister gastiert im Parkstadion beim S04, muss bei einem Werder Sieg ebenfalls gewinnen und mindestens ein Tor gegenüber Bremen aufholen, um doch sollten jene ebenfalls siegen.

Vor 70.000 Zuschauern zeigen die Königsblauen eine starke Partie: Ingo Anderbrügge erzielt schnell mit einem Traumtor aus 30 Metern das 1:0 für den S04 (5.). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Mehmet Scholl (25.) gehen die Schalker dank Sascha Borodjuks Treffer (35.) mit einem 2:1 in die Pause.

In Stuttgart steht es zur Halbzeit noch 0:0, doch die Kunde von der Schalker Führung beflügelt die Bremer, die kurz nach dem Wechsel per Doppelschlag auf 2:0 stellen. Ein solcher gelingt auch den Bayern durch Tore von Lothar Matthäus (74.) und Jan Wouters (76.). Dreht sich das Rennen wie sonst so häufig noch einmal zugunsten der Münchner?

Diesmal nicht: Werder erhöht in Stuttgart auf 3:0, Sascha Borodjuk markiert m Parkstadion das Tor zum 3:3-Endstand. Den ersten Schalker Heimsieg gegen den Rekordmeister seit 1978 gibt es zwar nicht, aber der S04 feiert mit 34:34-Punkten als Tabellenzehnter einen versöhnlichen Saisonausklang.

Stichtag 3. Juni 1956. Vor 70 Jahren verspielt Schalke 04 ein mögliches Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Pfä...
03/06/2026

Stichtag 3. Juni 1956. Vor 70 Jahren verspielt Schalke 04 ein mögliches Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Pfälzer Weltmeister. Verkehrte Welt nach dem Abpfiff im Südwest-Stadion in Ludwigshafen. Eigentlich müsste der Großteil der 42.000 Zuschauer heilfroh sein, dass ihre Mannschaft 1. FC Kaiserslautern trotz deutlicher Unterlegenheit in letzter Sekunde noch mit dem 4:4-Ausgleich am vierten Spieltag der DM-Endrunde dem FC Schalke 04 einen Punkt abgeluchst hat. Doch die „Roten Teufel“ sind sauer. Nicht weniger als vier (!) Elfmeter habe ihnen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein verweigert. Mit einem riesigen Pfeifkonzert schicken sie den Unparteiischen in die Kabine.

Die beiden Weltmeister von 1954, Fritz Walter und der nicht eingesetzte Werner Kohlmeyer, attestieren dem Referee eine „sehr schwache Leistung“ (Walter). Scharfe Gegenrede gibt es dafür im Spielbericht der Zeitschrift „Fußball und Sport“: „Kreitlein soll mindestens vier Elfmeter für Kaiserslautern pfeifen, wo keine waren. Außer der geschilderten Szene Kretschmann – Schroer war überhaupt keiner drin. Das, was man bei den Engländern als hart, aber fair empfindet, das, was einem Liebrich in Hochform als das größte Plus angeschrieben wird, muß auch dem Gegner billig sein.“

Grund zum Ärger hat vielmehr die Mannschaft von Trainer Edi Frühwirth, dass sie eine so gut geführte Partie noch aus der Hand gegeben hat. Schon die 2:0 Pausenführung durch Otto Laszig (15.) und Hans Krämer (44.) war mehr als verdient. „Nicht 2:0, sondern mindestens 3, ja nicht einmal unverdient 4:0 hätte es heißen müssen“, schreibt „Fußball und Sport“, und kritisiert die zu häufigen Schalker Querpässe in aussichtsreichen Situationen. Mit einem Stürmer wie Weltmeister Helmut Rahn im königsblauen Trikot wäre die Partie schon längst entschieden gewesen.

So kommt der mit den Weltmeistern Fritz und Ottmar Walter, Horst Eckel und Werner Liebrich angetretene FCK zweimal nach der Pause durch Willi Wenzel (65.) auf 2:1 und Herbert Schroer (72.) auf 3:2 heran, doch Erwin Harkener (68.) zum 3:1 und Helmut Jagielski zum 4:2 (80.) stellen mit ihren Toren den alten Abstand wieder her. Das hätte eigentlich der Sieg für Schalke sein müssen.

Doch Wenzel trifft erneut, diesmal zum 3:4, weil Schalkes Torhüter Manfred Orzessek an einem Ball vorbei faustet (85.). Dann lässt Kreitlein für Frühwirts Geschmack zu lang nachspielen (obwohl man nicht auf dem Betzenberg ist…), was Erwin Scheffler mit dem Schlusspfiff zum 4:4-Endstand nutzt. „Es war ein sehr schnelles und kämpferisch hartes Spiel. Ich war überrascht, wie stark die Schalker Elf heute auftrumpfte“, lobt Bundestrainer Sepp Herberger.

Die geht indes nun mit 3:3 statt mit 4:2-Zählern in ihre verbleibenden drei Partien. „Der eine Punkt wird uns noch sehr fehlen“, wird Schalkes Kapitän Berni Klodt sein schlechtes Gefühl nach dem Abpfiff in Ludwigshafen nicht los. Er wird Recht behalten, auch wenn es Schalke im letzten Gruppenspiel beim Karlsruher SC noch einmal in der eigenen Hand hat. Doch auch bei den Badenern verspielt sie eine 2:1-Führung und verlieren schließlich mit 2:3, wo ein Remis die Endspiel-Teilnahme bedeutet hätte. Deutscher Meister wird Schalke 04 erst zwei Jahre später.

Die Schalker Elf auf dem Foto:
Obere Reihe (v.l.): Klodt, O. Laszig, Borutta, Sadlowski, Matzkowski, Jagielski, Krämer, Brocker.
Untere Reihe: Kretschmann, Orzessek, Harkener.

02/06/2026

Stichtag 2. Juni 1991. Vor 35 Jahren sichert sich Schalke 04 zum zweiten Mal die Meisterschaft in der Zweiten Liga. Dass die Königsblauen drei Jahre nach dem Abstieg 1988 wieder in die Bundesliga zurückkehren, ist schon beim Anpfiff des Heimspiels gegen Fortuna Köln klar. Am Tag zuvor hat der Tabellendritte Stuttgarter Kickers Unentschieden gespielt, kann mit 47:25-Punkten den Tabellenführer aus Gelsenkirchen (52:18) bei noch zwei ausstehenden Spielen nicht mehr einholen.

So können 55.000 Fans an diesem Sonntag ausgelassen den Aufstieg feiern. Für den Titel im Unterhaus der Saison 1990/1991 bedarf es noch eines Sieges, um den MSV Duisburg (49:23-Zähler) endgültig abzuhängen. Die Mannschaft von Aleksandar Ristic macht es spannend. Jens Lehmanns langer Abwurf findet Günter Schlipper, dessen tödlicher Pass Peter Sendscheid einsetzt. Der quirlige Stürmer umkurvt Kölns Torhüter Frank Agaciak, trifft aber aus zwölf Metern mit links nur den rechten Pfosten des leeren Tores (10.). 30 Sekunden später jagt Ingo Anderbrügge nach Flanke von Jürgen Luginger einen fulminanten Volleyschuss an die Latte. Wenig später scheitert Borodjuk frei vor Agaciak, schießt Vladimir Ljuty denkbar knapp vorbei. 04 vergebene beste Torchancen, stattdessen geht der Gast in Führung: Mohammed Azima erzielt es mit einem Kopfball-Heber zum 0:1 (44.).

Nach dem Wechsel läuft es für die Schalker besser: Sascha Borodjuk gleicht auf Zuspiel von Anderbrügge aus (56.), Peter Sendscheid gelingt nach weiterer schöner Vorarbeit von Anderbrügge der 2:1-Siegtreffer (76.). Das finden die Fans so gut, dass sie ab der 80. Minute den Innenraum fluten und bis an den Spielfeldrand stehen. „Ich habe entscheiden, dass wir uns diesem Ansturm nicht entgegenstellen“, erklärt Präsident Günter Eichberg nach dem Abpfiff.

Als Borodjuk das dritte Tor verpasst, will ein Fan, der neben dem Tor steht, mithelfen, geht dem Ball einen Schritt entgegen – und trifft aus kürzester Distanz auch nur den Pfosten. In der 87. Minute gibt es kein Halten mehr: Die Fans stürmen den Platz. Schiedsrichter Manfred Schmidt pfeift gar nicht mehr an. Der FC Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga und wird dort 30 Jahre lang bleiben.

Stichtag 1. Juni 1931. Vor 95 Jahren strömen über 70.000 Fans am Montagnachmittag zu einem Freundschaftsspiel des FC Sch...
01/06/2026

Stichtag 1. Juni 1931. Vor 95 Jahren strömen über 70.000 Fans am Montagnachmittag zu einem Freundschaftsspiel des FC Schalke 04 zur Kampfbahn Glückauf. Am Tag zuvor ist die Sperre des Westdeutschen Fußballverbands gegen die erste Mannschaft mit Ernst Kuzorra und Fritz Szepan abgelaufen. Sie dürfen fast ein Jahr nicht spielen, weil sie mehr Geld für ihre Einsätze erhalten haben, als die damaligen Amateurstatuten erlauben.

Das machen nachgewiesen viele Clubs, aber nur ganz wenige werden bestraft. Zu ihnen gehört Schalke 04. Schatzmeister Willi Nier nimmt sich aus Scham über die Sperre das Leben und ertrinkt im Rhein-Herne-Kanal. Der Abonnementsmeister der Ruhrbezirksliga seit 1927, der in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1930 bis ins Viertelfinale vorgestoßen ist, muss in der Saison 1930/1931 mit einer improvisierten Elf aus Spielern der Zweiten Mannschaft, Nachwuchskickern und Alten Herren die Klasse halten. Es gelingt mühsam mit einem sechsten Platz unter den neun Teams der Ruhrbezirksklasse, Gruppe A.

Nun darf Schalke 04 wieder mit allen Könnern antreten. Einnahmen werden indes dringend benötigt. So vereinbart man ein Freundschaftsspiel gegen den Westdeutschen Meister Fortuna Düsseldorf zum frühestmöglichen Zeitpunkt, gleich am Tag nach dem Ablauf der Sperre. Es ist der 1. Juni, ein Montag, ein ganz normaler Arbeitstag. Dennoch ist der Zuspruch überwältigend, eine Demonstration der Solidarität der Schalker Anhänger mit ihrem Fußball-Club.

Weit über 40.000 Anhänger drängen nach einem normalen Arbeitstag in die Glückauf-Kampfbahn, die ersten bereits am Vormittag (!). Weitere 30.000 Menschen „wogten in den Straßen“, schildert die „Recklinghäuser Zeitung“. Immer wieder muss der Anpfiff verschoben werden. „Die Fenster der Häuser sind vollgepfropft mit Menschen, Waghalsige tummeln sich auf den Dächern. Selbst der naheliegende Gasometer wird zur Tribüne“, beschreibt der Journalist Theodor Krein.

Bis zum Spielfeldrand stehen die Zuschauer, Kinder liegen auf den Tornetzen. Dass an diesem Tag niemand zu Schaden kommt, grenzt an ein Wunder. Die Partie gegen die Fortuna gewinnen die Hausherren durch ein Tor von Rechtsaußen Hans Tibulsky kurz vor Ende der ersten Halbzeit mit 1:0. Wichtiger aber: Schalke 04 darf fortan wieder mit seinem stärksten Team im Ligabetrieb mitmischen. Als die Massen nach dem Abpfiff am Montagabend nach Hause gehen, erklingt in den Straßen immer wieder ein Gesang: „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehn, der FC Schalke darf nicht untergehn!“

Stichtag 30. Mai 1979. Vor 47 Jahren wird Schalkes Bundesligaspieler Fabian Ernst geboren. 2005 kommt der defensive Mitt...
30/05/2026

Stichtag 30. Mai 1979. Vor 47 Jahren wird Schalkes Bundesligaspieler Fabian Ernst geboren. 2005 kommt der defensive Mittelfeldspieler als Nationalspieler von Werder Bremen zu den Königsblauen. In seiner Zeit beim S04 erreicht der Club 2006 das Halbfinale des UEFA-Cups, wird 2007 Vizemeister und steht 2008 erstmals im Viertelfinale der Champions League. Mit seinem einzigen Bundesligator erzielt er im Februar 2008 den Siegtreffer beim 3:2 im Derby beim BVB.

Zudem hat sich Ernst mit einem Zitat in der Vereinshistorie verewigt. Nach dem 0:1 im September 2005 in der Königsklasse beim PSV Eindhoven will ein Medienvertreter wissen, was er denn zum „schlechtesten Schalker Spiel“ zu sagen habe. Ernst, ohnehin verbal zur Einsilbigkeit neigend, antwortet lakonisch: „Wir können noch schlechter.“ Das wird ihm als Leistungsunwilligkeit ausgelegt, dabei ist es lediglich Ernsts sanfter Spott über die Wertung des Journalisten.

Als er im Januar 2009 nach 146 Pflichtspielen für Schalke 04 (3 Tore) zum Istanbuler Traditionsclub Beşiktaş wechselt, verabschiedet ihn die Nordkurve mit einem bemerkenswerten Transparent: „3,5 Jahre Kampf auf dem Rasen anstatt Gerede in der Presse. Danke, Fabian“.

Stichtag 28. Mai 1933. Vor 93 Jahren erreicht Schalke 04 erstmals das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Seit 1927 ...
28/05/2026

Stichtag 28. Mai 1933. Vor 93 Jahren erreicht Schalke 04 erstmals das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Seit 1927 kommen die Knappen dem Ziel, die Viktoria, die Trophäe für den Deutschen Fußballmeister, zu gewinnen, fast Jahr für Jahr kontinuierlich näher.

Ist in der Endrunde der Deutschen Meisterschaft 1927 und 1928 noch im Achtelfinale Schluss, erreicht man 1929 und 1930 bereits das Viertelfinale, 1932 – nach einjähriger Sperre durch den Verband – erstmals das Halbfinale. An diesem Sonntag will die Mannschaft von Trainer Kurt Otto im Probstheidaer Stadion in Leipzig gegen den TSV München 1860 nun die Hürde Vorschlussrunde nehmen.

Im Finale der Westdeutschen Meisterschaft haben die Schalker Fortuna Düsseldorf mit 1:0 geschlagen. Im DM-Achtelfinale siegt man zunächst souverän in Dortmund gegen Viktoria Berlin mit 4:1. Nach dem Viertelfinale am Essener Uhlenkrug gegen den FSV Frankfurt sind sich hingegen alle Schalker einig. Beim knappen 1:0 mit dem Siegtor in der letzten Minute durch Mittelstürmer Hermann Nattkämper hat man viel Glück gehabt. Die „Löwen“ haben parallel den VfL Benrath (2:0) und den Beuthener SuSV (3:0) bezwungen.

In Leipzig erwischen die Knappen ihren Gegner von Beginn an auf dem falschen Fuß. Münchens Torhüter Georg Ertl hat sich schon mehrfach auszeichnen müssen, bevor er in der 6. Minute chancenlos ist: Ernst Kuzorra spielt Emil Rothardt auf der linken Außenbahn frei. Dessen Flanke verwandelt Fritz Szepan volley zur Schalker Führung.

Danach werden die Sechziger besser. Sie erhalten kurz vor der Pause einen Strafstoß nach einem Handspiel von Hans Bornemann im Schalker Strafraum. Den setzt Alois Pledl jedoch neben das von Hermann Mellage gehütete Schalker Tor. So bleibt es beim 1:0 zur Halbzeit.

Das ändert sich, als Kuzorra in der 57. Minute mit einem Querpass Hans Rosen einsetzt. Der erhöht aus vollem Lauf zum 2:0. Mit klugen Zuspielen die Außen in Szene setzen: So fällt auch das dritte Tor, das Rothardt auf Vorlage von Nattkämper erzielt. Fünf Minuten später trifft Szepan aus 20 Metern zum 4:0-Endstand. Schalke 04 steht zum ersten Mal im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Der Gegner heißt Fortuna Düsseldorf, die den Vorjahresfinalisten Eintracht Frankfurt in ihrem Halbfinale ebenso klar mit 4:0 schlägt. Dennoch steht für die „Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung“ fest: „Nach der Leipziger Leistung kann Schalke 04 mit ruhigem Gewissen in das Endspiel steigen, denn bei einer gleichartig großen Leistung müsste der Enderfolg an Schalke fallen.“

Adresse

Ernst-Kuzorra-Weg 1
Gelsenkirchen
45891

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