27/07/2021
Dienstag, 27. Juli 2021, Starnberger Merkur
Gautinger Herzschlagfinale mit Happy End
VON TOBIAS HUBER
Der TC Gauting hat es doch noch geschafft – auf den letzten Drücker. Dank eines 5:4-Erfolges beim STC Oberland und gleichzeitiger Schützenhilfe aus Gersthofen darf der Tennis-Landesligist den Klassenerhalt bejubeln.
„Jetzt bin ich endgültig urlaubsreif.“ Lukas Bullemer war nach dem dramatischen Saisonfinale mit den Nerven am Ende. „Aber irgendwie hat das Ende zu dieser verrückten Saison gepasst“, sagte der Kapitän des TC Gauting nach dem 5:4 (4:2) am Sonntag beim STC Oberland. Da der TSV Feldkirchen trotz starker Aufstellung zeitgleich in Gersthofen mit 3:6 unterlegen war, schaffte der TCG noch den Sprung aus der Abstiegszone.
„Diesmal konnten wir einen Doppelabstieg vermeiden“, freute sich Bullemer, der am Vortag bereits den vermeintlichen Abstieg der Herren 30 aus der Bayernliga tatenlos hatte verfolgen müssen. „Es schaut aber ganz gut aus, dass wir doch drinbleiben. Es kommt wohl kein Absteiger runter“, sagte Bullemer. Er selbst konnte in beiden Partien nicht auflaufen. „Ich werde das Knie jetzt endlich untersuchen lassen“, sagte der Kapitän.
Er hatte im Vorfeld alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine starke Aufstellung nach Geretsried zu schicken. So trat der slowenische Routinier Mitja Zajsek erstmals in dieser Saison für den TCG an. Auch der Kroate Leon Abramovic konnte trotz zunächst anderer Planungen ins Rennen geschickt werden. „Das war auch bitter nötig, denn sonst hätten wir es nicht geschafft“, sagte Bullemer. Der Sieg der Gäste hing bis zum Schluss am seidenen Faden. „Oberland hat ebenfalls alles aufgeboten, was ging“, berichtete Bullemer.
Umso wichtiger war der gute Start für die Würmtaler. Anze Kapun und Jacob Nicolussi brachten ihr Team mit ganz knappen Siegen 2:1 in Führung, während der angeschlagene Maurice Mall knapp verlor. Da auch der seit zwei Wochen stark gehandicapte Denny Vojtischek sein Spitzeneinzel mehr oder weniger abgab, um sich fürs Doppel zu schonen, waren Abramovic und Zajsek gefordert. Beide lösten ihre Aufgaben und sorgten für die wichtige 4:2- Führung nach den Einzeln.
„Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, wie es in Gersthofen steht, mussten wir die Doppel mit vollem Risiko aufstellen“, berichtete Bullemer. Nur bei einem 7:2-Sieg hätte der TCG den Abstieg aus eigener Kraft vermieden. Dieser Schuss wäre jedoch beinahe nach hinten losgegangen.
Der STC schnappte sich zwei Doppel und glich zum 4:4 aus. Umso dramatischer wurde die Aufgabe für Nicolussi und den für den angeschlagenen Mall eingesprungenen Marcus Brede. „Es war kaum zum Aushalten“, berichtete Bullemer. Die Gautinger konnten erst den vierten Matchball verwerten. Richtig gejubelt werden durfte aber erst, als knapp zwei Stunden später die gute Nachricht aus Gersthofen eintrudelte.
STC Oberland – TC Gauting 4:5 (2:4) Einzel:
Picco - Vojtischek 6:2, 6:0; Klösters - Kapun 6:3, 3:6, 8:10; Ghedin - Abramovic 2:6, 1:6; Fiorentini - Nicolussi 4:6, 7:5, 6:10; Vonthein - Zajsek 2:6, 3:6; Maser - Mall 7:6, 6:4 - Doppel: Klös- ters/Ghedin - Kapun/Abramovic 3:6, 6:4, 10:5; Picco/Fiorentini - Vojtischek/Zajsek 6:4, 6:1; Vontheim/Rupp - Nicolussi/Brede 5:7/3:6