15/06/2017
+++ Spielbericht 16tel- und 8tel Finale +++
Wir mussten jetzt auch alle erstmal tief durchatmen, die Leistung sacken lassen und langsam anfangen zu realisieren, was da gestern eigentlich passiert ist. Denn schon jetzt steht fest, diese Saison ist eine historische. Nach den höchsten Siegen der Vereinsgeschichte in der Vorrunde, folgte nun zum ersten Mal der Einzug in die Runde der letzten 8.
Aber alles der Reihe nach.
Der Gegner im 16tel Finale hieß Waidbauer United. Und schon im Vorfeld der Partie stand fest, dass dies ein hartes Stück Arbeit werden könnte. Mit den verhinderten Marius, Doni, Lukas und Max D. mussten gleich vier Hochkaräter ersetzt werden. Doch immerhin konnte Josh nach 3 Wochen Verletzungspause wieder mitwirken und Doni im Tor vertreten.
Vor Anpfiff war die Spannung und Konzentration der verbliebenen Spieler förmlich zu greifen. Jedem war bewusst, was die Spiele für den Verein bedeuten und dass heute in jeder Szene und bis zum Ende, getreu dem Vereinsmotto, durchgelaufen werden muss.
Das Spiel begann genauso, wie wir es wollten. Wir standen kompakt in der Defensive, ließen unserem Gegner von Anfang an keinen Raum, um Chancen zu kreieren, und setzten selbst immer wieder gefährliche Angriffe.
Nach sehenswertem Doppelback vom brilliant aufspielendem Max S. hieß der Halbzeitstand hochverdient 2:0.
Auch die zweite Halbzeit verlief absolut nach Plan. Bis auf ein paar harmlose Distanzschüsschen gelang unserem Gegner gegen eine José Mourinho neidisch machende Defensive offensiv so gut wie nichts.
Wir spielten wie aus einem Guss und so hätte es nach zahlreichen Großchancen bereits 4 oder gar 5 zu 0 für uns stehen müssen.
Alte Fußballerweisheit, blabla, ihr kennt das. Bei einem eigentlich ungefährlichen Distanzschuss, der entweder im Toraus oder in den Armen unseres Torhüters gelandet wäre, hält Goalgetter und Abwehrhüne Yannick unglücklich die Rübe hin und fälscht unhaltbar gegen die Laufrichtung des Torwarts in die Maschen ab. 2:1.
Sollte es entgegen des gesamten Spielverlaufs doch noch einmal spannend werden?
Nein. Denn jetzt hatte die große Stunde unseres chilenischen Superstars Reyes geschlagen. Als er den Ball am eigenen Sechzehner an den Füßen hat, bemerkt das alte Schlitzohr, dass der Gegnertorwart etwas weit vorm Kasten steht. Er fackelt nicht lange und schlenzt die Murmel rotzfrech über den Torwart hinweg unter die Latte. Ein Tor aus gefühlten 80 Metern, das endgültig den Deckel auf dieses Spiel machte.
3:1, Endstand, Achtelfinale!
Stimmen unserer Torschützen nach dem Spiel:
Rudi: "Schon als Kind habe ich damals im tiefen Dschungel Südamerikas in Moritz Stoppelkamp Bettwäsche geschlafen und es war immer mein Traum, auch mal so ein weites Tor zu erzielen. Grüße gehen raus an Diego, Mike Hanke und Ola Toivonen."
Max S.: "Heute hab ich auch das erste Mal wirklich ernst gespielt. Hat Spaß gemacht."
Im Achtelfinale ging es dann gegen die Lewansoffskis, über die im Vorfeld gesagt wurde, sie seien noch einmal stärker, als alles was uns bisher gegenüber stand.
Wir begannen wieder wie gewohnt kompakt und hatten weitestgehend alles im Griff. Aber dann nach wenigen Minuten ein Missgeschick von Torwart Josh, der einen Pass direkt in die Füße des gegnerischen Stürmers spielt und anschließend im 1 gegen 1 den Kürzeren zieht. 0:1. Egal, Kopf hoch, weiterlaufen.
Schnell sollte uns der Ausgleich durch Rudi gelingen, doch bereits kurze Zeit später gerieten wir durch einen abgefälschten Ball und Kuddelmuddel im Strafraum wieder in Rückstand.
Das war es dann aber auch mit Chancen für die Lewansoffskis, die in der Folge höchstens durch Fernschüsse zum Abschluss kamen.
Konzentriert hielten wir an unserem Spiel fest und wurden mit dem Ausgleich durch Max S. noch vor der Halbzeit belohnt.
Die zweite Halbzeit stand dann voll im Stern der Wackeraner. Chancen über Chancen in der Offensive und alles unter Kontrolle vor dem eigenen Tor. Es folgten besondere, da seltene, Momente. Das ganze Team spürte, dass hier einiges geht, aber einer hatte ganz besonders Blut geleckt. Auf einmal spielte sich Yannick ins Rampenlicht und zwar nicht wie sonst hinten in der Abwehr, sondern vorne vor dem Tor. Sein Engagement sollte belohnt werden. Mit den Saisontoren 2, unter freundlicher Mithilfe des Torwarts, und 3 schießt er uns zur 4:2 Führung.
Als Jan bereits kurz darauf das 5:2 markiert, war der Drops endgültig gelutscht.
Angesichts der Tatsache, dass wir bis zum Abpfiff konsequent zahlreiche Großchancen verballerten, ist das Endergebnis noch eine Schmeichelei für unseren Gegner.
Doppelpacker Yannick mit bewegenden Worten nach dem Spiel: "An eventuelle Tore in der Gruppenphase erinnert sich später eh keiner. In den wirklich wichtigen Spielen muss man netzen. Keiner redet in 20 Jahren über einen Draxler oder einen Schürrle, aber ein Götze, der wird für immer in den Geschichtsbüchern stehen. Solche Leute braucht es und eben so einer bin ich auch!"
Tore: Yannick (2), Jan, Rudi, Max S.
Dieser Spieltag war einfach nur überragend. Ausnahmslos jeder Mann im Wackertrikot hat alles auf dem Platz gelassen und weltklasse gespielt. Selbst die Gegentore haben uns zu keiner Zeit aus der Ruhe gebracht, wodurch beide Spiele souverän und zu keiner Zeit ernsthaft gefährdet gewonnen werden konnten.
Nächste Woche treten wir im Viertelfinale gegen den Pokalsieger und Uniliga-Favoriten Das Blaue Ballett an. Wir werden der klare Underdog sein, haben nichts zu verlieren und wollen daher nochmal alles geben und mit einem Sahnetag ins Halbfinale einziehen. Nach jüngst beendeter Geschäftsreise eines Vereinsvertreters und neu geschlossenen Freundschaften, ist uns die Unterstützung eines ganz besonderen Clubs für das Halbfinale bereits gewiss.
Wir freuen uns drauf!