16/10/2022
Erkenne dich selbst!
Bevor du weitere Fragen stellst, stelle dir zuerst einmal die grundlegendste Frage deines Lebens: Wer bin ich?
Unbewusste Menschen und viele bleiben ihr Leben lang unbewusst, das heißt in ihrem Ego gefangen, erzählen die schneller, wer Sie sind, indem sie den Namen, Beruf, ihre persönliche Geschichte, ihr körperliches Befinden und noch vieles mehr offenbaren, womit sie sich identifizieren. Andere Menschen machen den Eindruck, höher entwickelt zu sein, weil sie allein unsterbliche Seele oder den göttlichen Geist in sich glauben. Aber kennen sie sich wirklich selbst oder haben sie dem Inhalt Ihres Denkapparates bloß noch ein paar spirituell klingelte Ideen hinzugefügt? Sich selbst zu erkennen, geht viel tiefer als ich nur ein paar Ideen oder Überzeugungen zu eigen zu machen. Spirituelle Konzepte oder Überzeugungen sind bestenfalls auf dem Wegweiser hilfreich, haben aber kaum je die Macht an deinen festen Vorstellungen davon zu rütteln, wer du zu sein glaubst, denn die gehören zur Konditionierung des menschlichen Geistes. Dich selbst im tiefsten Innern zu erkennen hat nichts mit irgendwelchen Ideen zu tun, die die durch den Kopf schwirren mögen. Die Selbsterkenntnis muss ihm sein Wort zu, statt sich im Denken zu verehren. Dein Gefühl davon, wer du bist, bestimmt das, was du für deine Bedürfnisse hältst und was für dich im Leben zählt. Und alles, was für dich zählt, hat auch die Macht dich zu beunruhigen und aus der Fassung zu bringen. Dies kannst du als Kriterium nehmen, um herauszufinden, wie gut du dich wirklich kennst, was für dich Bedeutung hat, ist nicht unbedingt das, was du sagst oder glaubst, sondern was dein Handeln und deine Reaktionen dir als relevant und wichtig vermitteln. Du wirst dir also vielleicht die Frage stellen wollen, was beunruhigt mich und bringt mich aus der Fassung?
Wenn Kleinigkeiten die macht haben dich aus der Fassung zu bringen, dann bist du der oder die du zu sein glaubst, auch genauso. Klein. Das ist dann deine unbewusste Überzeugung. Was sind Kleinigkeiten? Letztlich alles. Denn alle Dinge sind vergänglich.
Nun könntest du sagen: „Ich weiß, dass ich eine unsterbliche Seele habe" oder "Ich bin diese verrückte Welt leid und wünsche mir nur noch Frieden“. Bis das Telefon klingelt, -schlechte Nachrichten- die Börsenkurse sind eingebrochen, aus dem Geschäft wird wohl wirklich nichts, dein Auto ist gestohlen worden, die Schwiegermutter ist angekommen, die Reise fällt aus, weil der Vertrag geplatzt ist, dein Partner, deine Partnerin hat dich verlassen, es wird mehr Geld verlangt, es wird behauptet alles sei deine Schuld. Plötzlich überkommt dich eine Welle der Beunruhigung, dann Ärger, deine Stimme klingt scharf, wenn du sagst: “Jetzt reichts!“. Und dann machst du Schuldzuweisungen und Vorwürfe, gehst zum Angriff über oder verteidigst und rechtfertigst dich. Und das alles wie ferngesteuert. Irgendetwas ist dir auf einmal viel wichtiger als der innere Friede, den du dir vor wenigen Minuten noch sehnlichst gewünscht hast. Und von deiner unsterblichen Seele ist auch keine Rede mehr. Das Geschäft, das Geld, der Vertrag, der Verlust oder drohende Schaden ist wichtiger. Wem? Deiner unsterblichen Seele, von der du gesprochen hast? Nein dem „ich“ dem kleinen „ich“, das Sicherheit oder Erfüllung in Dingen sucht, die vergänglich sind und das unruhig oder wütend wird, weil ihm das nicht gelingt.
Nun ja, immerhin weißt du jetzt die Wahrheit darüber, wer du zu sein glaubst. Wenn du wirklich Frieden willst, wirst du dich für den Frieden entscheiden. Wenn Frieden dir mehr als alles andere am Herzen läge und du wirklich wüsstest, dass du Geist bist und nicht das kleine „ich“, würdest du auf schwierige Leute oder Situationen nicht blindlings reagieren, sondern absolut wach und bewusst bleiben. Du würdest die Situation sofort akzeptieren und dadurch eins mit dir werden, statt dich von ihr zu trennen. Dann würdest du aus deiner wachen Bewusstheit heraus handeln. Dein "was-du-bist-Bewusstsein" würde handeln, nicht wer du zu sein glaubst. Dein kleines „ich“ dein Handeln würde kraftvoll und effektiv sein und du würdest dir weder eine Person noch eine Situation zum Feind machen. Die Welt sorgt stets dafür, dass du dich nicht lange selbst zum Narren halten kannst, damit, wer du zu sein glaubst, in dem sie dir zeigt, was wirklich für dich zählt. Wie du, besonders angesichts von Problemen, auf andere Menschen und auf Situationen reagierst, zeigt am besten, wie tief deine Selbsterkenntnis geht. Je eingeschränkter und egozentrisch dein ein Bild von dir selbst ist, umso eher wirst du auch nur die „Ego-Begrenztheit“, die Unbewusstheit anderer sehen.