13/08/2026
Manchmal bin ich wirklich sprachlos. Vor allem dann, wenn ich hier und da durch Social Media scrolle und mir Beiträge und Kommentare von Content Creatorn oder eben „ganz normalen Menschen“ durchlese.
Ich bin sprachlos, mit welcher Selbstverständlichkeit so viele Menschen etwas zu sagen und vor allem zu bewerten haben.
Mich irritiert das.
Ja, ich habe hier und da auch eine Meinung, manchmal eine ganz andere als mein Gegenüber oder eben diese Menschen im Internet. Manchmal habe ich auch keine Meinung. Vielleicht, weil ich mich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt habe oder weil es vielleicht nicht zu jedem Thema sofort eine Meinung braucht.
Was mir gerade bei Social Media auffällt, ist, wie schnell und scheinbar oft unüberlegt eine Meinung kundgetan und über andere geurteilt wird.
Mir fällt auf, wie schnell Menschen anderen die Welt erklären wollen, von denen sie glauben, dass sie falsch liegen. Oft ohne wirklich handfeste Argumente oder gute Recherche. Oft sind es Meinungen, die aus irgendeinem Trigger heraus entstehen und kaum noch eine wirkliche Diskussion möglich machen.
Und manchmal merken diese Menschen noch nicht einmal, wie sie sich über diejenigen erheben, die anderer Meinung sind oder Dinge anders tun, weil sie überzeugt davon sind, selbst richtigzuliegen.
Auf dieser Basis ist oft weder eine Diskussion noch ein vernünftiges Gespräch möglich.
Bist du nicht so, wie ich das will, erkläre ich dir, wie du zu sein hast.
Ich glaube, dass sowohl die Person, die scheinbar anders ist, als auch die Person, die meint, sie müsse ihr die Welt erklären, es im Kern wirklich gut meint.
Was viele aber immer wieder vergessen: Jeder Mensch hat etwas anderes erlebt, andere Prägungen und Bedürfnisse und seine ganz eigenen Beweggründe, Dinge zu tun oder zu sagen.
Anstatt also ständig auf den, der nicht so tickt, wie sie es gerne hätten, draufzuhauen und ihn zu belehren, könnten sie bei sich schauen und sich fragen: Warum triggert mich diese Aussage so? Warum bekomme ich Puls, wenn diese Person XY sagt? Was ist da bei mir los?
Stattdessen hauen sie drauf und glauben, dass das der Weg ist.
So viele Menschen wünschen sich Frieden, doch dieses Verhalten ist von Frieden meilenweit entfernt.
Vielleicht ist ein erster kleiner Schritt, wenigstens zu versuchen zu verstehen, dass jeder Mensch anders ist und auch anders sein darf. Das heißt nicht, alles gutzuheißen. Es heißt vielmehr, den anderen sein zu lassen, wie er ist. So, wie sich viele wünschen, selbst so sein gelassen zu werden, wie sie sind.