07/07/2024
Just for Coffee to the Island Tour 24:
Wer am Freitag die Vorzeichen zu unserer zweiten Benefiz-Tour von Hamburg nach Föhr zusammenfassen wollte, wäre auf die Idee gekommen, den 06. Juli 2024 anders zu verbringen:
⚽️ UEFA Fussball EM: das Herren-Team der Deutscher Fußball-Bund mit außerordentlicher Leistung auf Weltspitzenniveau im Viertelfinale ausgeschieden - Herzen im ganzen Land gewonnen und pure Freude (wieder-) entfacht
🌫️ 🌬️ ⛈️ Das Wetter hat uns für den ganzen Tag sehr stark wechselnde Bedingungen vorhergesagt und mit Dauerregen und Gegenwind gedroht
Und dann: trockene Straßen, Sonnenschein UND Rückenwind aus Süd-Ost 🌬️ ☀️
Der Treffpunkt am Jungfernstieg war bereits um 05:50 mit fast 30 aufgeregten Menschen belebt. Das Gesumme der Freiläufe, das Gemurmel mit gelegentlichem Gelächter wurde nur durch die Ansagen des Supporter-Teams (Kerrin und Corinna: "Taschen und Wechselkleidung hier her!") auf die wichtigen Dinge fokussiert. Die Fahrer:innen prüften ein letztes Mal Luftdruck, Füllstand der Trinkflaschen und Rückentaschen der Trikots sowie den Fitnesszustand der Beine. Die Radcomputer (v. a. die Wahoo Fitness und von den Guides der RadCrew) wurden auf die bevorstehende Route gechecked:
- Raus aus der Stadt bis nach NIendorf
- von dort straight über Pinneberg, Elmshorn, Wacken Open Air bis zur Querung des NOK in Hochdonn
- rund um Heide, nach Husum bis nach Dagebüll zum Fähranleger nach Föhr - Friesische Karibik
200 km feinster Streckenmix mit kleinen Wirtschaftswegen, größeren Kreisstraßen. wenig Bundesstraße und sogar Gravel und 2-spurige Betonstraßen waren dabei. Die 24-köpfige Gruppe wurde am Abend zuvor durch über 20 Absagen (Krankheit, Unsicherheiten bzgl. des Wetters oder auch noch Trauer aufgrund des EM-Ergebnisses) überraschend stark dezimiert. Die Stimmung nach davon keine Notiz und war von der ersten Sekunde an Top! Vor allem begeistert uns und die Vielfalt und die Bandbreite: der 74-jährige Josef hat sich uns anvertraut, nachdem er im letzten Jahr einen heftigen Sturz in einer Gruppenausfahrt erlebte. Er fuhr clever im Wind geschützt, war auch stark im seitlichen Wind und fuhr mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung für uns alle als Vorbild!
Unsere Guides Frank, Paul und Yvonne übernahmen direkt ab Pinneberg von Lorenz Krüger die Führung und kontrollierten mit sehr konstanten 190 - 210 Watt die Geschwindigkeit. Durch diese Fahrweise bleibt die gesamte Gruppe bis in die 12. Reihe kompakt, unzählige Spitzen durch Brücken, kleine Erhebungen oder zufällige Windböen werden dadurch ausgeglichen. Die Folge: niemand geht "fliegen", kurz - dafür sehr häufig in den roten Bereich oder überhaupt aus dem Windschatten. Mit Funkgeräten an der Spitze bei Paul, im Auto und bei Lorenz konnten wir zudem sehr schnell von hinten heranrauschende KfZ, LKW oder Motorräder ansagen und damit die Sicherheit weiter hoch halten.
Die erste große Pause legten wir - vollkommen nach Plan - auf der nördlichen Seite des NOK in Hochdonn ein. Corinna und Kerrin versorgten uns mit frischem Wasser von , selbst geschmierten Stullen und ihrer einzigartigen guten Laune. Die Weiterfahrt konnte durch den Rückenwind mit Geschwindigkeiten deutlich über 35 km/h weit unterhalb der 200 Watt für die Gruppe wieder aufgenommen werden. Die Geschichten von tollen Radurlauben, der , unbedingt zu besuchenden Orten in Österreich, Frankreich und auch Deutschland machten die Runde. Jede/r wollte sich mal mit jemand anderem unterhalten, um das Thema nochmal aufzugreifen, sich den Ort / die Pension oder die Route, über die berichtet wurde einzuprägen.
Die einzige Panne, ca. 90 Minuten for Erreichen der Fähre, ereignete sich bei Peter-Boy Weber. Ein fast 3 mm langer Cut im Hinterrad konnte auch von der besten Dichtmilch nicht geschlossen werden. Der schnelle Reifenwechsel mit Einziehen eines neuen Schlauches musste wiederholt werden, weil die Ventillänge nicht zu den ZIPP 454 tubeless Felgen passte. Die notwendige 80 mm Länge des Ventils wurde schnell im Ersatzteilrucksack von Lorenz gefunden und aufgezogen. Die Fahrt konnte mit weiter anhaltend starkem Rückenwind wieder aufgenommen werden. Der Zeitplan, die Fähre um 14:04 nach Wyk zu nehmen, war noch nicht in Gefahr. Dennoch hielt die Gruppe das Tempo hoch - sicher ist sicher, damit in Dagebüll noch Zeit für Fotos und Sightseeing blieb.
Um 13.30 erreichten wir den Fähranleger in Dagebüll. Und keine:r der Mitfahrenden wurde enttäuscht: Pünktlich nach dem Einchecken der Räder auf der Fähre "Uthlande" Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH zeigt uns "Trutz Blanke Hans", was uns auch hätte blühen können. Heftige Böen, Platzregen, der seitlich peitschte und ein Temperaturabfall von fast 10°C. Doch wir alle saßen warm, trocken und überaus glücklich im noblen Bauch der Fähre und genossen die von der WDR gesponsorten Getränke. Das beste aber: Unsere Fahrräder hatten auf dem reservierten Platz "im Bauch der Fähre" einen sturzsicheren und trockenen Stand. Nichts drohte umzukippen, hin- und herzuruckeln oder gar am Oberrohr entlangzuschraben. 🙌
Die anderen Fahrgäste der Fähre, die in unserer Sitzplatznähe saßen stauten nicht schlecht über die Leistung, die wir erbracht haben. Und: es gab einige, die sich ernsthaft überlegen, im nächsten Jahr (05. Juli 2025) mitzufahren.
Der Empfang auf der Insel wurde gebührend und (wie wir alle fanden: angemessen) durch den Kurdirektor der Föhr - Friesische Karibik Herrn Jochen Gemeinhardt feierlich begangen. Er begrüßte die 25 Teilnehmenden (von denen fast die Hälfte noch nie auf der Insel waren) und dankte für diese Aktion. Schließlich gibt es auf der Insel tolle Radstrecken: sportliche, genüssliche und wunderschöne für Familien und Genießer:innen.
Doch nun zum wichtigsten der Tour: dem Café, Espresso und Latte Macchiato plus Kuchen.
Die Stattbar hielt genau das bereit, was auf Peter-Boy Weber Trikot steht: "stattBAR - there´s coffee!" Wir konnten fast unseren Augen nicht trauen und genossen nicht nur das wunderschöne Ambiente zwischen den Textilien von Lexington, der chilligen Musik und der einzigartigen guten Laune von Corinna und Kerrin. Wir genossen alles, was uns kredenzt wurde und tauschten unsere Erlebnisse der Tour, vertieften unsere Geschichten über Urlaube, Strecken und Hotspots für tolle Zeiten.
Das Wetter auf der Insel zeigte uns, was "Trutz Blanke Hans" so drauf hat: Regen, heftige Böen und die kürzesten Sonnenabschnitte, die wir jemals gesehen haben. Der Gemütlichkeit unsere "After-Ride-Session" tat das keinen Abbruch. Wir setzen uns unter die Sonnenschirme im Außenbereich, nahmen Platz im Café-Bereich oder standen vor dem Café und saugten die saubere Meeresluft der Insel ein.
Pünktlich um 16:15 brachen wir zur letzten lustigen Seefahrt auf und nahmen die Fähre um 16:40 nach Dagebüll. Dort erwartete uns der geheizte und gemütliche Bus von KING , Bus & Transporte. Und der Anhänger für unsere Rennräder. Die Behutsamkeit, Genauigkeit und der Respekt vor unseren Boliden, mit der die Räder verladen wurden, gaben uns ein einmaliges Gefühl der Sicherheit. Wir haben das beste Team zusammengestellt, um diese Tour uneingeschränkte zu genießen. In Hamburg angekommen, konnten wir um 20.35 Uhr unsere Räder wieder in Empfang nehmen. Glücklich, müde und voller Dankbarkeit und Erlebnis traten wir die letzten Meter nach Hause an.
Diese Tour steht wie jedes Jahr unter dem Motto "Touren von Herzen für KinderHerzen". Wir unterstützen durch unsere Spenden die Hilfe für Kinder, deren Herzen von Geburt an krank sind und ganz besondere Zuwendung brauchen. Stand heute, 07. Juli haben wir bereits 1708 EUR gesammelt. Bis Oktober können zu unserer Aktion noch weitere Spenden getätigt werden. Wir führen bis dahin (und darüber hinaus) noch weitere Fahrten durch und hoffen auf breite Unterstützung.
Unter bit.ly/justforcoffetotheisland können weitere Beträge gespendet werden. Jeder Beitrag hilft!
Wir sind - einen Tag nach diesem Event - voller Dankbarkeit, Demut und Vorfreude. Unser Dank gilt den Supportern dieser Tour:
Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH für die Tickets zur Insel und zurück sowie den leckeren Getränken auf der Fähre
KING , Bus & Transporte für den unfassbar gemütlichen Rücktransport für Fahrer:innen und Räder
Upstalsboom Wyk auf Föhr für das tolle Angebot, den Aufenthalt auf Föhr zu verlängern
Föhr - Friesische Karibik für den tollen Empfang auf der Insel und die Möglichkeiten auf diesem schönen Fleck Erde
Getränke Tadsen für frisches Wasser während der Fahrt
Stattbar für den leckersten Café - Jede Fahrt, egal wie lang und kurz, lohnt sich, um ihn zu genießen
Ehlers Wyk auf Föhr für den einzigarten Support und Hauptorga zusammen mit Peter-Boy Weber. Das auf die Beine zu stellen, ist eine starke Leistung!
Und nicht zuletzt: Der Dank gilt allen, die mitgefahren sind:
Yvonne
Anja
Christian
Christina
Peter-Boy Weber
Dennis
Dino
Felix
Frank
Paul
Ihno
Janine
Marie
Olly the Cyclist,
Nicolas Guenther
RV Altona e.V.
Dennis B.
Udo,
Josef
Nic
Nils
Lorenz Krüger
und viele weitere!