19/01/2016
Dem ist nichts hinzuzufügen:
https://www.facebook.com/RitterDressage/photos/a.344077905637059.82253.179590178752500/1095212187190290/?type=3&theater
"Es wird gerne darüber diskutiert, ob Seitengänge auf drei oder vier Hufschlägen geritten werden sollten, bzw. ob eine steilere Abstellung effektiver sei oder eine flachere. Die Realität ist, dass der Grad der Abstellung vom Versammlungsgrad abhängt. Nur wenn das stützende Hinterbein sich ausreichend in den oberen Gelenken beugt, kann das andere Hinterbein richtig kreuzen und die Wirbelsäule sich richtig biegen. Nur dann erfüllt die Lektion ihren gymnastischen Zweck. Fordert oder erlaubt der Reiter einen größeren Abstellungswinkel als das stützende Hinterbein verkraftet, wird dieses nicht mehr unter den Schwerpunkt treten, sondern seitlich ausweichen und dabei steif und ungebeugt bleiben. Das Pferd ist dann schief und auf der Vorhand und die Übung ist nicht nur vollkommen nutzlos, sondern sogar schädlich für das Pferd und seine Ausbildung. Es ist in der Praxis oft schwerer, Seitengänge mit geringer Abstellung zu reiten, weil man ein sehr feines Gespür dafür haben muss, ob das Pferd noch gerade und im Gleichgewicht ist, oder ob es schon ausgewichen ist. Dafür haben Seitengänge mit geringer Abstellung oft eine viel bessere lösende Wirkung als solche mit steiler Abstellung.
Traditionell gehörten Seitengänge mit flacher Abstellung zur Kampagneschule, während solche auf vier Hufschlaglinien zur hohen Schule gehören. Die Zahl der Pferde, die man regelmäßig in Seitengängen auf vier Hufschlaglinien sehen kann ist allerdings wesentlich höher als die Zahl der Pferde, die ehrlich als Schulpferde bezeichnet werden können. Bei den meisten merken die Reiter schlicht und einfach nicht, dass ihr Pferd schief und auf der Vorhand ist."
(Thomas Ritter)