Bera on tour

Bera  on tour Reiseberichte mit unsere Erfahrungen von unseren Bootstouren mit unserem Motorboot "BERA" von Sneek bis und auf dem Mittelmeer für Freunde und Gleichgesinnte .

13/07/2020

12.07.20 – 34. Tag – Saverne - Chillen

Die Entscheidung hier einen Tag länger zu bleiben war uns gestern leichtgefallen. Zum einen waren wir nach drei Tagen mit 6 bis 8 Stunden Fahrzeit ziemlich platt und zum anderen ist Sarverne ein wirklich netter Ort mit vielen kleinen Geschäften und Kneipen.

Daher heute mit dem Roller einkaufen. Brot, Milch, Wurst und Wein.
Ansonsten haben wir unser Boot gut abgedeckt, weil die Sonne mit über 30 Grad uns heftig brutzelt. Wir sind beide im Internet unterwegs. Die Skipperin muss ja noch was für die Hochzeiten klären, ein Anruf bei der Schwiegermutter ist verabredet und der Skipper stellt seine bis dahin geschriebene Berichte bei Facebook rein. Es fehlen noch Bilder und die Beschreibung der vergangenen beiden Tage, was dann hiermit nachgeholt wird.

Leider haben wir hier im Hafen keinen WLan-Anschluss, wie schon häufiger in den letzten Tagen. Wir haben uns allerdings im Herbst bereits eine Karte von free-mobile in Straßburg gekauft, die in Frankreich 100 GB für 19,99 € anbietet. In Deutschland, Spanien und anderen europäischen Ländern sind das nur 25 GB, aber dennoch im Vergleich mit deutschen Anbietern, noch immer günstiger.

Wie man sich dort anmeldet und kündigt, habe ich in einem Bericht im Internet gefunden, aber ich habe die Infos im Moment nicht präsent, sondern werde sie nachliefern, wenn wir wieder zu Hause sind.

Dann am Abend diskutieren wir wieder welche Stopps wir bis nach Hause einlegen wollen. Dabei kommt wieder das leidige Thema Autopilot auf, das uns im Saarkanal verlassen hat. Kurzentschlossen fragt der Skipper den französischen Nachbarn von der OPUS MARIA, ob er denn einen Tipp habe wo wir auf der kommenden Strecke den Autopiloten reparieren lassen können. Nicht ohne Hintergedanken, denn er hat den Skipper von der OPUS MARIA schon auf verschiedenen Booten in den letzten Stunden gesehen. Der macht da irgendwas.

Kurzum der Skipper kennt sich aus, will mal nachschauen und so schnell haben wir den Zugang freigelegt wie noch nie. Er windet sich nach unten, findet ein Teil, das abgefallen ist. Holt seine Taschenlampe und eine Zange und macht uns das Ding ruck zuck wieder dran. Madam soll natürlich noch mal das Steuer bewegen, um zu sehen, ob es denn funktioniert. Tut es! Der Dank des Skippers kennt keine Grenzen und der Monteur will auf keinen Fall Geld annehmen, dafür muss dann die letzte Flasche Rotwein herhalten. Aber das ist auch die Sache wert.

Kurz danach fragt der gleiche Skipper, was wir morgen machen? Weiterfahren! Geht nicht 14. Juli Nationalfeiertag, keine Schleusen werden bedient, so seine Vermutung. Verdammt schon wieder auf diesen Tag reingefallen, wer kennt das als Frankreichfahrer nicht? Aber er telefoniert noch mal und dann Entwarnung, es wird doch geschleust.

11.07.20 – 33. Tag – Niderviller nach SaverneFür das heute vor uns Liegende buchen Leute ein Boot in Straßburg fahren hi...
13/07/2020

11.07.20 – 33. Tag – Niderviller nach Saverne

Für das heute vor uns Liegende buchen Leute ein Boot in Straßburg fahren hier hoch, übernachten in Niderviler und dann wieder zurück in 4 Tagen. Naja; kann sein, aber muss nicht sein. Wir nehmen es heute mal als Highlight mit: „2 Tunnel und 1 Schiffshebewerk“.

Inzwischen sind wir an zwei Bootsverleihern: Blue Crowne und Kühnle vorbeigekommen, bzw. haben bei Kühnle übernachtet und das Aufkommen von Charterbooten hat sich gewaltig verändert. Hinzu kommt der Ferienbeginn in einigen deutschen Bundesländern und Wochenende. Es herrscht reger Betrieb auf dem Kanal.

Erstaunlich und hoch erfreut nehmen wir daher zur Kenntnis, dass wir als erste vor der Ampel durch den ersten 400 m langen Tunnel stehen. Das hat drei Vorteile: wir können unser Tempo selbst bestimmen, müssen nicht den Dieselgeruch der anderen einatmen und wir haben ein tolles Spiegelbild auf dem Wasser. Das spiegelglatte Wasser spiegelt den Tunnel so, als ob wir durch eine Röhre fahren würden. Jetzt gilt es das Boot einfach nur gerade zu halten. Aber seit Tagen ist unser Autopilot bei dem Tang im Wasser ausgefallen. Einfach gerade fahren ist daher nicht so einfach – aber es gelingt durchzukommen, ohne in dem recht schmalen Fahrwasser links oder rechts anzustoßen.

Kurz an die frische Luft und dann geht es in den 2.300 m langen zweiten Tunnel. Ob wir den Ausgang sehen, ist reine Spekulation, wenn dann nur winzig klein als helles Licht. Aber das können auch weit entfernte Lampen sein. Es wirkt gespenstisch in diesem langen Tunnel unterwegs zu sein. Wir denken wir hätten schon längst die Hälfte geschafft, als der Skipper am rechten Tunnelrand Schilder entdeckt, die die Entfernung zu dem einen und zu dem anderen Eingang angeben. Es ist gerade mal ein knappes Drittel, was wir gefahren haben. Relativ hell ausgeleuchtet, tuckern wir dahin, bis allmählich der Ausgang erscheint. Wasser tropft von oben auf unser Boot, die Luft ist merklich kühler und feuchter. Wir erreichen den Ausgang.

Danach geht es durch den gemauerten Kanal einige wenige Kilometer weiter auf das Schiffshebewerk zu. Dann das Becken vor dem Schiffshebewerk und eine völlig undurchsichtige Situation. Gas runter und beobachten was der Ausflugsdampfer und zwei Stahlpötte vor uns machen. Der Ausflugsdampfer ist wohl gerade das Schiffshebewerk hochgekommen, wendet und legt dann an und lässt die Leute an Land, die von da an unsere Bootsmanöver hauteng beobachten.

Die beiden Stahlpötte fahren vor uns in die „Schüssel“. Es bleibt grün, aber es ist uns absolut unklar, wie wir da noch reinpassen sollen. Aber es gelingt und die beiden Stahlpötte müssen weiter nach vorne. An der Seite nur Poller ohne sichere Abrutschkante oben. Ein wenig Stress zwischen Skipperin und Skipper und schon geht es los nach unten. Faszinierend der Blick nach unten. Hier werden drei Schiffe in einem Drog, gefüllt mit Wasser, den Berg heruntergelassen, um damit insgesamt 17 Schleusen zu sparen.

Unten angekommen legen wir erst mal an, um dann von unten und außen zu beobachten wie das ganze Spektakel von hier aus aussieht. Die nächsten Boote fahren hinein und werden nach oben getragen.

Wir fahren weiter. Jetzt kommen bei Saverne automatische Schleusen. Das bedeutet wir werden mit unserem Boot einprogrammiert und die Schleusen öffnen sich von selbst.

Natürlich geschieht das in Abstimmung mit den Booten, die nach oben wollen. Falls es noch nicht aufgefallen ist, ab jetzt schleusen wir bis nach Hause immer nach unten. Das ist wesentlich entspannter und macht das Schleusenfahren zu einer lockern Unterbrechung der Fahrt.

Der Verkehr ist rege. In fast jeder Schleuse kommen uns andere Boote entgegen und auch wir pöttern hinter einem Stahlpott her bis nach Luetzelburg. Hier unterbricht der vor uns fahrende Stahlpott seine Reise und wir erhalten nun Begleitung hinter uns.

„He, kommt ihr aus Wiesbaden?“ ist die Ansprache von dem anderen Boot mit dem Namen Brise. „Ne, eigentlich nicht, wir kommen aus Hattenheim“. „Ach ne und wir aus Oestrich!“ Da ist jetzt das zweite Boot aus Oestrich unserem unmittelbarem Nachbarort.

Zwei Pärchen an Bord, die die Sauerkrauttour ohne Saar und Saarkanal in zwei Wochen gefahren sind über die Mosel nach Metz und Nancy. Die Tour war mit diesen beiden Städten um ein mehrfaches attraktiver als unsere mühevolle und langweilige Tour. Der Skipper könnte sich in den Allwertesten beißen, denn er hat schon vor 25 Jahren die gleiche Tour gemacht, aber damals beschlossen nie wieder Saar und Saarkanal zu fahren. Aber jetzt war wieder das Argument gekommen, die Strecke sei ja kürzer und daher vorzuziehen. Das Argument wird aber von der Skipperin mit einem Satz erschlagen, der den Skipper sehr trifft: „Das kann ja sein, dass es länger ist, aber wir hätten auf der Mosel schneller fahren können, das hätte die Zeit wieder ausgeglichen!“ Wo sie recht hat, hat sie recht. Grrrrr…..

Das mit dem Abschleusen ist ein Kinderspiel bis zur letzten Schleuse vor Sarverne. Es gilt die Doppelschleuse 30 und 31 zu befahren. Hubhöhe 5,40 m. Doppelschleuse? So wie am Canal de Medi, zwei Schleusen á 2,70 m hintereinander? Der Skipper mahnt zur Vorsicht und lässt noch in der Schleuse das Tau austauschen gegen ein längeres, weil er die zweite Kammer, versperrt durch eine Brücke, nicht sehen kann. Dann geht es bergab: 5,40 m, es gibt keine zweite Schleuse! Glück gehabt mit unserem längeren Tau. Auf der „BRISE“ steht ein Skipper auf der Fly und muss ordentlich seine Ärmchen strecken, um das zu kurze Tau noch zu halten.

Das ganze wird beobachtet von schaulustigen Passanten die rechts und vor der Schleuse stehen und damit nicht genug und zur Entspannung der Zuschauer befindet sich auf der linken Seite über die gesamte Schleusenlänge ein Lokal, in dem uns die Gäste auf Armlänge bewundern können. Also ein echter Auftritt für jede Mannschaft.

Dann rein ins Hafenbecken von Sarverne. Wo anlegen? Es wimmelt von Charterbooten. Wir legen zunächst mal an, um uns vom Hafenmeister (auf Deutsch) einen Platz zuweisen zu lassen. Rückwärts zwischen zwei Boote ohne Fingersteg – Schweißtreibend, aber das Manöver gelingt ohne eines der beiden anderen Boote anzumotzen. Solche Manöver dürfen wir dann am Mittelmeer häufiger fahren.

Mit unseren Rollern geht es dann abends in das Lokal neben der Schleuse und es gibt französische Diät: 2-mal hausgemachte Gänsestopfleberpaste á 16 € und einen Flammenkuchen Classic geteilt für 2 Personen.

13/07/2020

11.07.20 – 32. Tag – Mittersheim (Saarkanal) nach Niderviller (Rhein-Marne-Kanal)

Gestern hatten wir bei den letzten beiden Schleusen eine Neuerung: Es gibt eine Treppe hinter der sich die Stangen befinden, die man bedienen muss. Wir können diese nun anfahren, das Auge des Taus an der obersten Stufe durchziehen, am Mittelklampen befestigen und das andere Ende festhalten. Danach die blaue Stange nach oben schieben und fertig!

Heute stellen wir noch fest, dass die entsprechende Leiter mit den Stangen immer auf der Seite der Schleuse sind, auf der auch die kleinen Schleusenhäuschen stehen. Ich meine nicht die alten Häuschen, sondern so kleine: „Hier passt nur ein Mann im Stehen rein – Häuschen“.

Wir haben gestern eine Fahrt hinter uns gebracht, die alles andere als entspannt war. Immer wieder mussten wir uns auf neue Situation einstellen, immer wieder war es schwierig und es sind uns immer wieder Fehler unterlaufen oder einfach Manöver missglückt. Uns wird, und das wollen wir gerne weitergeben, wieder einmal klar, dass missglückte Manöver die Realität sind und das perfekte Manöver die Utopie ist!

Heute fahren wir wieder 13 Schleusen, aber alle mit der Leiter und den Stangen dahinter. Alles wirkt entspannter, auch wenn wir in der Schleuse weit nach vorne fahren müssen und der Schleusengang strubbeliger wird, was wir mit Heck- und Bugstrahlruder ausgleichen können.

Bei der heutigen Fahrt warten wir immer wieder auf die Schleuse bei der nach unserem Reiseführer von Delius-Clasing die Fernbedienung abgeben sollen. Die Schleuse 16 haben wir längst passiert, das wäre der angekündigte Ort. Wir behalten sie weiter an Bord und erst bei der letzten Schleuse 1 werden wir sie los. Der Schleusenwärter meint. „Sie sind jetzt gefangen, es geht erst weiter wenn wir die Fernbedienung haben!“ Schenkt der Skipperin ein unwiderstehliches Lächeln und öffnet uns die Schleuse.

Wir aber fragen uns, warum ist diese Information, sowie die eine oder andere Information nicht aktualisiert worden. Schließlich haben wir den Reiseführer als E-Book erst vor ein paar Tagen erworben und runtergeladen. Da müssen Nachträge oder Änderungen seit Jahren nicht erfasst worden sein! Also immer darauf achten, wann wurde was veröffentlicht, welche Daten stimmen nicht mehr, was muss sich geändert haben.

Nach einigen weiteren Kilometern, mit gelegentlichem Blick auf die tiefer gelegenen Seen, fahren wir auf den Rhein-Marne Kanal zu und lassen den Saarkanal hinter uns.

Wir ziehen noch mal Fazit und kommen zu dem Ergebnis, das müssen wir nicht noch mal machen. Die Saar und der Saarkanal, haben bis auf Saarburg und Saarbrücken nichts Reizvolles. Auf dem Saarkanal mit dem Tang, dem gequälten Motor und der reizlosen Gegend kam dem Skipper der sehnsüchtige Wunsch nach klarem, blauen Wasser, netten Häfen, beschaulichen Kneipen und einfach südlichem Leben auf.

Wir waren beide froh aus dem Saarkanal endlich draußen zu sein. Unserer Tochter und ihrem Partner, die die Sauerkrauttour als Ersatzhochzeitsreise erwägt haben, werden wir dringend abraten. Wir haben bessere Ideen.

Abends gehen wir dann, mal wieder essen. Unter Leuten, mit entsprechender Ansprache. Wir nähern uns wieder dem Leben.

10.07.20 – 31. Tag – Hanweiler nach Mittersheim (Saarkanal)Am nächsten Morgen sieht der Skipper das erste Boot ablegen, ...
13/07/2020

10.07.20 – 31. Tag – Hanweiler nach Mittersheim (Saarkanal)

Am nächsten Morgen sieht der Skipper das erste Boot ablegen, ein Stück die Saar zurückfahrend um weiter vorne das Signal für die Schleusung auszulösen. Eine Stunde später starten auch wir und wissen noch nicht, dass dies unser Großkampftag wird. 8 Stunden Fahrzeit für 45 km und 14 Schleusen! Es darf nur noch mit 6 km/h gefahren werden, woran sich der Skipper leider nicht immer halten kann, weil wir noch unser Ziel, was sich an diesem Tag stündlich ändert, erreichen müssen.

Wir starten erfolgreich mit der Schleuse 28 in Saargemünd (Die Nummer steigen ab). Auch die 27 geht noch, aber dann kommt die 26 und wir finden den Signalmast nicht. Umkehren und zurück das Ganze, irgendwo muss das Ding ja stehen. Aber wir finden nichts und Fragen ein Skipper Paar aus Deutschland, das dort festliegt und gerade an Deck rumwuselt. „Ganz vorn – links“ Also wieder vor die Schleuse und siehe da, der Empfänger ist genau neben dem Schleusenlicht angebracht. Erkennbar an dem blauen Schild und dem inaktiven Blinklicht, dem wir nun Leben einhauchen. Das wird uns später noch einmal begegnen.

Die Schleusen, die wir an diesem Tag fahren, haben alle die gleiche Macke. Es gibt weder eine Stange an der man fest machen kann, noch Schwimmpoller. Es gibt rechts und links nur jeweils eine Leiter und in größeren Abständen befinden sich Vertiefungen, in denen man einen relativ kurzen Stahlstab findet. Nennen wir das mal französische Poller. Festmachen an der Leiter soll angeblich verboten sein.

Wir denken uns das der gemeine Franzose mit einem Tau, das an der Mittelklampe des Bootes festgemacht ist, vielleicht noch eine Heck- oder Bugleine, die Treppe hinaufsteigt, die Taue um einen Poller legt und wieder zurück an Bord gibt oder selbst in der Hand hält. Natürlich wird er auch die Stangen für den Schleusenvorgang „bewegen“.

Wir versuchen an diesem Tag zwei verschiedene Techniken, da wir keine Absicht haben die verschmutzten Treppen hinaufzusteigen. Dabei muss man erklären, dass die Stangen, die man betätigen muss, im vorderen Drittel der Schleuse angebracht sind, aber eine Möglichkeit zum Festmachen einige Meter davor ist. Entweder an eine Leiter oder einen der französischen Poller in der Wand. Der Skipper fährt nun so an diese Stelle heran und die Skipperin legt die Leine um den Poller oder zieht die Leine so hoch wie möglich, am besten oberhalb des späteren Wasserspiegels durch die Leiter. (Dann doch die Leiter, ist ja keiner da!)

Die Leine, die wir verwenden, haben wir aus zwei Leinen zusammengeknotet und verfügt nun über eine Länge von mehr als 20 m. Es macht natürlich keinen Sinn diese 20 m Leine durch die Leiter zu ziehen, sondern die Skipperin nimmt das Auge des Taus, zieht es durch die Leiter und befestigt das Auge an der Mittelklampe. Das andere Ende erhält der Skipper in die Hand, der es locker am Steuerstand über den Arm gleiten lässt und das Boot soweit nach vorne fährt, bis die Skipperin mit sicherem Stand und dem Einsatz beider Hände die Stange nach ober drücken kann. Dann das Boot wieder zurück setzen bis auf die Höhe der Leiter oder den Poller und nun übernimmt wieder die Skipperin das Tau. Zieht man nun noch das Tau unter der Reling durch, bleibt das Boot ziemlich stabil an der Schleusenwand.

Für diese Rückwärtsfahrt und das weitere Manöver bleibt genügend Zeit, denn zunächst muss der Automatismus erst das untere Schleusentor schließen, was sich mit einem Klingelton ankündigt.

Kann man aber keine Leiter belegen sondern muss einen französischen Poller benutzen, kann es schon ganz schön zappelig werden. Zunächst legt man das Tau um den Poller und fährt das Manöver wie beschrieben. Dann aber muss der Skipper das Tau so halten, das es nicht über den Poller rutscht, während die Skipperin versucht mit dem gleichen Tau einen Poller auf der Schleuse zu erreichen. Dabei ist es uns ein paarmal passiert, dass das Tau von dem unteren Poller rutschte, weil der Wasserspiegel beim Schleusen schon zu hoch war und oben der zweite Poller noch nicht belegt war. Es wurde zappelig und war nur mit Bug- und Heckstrahlruder zu korrigieren.

Größere Boote haben es da wesentlich einfacher. Von dem höher gelegenen Deck können sie die Taue einfach über die Poller oben auf der Schleuse legen und fertig.

An diesem Tag sind wir durch bewaldetes Gebiet, aber auch durch Felder gefahren. Grün wohin das Auge schaute. Natur pur, aber leider keine netten Örtchen, die einen mal zum Stopp und schlendern angeregt hätten. Die Gegend, die wir befuhren, wirkte nicht sehr wohlhaben zu sein, eher das Gegenteil. Häuser mit Eternitplatten verkleidet. Fassaden bei denen der Verputz abbröckelte und seit seiner Errichtung nicht mehr gestrichen wurde.

Sehr zum Missvergnügen des Skippers kam hinzu das sehr bald nach dem Start der Kanal massiv mit Tang überwuchert war. Mehrfach hat sich der Tang um den Antrieb gewickelt und konnte nur durch Rückwärtsfahren ein wenig reduziert werden. Das Echolot fiel ebenfalls aus und der Skipper hatte Sorge, dass auch das Seewasserventil, was das Kühlwasser für den Motor ansaugt, verstopften könnte. Die Gefahr bestand darin, dass dann der Motor zu heiß wird, mit allen schädlichen Folgen, die dann dazu gehören. Oder noch besser Bug- und Heckstrahlruder ausfallen weil verstopf. Grrr

Erfolgreich abgeschafft erreichen wir die Anlagestelle von Mittersheim. Hier treffen wir auf das Boot, das am frühen morgen eine Stunde vor uns losgefahren ist. Sie berichten uns von einem Bodenkontakt bei der Fahrt in einem Gebiet ohne Tang. Auch wir haben das erlebt und das hat dem Skipper das Ruder aus der Hand geschlagen und BERA drohte auf das Ufer aufzulaufen. Da haben wir wohl beide die gleiche Stelle erwischt.

Die beiden sind auf dem Weg nach Sardinien. Wir berichten von unseren für dieses Jahr aufgegebenen Plänen und wünschen den beiden eine gute Fahrt.

Das Lokal an der Anlegestellt hat leider geschlossen. Stattdessen kocht der Skipper eine Spaghettisauce unter Verwendung der noch an Bord befindlichen Zutaten. Die Skipperin findet die Sauce ordentlich – der Skipper denkt: Glück gehabt – war Resteküche.
Am nächsten Tag werden wir abreisen ohne etwas für den Liegeplatz, Strom oder Wasser zu bezahlen. Hier wie auch an dem ebenfalls neu gebauten Liegeplatz in Harskirchen gibt es niemanden der die Gebühren erhebt. Angeblich hat man kein Personal dafür, aber vielleicht rechnet es sich nicht jemanden zu bezahlen, der weniger oder genau soviel einnimmt wie sein Lohn beträgt.

13/07/2020

09.07.20 – 30. Tag – Saarbrücken nach Hanweiler (Saar)

Die erste Schleuse, die war an diesem Tag passieren wird bereits vom VNF mit französischen Mitarbeitern betreut. Von nun an, bis zum Ende des Tages verläuft die Grenze mitten in der Saar. Diese Schleuse ist die erste Penicheschleuse: 40 m lang und 5,50 m breit, Hub 2,30 m. Alle weiteren Schleusen auf der Saar und dem Saarkanal sollen nicht höher als 2,65 m werden.

Wir erhalten einen Ausdruck wie die nächste Schleuse Nr. 30 zu befahren ist. Langsam an einer Kamera vorbei, die uns scannt und dann das Tor aufmacht. In der Schleuse dann den blauen oder grünen Stab „bewegen“ und das obere Schleusentor soll zur Ausfahrt aufgehen.

In der Schleuse 30 geht auch alles gut. Ein französischer Schleusenwärter macht für uns was an der Stange, händigt uns eine Fernbedienung für die kommenden Schleusen aus und erklärt wir müssen immer auf „Montant“ drücken.

Unterwegs irritiert den Skipper eine seltsame Art der Betonnung. Auf der rechten Seite sieht er eine grüne Tonne. Rhein runter rechts rot – passt also grün hier. Einige Meter weiter ein roter Ball auf dem Wasser. Fast in gleicher Höhe wie die grüne Tonne. Soll man nun an dem roten Ball rechts vorbeifahren? Nein, das soll man nicht, denn die roten Bälle signalisieren eine Untiefe und hat mit Fahrbahnbegrenzung nichts zu tun. In Deutschland würde man entweder die grüne Betonnung fortführen oder gelbe Tonnen setzen.

An der Schleuse 29 sehen wir eine Peniche, die als Bauschiff verwendet wird und ein zweites Boot, dass wohl diese Peniche schiebt. Ok, das wird länger dauern und wenn die den Rest des Tages vor uns herfahren, wird das eine sehr langsame Partie.
Dann springt die Ampel um auf grün und die Pineche bewegt sich nicht. Die liegt da am Ufer, unmittelbar vor der Schleuse fest an Land. Elegant daran vorbeigeschlängelt, fahren wir hoch erfreut als einzige in die Schleuse ein. Und hier steht ein Franzose, der uns was erklären will mit der Fernbedienung, aber wir kapieren es noch nicht. Er war es wohl, der uns die Schleuse geöffnet hat, eine Bauarbeiter von der Peniche. Wir hätten das natürlich schon mit der Fernbedienung machen können.

Dann war doch noch was mit „bewegen der Stange“. Die Skipperin versucht die Stande nach unten zu ziehen -nix bewegt sich. Sie versucht die Stange nach oben zu schieben – nix bewegt sich. Verbringen wir den Rest des Tages in der Schleuse und warten auf eine Erleuchtung oder Erscheinung? Die Skipperin nimmt noch mal beide Hände und schiebt den Stab nach oben. Und er bewegt sich doch und startet damit den weiteren Schleusenvorgang. Unteres Tor zu, Wassereinlass von vorne und das obere Tor auf und raus aus der Schleuse und weiter bis Hanweiler.

Hanweiler ist der letzte Ort vor dem Saarkanal auf deutscher Seite. Wir stellen fest, wir sind nicht die einzigen, die am kommenden Tag auf den Saarkanal fahren wollen. Jetzt ist es an der Zeit, das Boot für die 3,50 m Durchfahrtshöhe vorzubereiten. Jeder wuselt auf seinem Boot herum, um noch eine Bimini, ein Radargerät oder sonstige Aufbauten umzuklappen oder abzubauen.

Man kommt ins Gespräch und ein Franzose, der hier auf der deutschen Seite sein Schiff liegen hat, erklärt genau an welcher Stelle es im späteren Rhein-Marne-Kanal es eng wird und die Brücke an seiner Persening scheuert. Das sieht verdammt hoch aus. Würden wir das nicht auch mit Gerätebügel und Topplicht schaffen? Es wird Maß genommen am Boot des Franzosen und an der BERA.
Unsere Skipperin steigt auf das Dach der BERA und schraubt den Gerätebügel für das Topplicht ab. Wir vermuten, dass wir sonst bei 3,60 m sind. Der Skipper stellt zwei Peilstäbe mit rotem Ball on top auf den Bug mit der vermuteten/berechneten Höhe unseres Bootes.

Die Frau des Hafenmeisters erklärt uns dann, was es mit der Fernbedienung auf sich hat. Etwa 200 m vor einer Schleuse steht ein Empfänger mit einem Blinklicht und einem beschrifteten blauen Schild. In dieser Höhe müssen wir das Signal auslösen und wenn dann das Blinklicht blinkt, dann ist das Signal angekommen und die Schleuse wird aufgemacht.

Gerne erzählen sie uns die Hafenmeisterin die Geschichte von einem Boot, dass verzweifelt eine Viertelstunde vor Ende der Schleusenzeit noch durch die Schleuse bei Hanweiler wollte, vor die Schleuse fuhr und vergeblich auf die Fernbedienung drückte, aber es tat sich nicht. Der Aufforderung: „Ihr könnt auch bei uns übernachten!“ ist man schließlich nachgekommen und die Gäste sollen es dort so toll gefunden haben, dass sie noch 3 Tage geblieben sind. Natürlich dann versehen mit der ordentlichen Einweisung für die Weiterfahrt.

Nebenbei erfahren wir, dass erst seit letztem Samstag der Saarkanal wieder befahren werden darf! Hoppla, das hätte für uns ganz blöd ausgehen können.

Wir sitzen dann abends noch ein wenig auf unserem Boot, trinken ein Gläschen Wein und da bewegt sich etwas im Wasser: Ein Bieber kreuzt den Fluss. Schon lange nicht mehr gesehen.

13/07/2020

08.07.20 – 29. Tag – Saarbrücken

Nachdem die anfängliche Skepsis, dass wir die Tour nicht rechtzeitig beenden können, sich gelegt hat und sich nun die Erfahrung breit gemacht, dass wir es langsamer angehen können, bleiben wir einen weiteren Tag und eine Nacht in Saarbrücken.

Ausschlafen, nachmittags mit den Rollern in die City von Straßburg und bei einem Vietnamesen sehr lecker gegessen. Kein Wunder, dass die Gäste Schlange stehen, um hier einen Platz zu bekommen.

Ein bedrohliches Szenario hat sich am Vorabend aufgetan. „Wein ist all!“ Auf dem Rückweg dann zu EDEKA, weil der die 54 hat. Das war dann der Skipperin sehr wichtig, weil, ja weil das ein Wein mit der Zahl 54 im Label ist, der ihr gut geschmeckt hat. Ok, dann noch Wasser dazu und ein paar Smoothies und nebenbei die Diskussion, ob der Skipper zu dem vorrätigen Pilzrisotto vielleicht mal zwei Fleischspieße machen soll. „Nein, da habe ich keine guten Erfahrungen mit dem Fleisch gemacht.“ – „Dann ein Stück Schweinelende?“ - „Das klappt doch mit dem Herd nicht – vor allem kein größeres Stück“. Mürrischer Blick des Skippers – ok er darf dann doch 2 Scheiben kaufen. 2 Scheiben Lende? Das geht gar nicht. Also 1 dicke Scheibe Schweinenacken gekauft.

Bezahlt und dann mit allem an die Roller raus. Rucksack auf für die schweren Flaschen. Reicht nicht, eine weitere Tasche kommt hinzu. Dankbar, dass er doch sein Fleisch bekommen hat, nimmt der Skipper auch diese Tasche auf seinen Roller, obwohl die maximale Zuladung dabei massiv überschritten wird. Rucksack und Tasche an den Lenker. Der bekommt nun einen gewaltigen Drall wenn man ihn nur leicht bewegt. Ein echter Risikotrip.

Wie kommen wir zurück zum Hafen? Google Maps wird es schon richten, schnell noch von Auto auf Fahrrad umgestellt und schon geht es rein ins Chaos. Mit dem Autofahrerblick werden die Möglichkeiten für den Radfahrer nicht sofort erkannt. Kurz vor der Zufahrt zur Autobahn dann doch noch rechtzeitig gestoppt. Dann gilt es den Weg über die Brücke zu finden. Zweite Ausfahrt im Kreisel. Denkste! Ist kein Kreisel, sondern der nächste Zubringer zur Autobahn. Ein aufmerksamer Passant sieht die ratlosen Gesten der Beteiligten und versichert man müsse nur durch diese kleine Unterführung durch und dann die Treppe hoch. Man könnte auch wieder zurückfahren und bequemer die davor liegende Brücke nehmen. Der Skipper sucht den kürzesten Weg, weil er denkt er müsse noch guten Wind machen wegen dem Fleisch, also hier über die Brücke.

An der Treppe angekommen, ein Monster von Treppe. Rucksack auf, Tasche dazu und dann das erste Mal nach oben. Wieder runter und die 40 kg Roller einzeln gemeinsam hoch getragen. Dann über die Brücke und alles noch mal die nächste Monstertreppe alles wieder runter. Nach Luft schnaubend und schweißnass fragt sich der Skipper, ob es nicht doch besser gewesen wäre auf das Fleisch zu verzichten und dafür einen einfacheren Weg zu wählen.

07.07.20 – 28. Tag – Merzig nach SaarbrückenDer Wind hat nachgelassen. Gott sei Dank! Tagelang hatten wir mit Wind und z...
13/07/2020

07.07.20 – 28. Tag – Merzig nach Saarbrücken

Der Wind hat nachgelassen. Gott sei Dank! Tagelang hatten wir mit Wind und zum Teil heftigen Böen zu kämpfen. Aber in der Nacht hatten wir 8 Grad. Eine winterliche Temperatur im Hochsommer. Aber all das lieber, als wieder 35 Grad wie auf der Lahn.

Auch haben wir gestern gelernt, wie die Schleusen auf der Saar ticken. Großschleusen mit Schwimmpoller auf der rechten Uferseite – für uns als Bergfahrer also links. Die Penicheschleusen ohne Schwimmpoller und wir hangeln uns mit Poller und Leiter nach oben und das Wasser kommt nicht von vorne, sondern von unten, was den gesamten Schleusenvorgang sehr erleichtert. Auch sonst keine Probleme und das Anlegen im Hafen von Saarbrücken wird vom Hafenmeister als erstklassig beurteilt. Na also, geht doch!

Unterwegs durch bewaldete Abschnitte im Wechsel mit weitem Landschaftsblick. Dann bei Völklingen die Saarstahlwerke. Industrieruine die zum Weltkulturerbe ernannt wurde, mit einer wohl umfangreichen Ausstellung, die wir aber links liegen lassen.

Dann kommt Saarbrücken mit seinen Liegeplätzen mitten in der Stadt. Vom Fluss aus erkennt man Karstadt und weitere Labels. Hier zu übernachten, sogar mit Strom, ist schon verlockend, aber parallel dazu auf der anderen Uferseite die Autobahn. Wohl die ganze Nacht laut. Wir haben uns schon vorher für den Hafen entschieden, der zwar ein wenig außerhalb liegt, aber ruhiger.

Abends Essen gehen. Es gilt unseren 3. Hochzeitstag zu feiern. Agnes, die gute Seele und Trauzeugin der Skipperin gratuliert uns dazu. Danke Agnes! Am nächsten Tag reiht sich auch Rica in die Reihe der Gratulanten ein. Danke!

Abends gehen wir ins Undine. Ein Biergarten in der Nähe, wo wir im Freien die milde Luft genießen. Es geht ein runder, schöner Tag zu Ende und wir haben wieder TV in Saarbrücken für letzte Nachrichten.

06.07.20 – 27. Tag – Konz nach MerzigAb 8 Uhr ist Leben auf der BERA, der Skipper steht auf und eine Stunde später folgt...
13/07/2020

06.07.20 – 27. Tag – Konz nach Merzig

Ab 8 Uhr ist Leben auf der BERA, der Skipper steht auf und eine Stunde später folgt die Skipperin. Aber dennoch keinen Stress machen! Gegen halb zehn geht es los. Fender sind alle draußen, brauchen wir jetzt nicht mehr reinholen, da wir so langsam fahren.

Dann die erste Schleuse, wir folgen einem Frachter in die Großschleuse und die Ampel bleibt grün. In der Schleuse rechts anlegen, weil der Skipper da besser die Kontrolle hat, aber dann eine Stimme von oben – nichts wird verstanden – dann noch mal Wiederholung: „Links sind Schwimmpoller!!!“

Also alles nach links! Aber wie schön: Schwimmpoller. Man muss nur die Leine von der Mittelklampe über den Poller legen und der geht mit dem steigenden Wasserstand nach oben. Luxus pur.

Weiter bis zum Gästeanleger in Saarburg. Da liegt bereits der Stahlpott, der eine halbe Stunde vor uns den Hafen von Konz verlassen hat. Es wäre nett gewesen, wenn er sich wirklich vorne am Steg festgemacht hätte, dann müsste BERA mit ihrem Hinterteil nicht über den Steg gehen. Kleinigkeit.

Dann ein kleiner Spaziergang in den Ort. Den Berg rauf und schon sind wir von dem imposanten Anblick eines Flusses gefangen, der mitten durch den Ort geht, Mühlenräder die zur Deko angetrieben werden und über einem Wasserfall zahlreiche Restaurants. Idylle pur.

Die Skipperin schaut, ob sie noch was für die Hochzeiten von Alya oder Rica finden kann. Der Skipper sucht nach sehr, sehr dringenden zusätzlichen Ausstattungsteilen für das Boot. Der Skipper hat Erfolg, es gibt ein Geschäft mit Werkzeugen usw., erwirbt Karabinerhaken, eine Luftpumpe für die Roller und Klettband. Dann weiter zu einem Schreibwarengeschäft, was in 10 Minuten Mittagspause hat. Hat es aber nicht und der Skipper steht schweißgebadet, aber seelisch lächelnd vor seinen Mappen mit den Klarsichthüllen, für die ausgedruckten Routenpläne. Drucker-Patronen gibt es natürlich nicht.

Imbiss gefällig – Natürlich, aber klein und ohne Dieselgeruch. Im zweiten Anlauf dann geschafft und zurück zum Boot und erst mal eine halbe Stunde Pause. Dann ablegen und auf zur nächsten Schleuse.

Bislang war der Tag so erfolgreich, leicht und gefällig verlaufen – das kann ja so nicht weitergehen. Beide Schleusen stehen offen, aber die Ampeln zeigen Rot. Nicht tut sich. Anruf beim Schleusenmeister. „Ich sehe Euch nicht – ach ihr wollt bergauf Schleusen – ich gebe euch mal Grün.“

Ab in die Penicheschleuse: 40 m lang, 6 m breit und 11 m hoch. Wie läuft das? Kommt das Wasser wie auf der Lahn von vorne? Also dann auf keinen Fall nach vorne! Die Poller und Leitern sind rechts gegen links versetzt. Erst wie immer rechts angesteuert, aber links ist weiter hinten und hat eine Stange. Also Aufregung an Bord, alles nach links an die Stange. BERAs Po liegt zu weit hinten, die Schleusentür kann wahrscheinlich nicht schließen. Dann widersprüchliche Anweisungen des Skippers. Windböen von hinten. BERA droht sich selbständig zu machen, Skipperin bekommt eine ganz hohe, helle Stimme, Skipper schiebt das Boot nach vorne und dann endlich ist das Boot wieder von uns beiden gesichert. Uff …das war es mal wieder!

Und dann kommt das Wasser von unten und trägt das Boot ganz gemütlich nach oben – also alles unnötiger Stress. Aber nicht der letzte an diesem Tag.

Es geht weiter auf der Saar. Sie wirkt ein wenig wie die Lahn vor Diez, aber eben nur breiter und ohne Fahrradweg, was sich im weiteren Verlauf aber ändern wird und keine Kanuten auf dem Wasser. Wir fahren an Villeroy + Boch vorbei, diesmal nicht shoppen, auch nichts für Weihnachten.

Kurz darauf die nächste Schleuse. Stoppzeichen und weißes Telefon auf blauem Grund. Ah, man soll wohl anrufen. Die Skipperin hat einen aufgeregten Schleusenmeister an der Strippe, der gerade 8 Kanus in der Großschifffahrtsschleuse zu Tal lässt. „Unbedingt erst die 8 Kanus rauslassen, dann können Sie gleich reinfahren!“ Wie - was? 8 Kanus in der Großschifffahrtsschleuse, wo gibt es sowas?

In der Schleuse der eingeholte Skipper vom Vortag und vom Mittag bei Saarburg. Er fährt nach vorne, wir machen am Schwimmpoller fest. Alles läuft bestens.

Weiter geht es nach Merzig durch die Saarschleife. In unserem Schiffsführer wird ein Bild gezeigt, dass die Begegnung Steuerbord an Steuerbord für die Berufsschiffer vorgesehen ist. Also hält sich der Skipper auf der linken Seite flussaufwärts, bis plötzlich der Bug eines Leerfahrers ohne Vorwarnung vor der BERA auftaucht. Der Bursche surft in der Innenkurve, als wolle er Rekorde brechen. Sowas von links fährt der Skipper, wie noch nie, bis die Skipperin was von 70 ruft. 70 cm Tiefgang unter der BERA, gibt es doch gar nicht. Die BERA hat einen Tiefgang von 1,10 m. Also ganz knapp am Heck des Frachters wieder raus ins Wasser. Gott sei Dank hat er etwas weggedreht, hätte aber auch ein wenig mehr sein können. Schweiß abwischen und weiter!

Weiter in Richtung Merzig. Einlaufen in den Hafen. Gästesteg anlaufen. Situation ist unklar. Wir nehmen den Steg der direkt neben dem Schild „Gästesteg“ liegt. Beim Anlegen sehen wir nur einen Poller und keine weiteren Festmacher. Die Skipperin sitzt in der Hocke auf dem Steg – ihre Rettung - denn der Skipper muss auf den Steg springen, um eine zweite Leine zu sichern. Der Steg verneigt sich vor dem Gewicht des Skippers, dankt für die Berührung und schießt wieder nach oben. Hätte die Skipperin gestanden, dann wäre MOB fällig gewesen (man over board). Aber wir haben dann doch noch einen schönen Abend verbracht.

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65347

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