20/10/2016
DEN KÖRPER RESETEN, DEN GEIST ERFRISCHEN
In einer Welt des Überflusses ist es wichtig, sich ab und an in Mäßigung zu üben, den Körper neu zu justieren, und zu sensibilisieren. Dies kann durch einen Wechsel der Gewohnheiten geschehen oder schlicht durch einen Verzicht auf gewisse Dinge, an die unser Körper gewöhnt ist - zum Beispiel die regelmäßige Konfrontation mit einem Überangebot an Essen, Alkohol, Koffein, Party, langem Sitzen oder der ständig selben (Trainings-) Umgebung. All diese Parameter sollten immer mal wieder hinterfragt und die Gewohnheit durchbrochen werden.
Die letzten drei Tage verzichtete ich auf Essen und jegliche Art von Getränken, bis auf Wasser. Wasser, Wasser und noch mehr Wasser war alles, was durch die Futterluke floss.
In den Tag gestartet wurde mit einer Portion Glaubersalz, um alles völlig zu entleeren, den Körper auf Null zu setzen und ihm die nötige Zeit zu gönnen, mal wieder zu reparieren und schädliche Ablagerungen los zu werden, ohne ständig mit verdauen beschäftigt zu sein.
Auch ist es schwer, die Welt erobern zu wollen, oder klare und tiefgreifende Gedanken zu fassen, wenn wir die ganze Energie für unsere Verdauung aufwenden. Sich ständig bis oben hin voll zu stopfen - dazu noch mit jeder Menge Müll - raubt uns riesige Mengen an Energie, die wir sonst anderweitig nutzen könnten. Vielleicht wären wir ja sonst schon gar nicht mehr da, wo wir heute sind ;)
Die jetzige Verzichtsphase hat mir wieder gezeigt, wie mächtig unser Geist ist und wie stark er sich auf Gewohnheiten einspielt. Das Verlangen, das daraus resultiert, gibt unserem Schweinehund jede Menge Kraft. Und so bekam ich den ersten heftigen Ruck meines Hündchens ab dem Zeitpunkt, an dem üblicherweise eine Mahlzeit zugeführt wurde. Mit dem Willen zur Kraft, der Willenskraft, lässt sich die Leine jedoch festhalten, die Herrschaft über den Schoßhund gewinnen und die Richtung steuern. Zusätzlich half das Wasser sehr gut dabei, den Hunger zu überwinden und zu überspielen.
Verzichtsphasen bieten eine nette Herausforderung, um seine Disziplin und Standhaftigkeit zu prüfen und zu trainieren. Es ist wichtig, immer mal wieder bewusst bestehende Werte und Gewohnheiten zu zerstören, sodass sich neue und stabilere daraus erheben können. So erwächst von innen heraus Stabilität, die weit stärker ist als die äußere, oberflächliche und auch dann noch standhält, wenn der ein oder andere Stützpfeiler wegbricht.
Nach den gemeisterten drei Tagen, ist der Genuss des bewussten Essens wieder überragend. Der Hunger ist nach wie vor der beste Koch und wir wissen Dinge erst bewusst wahrzunehmen und zu schätzen, wenn wir einige Zeit darauf verzichtet haben. So machen Kontraste unser Leben lebenswert und reicher.
Der Körper fühlt sich fit und wie neu gestartet an. Voller Saft und Kraft. Der Geist wurde gefordert und die Disziplin trainiert.
Fazit:
Die drei Tage waren nicht leicht. Ab und zu wurde noch ein wenig gejammert. Aber all das ist nicht so wichtig, solange man durchhält, seine gesetzten Ziele erreicht und sich durch nichts davon abbringen lässt.
Mit dieser neuen Erfahrung und der Wichtigkeit, die ich regelmäßigen Verzichtsphasen beimesse, wird von nun an alle zwei Monate eine Verzichtsphase eingebaut - um dem Körper Zeit zu geben, sich zu reseten, neue Energie zu sammeln und den Geist zu erfrischen. Jede Maschine muss irgendwann einmal gewartet werden oder sie geht mit der Zeit kaputt. Zusätzlich ist es für jeden sehr empfehlenswert, der immer wieder Probleme mit dem Magen hat.
In welcher Art die Verzichtsphase letztendlich von statten geht, muss jeder für sich selbst herausfinden, denn Möglichkeiten gibt es genug ;)