24/11/2025
Mein Fazit:
Kälte ist okay❗️
Kälte + hohe Atemfrequenz auf Dauer nicht‼️
Wintertraining darf stattfinden – aber bewusst, angepasst und mit Blick auf das, was die Lunge uns nicht sofort zeigt.
Viele Pferdebesitzer spüren im Winter ein ungutes Gefühl:
„Ist es bei 0–5 °C noch okay, mein Pferd zu arbeiten? Oder schade ich der Lunge?“
Das Spannende ist:
Kälte allein ist selten das Problem.
Kälte + hohe Atemfrequenz schon.
Studien zeigen, dass intensives Trab- und Galopptraining schon bei +5 °C die Schleimhäute reizen kann – selbst bei gesunden Pferden. Bei –5 °C reichte in einem Versuch sogar 15 Minuten leichte Arbeit, um 48 Stunden danach eine messbare Verengung der kleinen Atemwege zu finden.
Und genau das führt oft zu falscher Sicherheit.
Denn:
🔹 Symptome treten nicht unbedingt sofort auf.
🔹 Ein Pferd kann im Training unauffällig wirken.
🔹 Die Reaktion der Lunge kommt zeitversetzt, wenn die entzündete Schleimhaut „nacharbeitet“.
Das bedeutet:
Auch wenn du keine sichtbare Bauchatmung, keine erhöhte Atemfrequenz und keinen Husten direkt nach dem Reiten siehst, kann die Lunge dennoch reagieren.
Darum geht es im Winter weniger um die Frage „Wie viel Grad?“ –
sondern um Belastungssteuerung.
Je kälter es wird, desto wichtiger ist es, die Intensität anzupassen:
✔ ruhiger Trab statt Dauertrab
✔ kurze Galoppsequenzen
✔ klare Schrittpausen
✔ allmählicher Übergang von kalt → warm → wieder kalt
Für Asthmapferde gilt das doppelt. Aber auch gesunde Pferde profitieren davon, wenn wir den Atemwegen nicht zusätzlich Stress zumuten.
Ein Tipp aus der Praxis:
Wenn dein Pferd eine Reitbeteiligung hat oder von mehreren Personen gearbeitet wird, sprich das Thema aktiv an. Viele meinen es gut – wissen aber nicht, dass die Lunge erst zwei Tage später reagiert.
Gemeinsame Regeln helfen, das Pferd konstant zu schützen.
Mein Fazit:
Kälte ist okay.
Kälte + hohe Atemfrequenz auf Dauer nicht.
Wintertraining darf stattfinden – aber bewusst, angepasst und mit Blick auf das, was die Lunge uns nicht sofort zeigt.