02/12/2024
VfL Rheinhausen - Viktoria Alpen 4:4 (1:3)
VfLer Achterbahnfahrt endet wieder nur mit einem Punkt
Mit Blick auf die Tabelle hatte der VfL am Sonntag eine richtungsweisende Partie vor der Brust. Mit nur drei Zähler Abstand auf den ersten Abstiegsplatz wird der Druck von Woche zu Woche immer größer. Es müssen einfach Siege her und das am besten gegen die Gäste aus Alpen.
Die ersten 20 Minuten gestalteten sich recht ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Den Auftakt machte der VfL bereits nach wenigen Sekunden, als Kim Weickart einen Kopfball freistehend aus 6 Metern nicht richtig gedrückt bekam und die Kugel neben den Kasten setzte. (1.)
Sinnbildlich für die letzten Spiele, brauchte unser Gegner nicht viel Anlaufzeit und sorgte gleich mit dem ersten Angriff für den frühen Rückstand. Torjäger Speicher tankte sich in den 16er, legte in Höhe des 5-Meter-Raumes quer, wo sein Kollege Heckers das Leder aus kurzer Distanz über die Linie schob. 0:1 (5.)
Die Rheinhauser verdauten den Rückstand recht fix und kamen bereits nach einer Viertelstunde zum verdienten Ausgleich. Oliver Kleinschmidt kombinierte sich mit Marco Koske durchs Mittelfeld, spielte den Ball an die Strafraumgrenze auf Kim Weickart, der es dieses Mal besser machte und die Kugel unten rechts ins Netz wuchtete. 1:1 (15.)
Die Alpener Antwort ließ leider nicht lange auf sich warten. Nils Speicher machte seinem Namen als zuverlässiger Toptorjäger alle Ehre und nutzte zwei Rheinhauser Abwehrfehler aus und schraubte das Ergebnis gewohnt eiskalt auf 1:3 (18./29.)
Das ist genau das, was den Gastgebern in den letzten Wochen fehlte. Effektivität vor des Gegners Kasten. Man hatte zwar mehr Ballbesitz und Spielanteile, scheiterte wie so oft am finalen Pass oder ließ Riesenchance ungenutzt liegen.
Bestes Beispiel dafür war die 41. Minute.
Im Anschluss an einen schnellen Konter über rechts, zog Oliver Kleinschmidt in den Strafraum, ließ den letzten Abwehrspieler mit einem Haken nach innen aussteigen und schob das Leder aus 12 Metern an den linken Pfosten. Doch damit nicht genug. Der Abpraller landete genau auf dem Fuß von Kevin Kroggel, der sich aus 11 Metern zentraler Position die Ecke nur noch auszusuchen brauchte, zu viel Risiko ging und das Ding an die Latte drosch. (41.)
Einfach unfassbar...
Mit diesem ernüchternden 1:3 ging es dann wenig später in die Kabinen. Knipser Nils Speicher machte in der ersten Halbzeit den entscheidenden Unterschied.
Und genau so begann auch der zweite Durchgang. Wieder wurde Speicher mit einem Ball in die Spitze in Szenen gesetzt, wackelte seinen Gegenspieler kurzerhand aus, zeigte ungewohnte Nerven und schob das Ding aus 14 Metern rechts neben das Gehäuse. (55.)
Das hätte der Knockout sein können.
Kurz durchgepustet, ging es auch gleich in die andere Richtung weiter. Nach einem langen Ball von Marco Koske in den Lauf von Kim Weickart zögerte der Viktoria-Keeper einen kleinen Moment beim Herauslaufen, so dass Weickart einen Schritt schneller am Ball war und im anschließenden Duell mit dem Torwart im 16er gelegt wurde. Klare Sache, Elfmeter.
Marco Koske machte kurzen Prozess und knallte das Leder vom Punkt unhaltbar ins rechte untere Eck zum 2:3 Anschlusstreffer. (56.)
Noch bevor die Partie wieder angepfiffen werden konnte, folgte eine wahrscheinlich spielentscheidende Szene. Am Mittelpunkt angekommen kam es zu der ein oder anderen Verbalattacke von beiden Seiten, im Zuge dessen sich Nils Speicher zu einer obszönen Geste in Richtung der Rheinhauser hinreißen ließ, was der Referee sah und umgehend mit Rot bestrafte. (57.)
Das 2:3 erzielt und der Gegner muss von nun an auf seinen gefährlichsten Akteur verzichten. Besser könnten die Vorzeichen für die Bergheimer nicht sein.
Doch wer nun glaubte, dass die Gäste sich jetzt hinten reinstellten, um das knappe Ergebnis über die Zeit zu retten, sah sich schwer getäuscht. So kam der VfL nach einer Stunde in arger Bedrängnis, als die Viktoria binnen Sekunden mit drei Abschlüssen im 16er an der vielbeinigen Defensive scheiterte. (60.)
Und schon ging die wilde Fahrt wieder Richtung Alpener Kasten. Kim Weickart wurde im Angriffszentrum angespielt, legte ab auf Kevin Kroggel, der aus 17 Metern Maß nahm und den Ball mit einem Riesenschuss unter die Latte hämmerte. (64.) 3:3 Sehr geile Bude Kevin!!!
Auch in der Folgezeit gab es keine Zeit zum Durchatmen. Trotz des personellen Ungleichgewichtes spielten beide Teams ohne Rücksicht auf Verluste auf Sieg, was zu einem offenen Schlagabtausch in der Schlussviertelstunde sorgte.
Nachdem erst Kim Weickart einen Kopfball aus 5 Metern knapp verzog (72.) und Alpen einen Fernschuss gleichermaßen verballerte (75.), gab es Eckball für den VfL.
Marco Koske schlug das Leder auf den ersten Pfosten, wo sich KIm Weickart hochschraubte und die Kugel ins lange Eck zum erlösenden 4:3 verlängerte (78.) Somit war unser Kim an allen 4 Treffern beteiligt. Starker Auftritt Herr Weickart.
Funfact am Rande, auch die restlichen 4 Scorerpunkte teilten sich die anderen K´s mit Kleinschmidt, Kroggel und Koske.)
Das sollte doch wohl zum wichtigen Dreier für Rheinhausen reichen.
Die größte Chance zur endgültigen Vorentscheidung hatte Oliver Kleinschmidt auf dem Schlappen, als er das Spielgerät aus 8 Metern halblinker Position Zentimeter neben den linken Pfosten setzte. (89.)
In der Nachspielzeit angekommen nahm der Wahnsinn seinen Lauf.
Mit dem letzten Mute der Verzweiflung warf Alpen nochmal alles in die Waagschale. Ein langer Ball nach vorne wurde über zwei Stationen ungestört in den Lauf des durchstartenden Heckers gespielt, der nur noch Keeper Oel vor sich hatte und aus 16 Metern vollendete. 4:4 (90.)
Warum sich ein Gegner in Unterzahl kurz vor dem Abpfiff ungehindert durch die Rheinhauser Defensive kombinieren darf, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.
Dieses 4:4 war auch gleichzeitig der Schlusspunkt einer völlig irren Begegnung.
Und wenn man ehrlich ist, geht das Ergebnis auch völlig in Ordnung. Alpen hat sich auch in seiner halbstündigen Unterzahl nie aufgegeben, weiter nach vorne und komplett auf Sieg gespielt. Der VfL konnte die sich bietenden Räume und Möglichkeiten nicht konsequent nutzen und ließ sich zu allem Überfluss kurz vor Schluss noch zwei immens wichtige Zähler klauen. Da müssen wir cleverer werden und das Ding einfach über die Runden verteidigen.
Der Link zu den Video-Highlights :
https://www.fupa.net/tv/match/vfl-rheinhausen-fc-viktoria-alpen-1911-ev-13368674-204189/1-highlight-vfl-rheinhausen-1