18/02/2026
Trotz Schilddrüsenmedikation– Symptome einer Unterfunktion?
Das kommt in der Praxis häufiger vor, als viele denken.
Viele Patienten bekommen Levothyroxin (T4). Der TSH liegt im Referenzbereich, trotzdem bleiben Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Leistungsabfall bestehen.
Ein möglicher Grund:
T4 ist ein Prohormon. Erst die Umwandlung zu T3 macht es biologisch aktiv. Diese Konversion läuft über Deiodasen und kann individuell unterschiedlich sein, zum Beispiel durch genetische Varianten.
Zusätzlich können Lebensstilfaktoren die T3-Spiegel beeinflussen:
– Starkes Kaloriendefizit
– Sehr kohlenhydratarme Ernährung
– Chronischer Stress
In solchen Situationen sinkt das aktive T3 häufig, während reverse T3 ansteigt. Das ist eine physiologische Anpassung, um Energie zu sparen.
Auch Hormone wie Östrogen erhöhen die Schilddrüsenhormon-Bindungsproteine. Dadurch kann sich der Bedarf an Schilddrüsenhormonen verändern, ohne dass sich der TSH sofort deutlich verschiebt.
Deshalb kann es sinnvoll sein, bei anhaltenden Symptomen mehr als nur den TSH zu betrachten, zum Beispiel:
TSH, fT4, fT3 und – je nach Fragestellung – weitere Parameter.
Die Schilddrüse lässt sich nicht immer über einen einzelnen Laborwert beurteilen. Eine individuelle Diagnostik ist entscheidend.
Kennt ihr solche Fälle?
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