28/10/2020
KRONE AUF UND LEBEN!
„Corona“ – Es scheint eine "Krönungszeit" für uns alle zu sein. Es könnte darum gehen, dass wir uns wieder die Krone aufsetzen und in unserem eigenen Leben wirklich bestimmen. Mit dieser Erlaubnis schaffen wir uns Raum und Zeit, um im Einklang mit unseren lebensbewahrenden Instinkten und Bedürfnissen zu leben. Dafür können wir die von außen auferlegte Bewegungseinschränkung und die ungewohnte Stille nutzen, denn vielleicht müssen wir erst wieder lernen, unsere innere Stimme zu hören, sie ernst zu nehmen und zu respektieren. Das ist unsere Aufgabe in diesem Leben und besonders in dieser Zeit! Weniger Ablenkung, weniger Fremdbestimmung, weniger Hektik - mehr Mitgefühl mit sich selbst und Anderen, mehr Dankbarkeit für die Fülle, die wir in den vielen kleinen Dingen des Alltages haben.
Bedürfnisse der Menschen, die ich von August bis Oktober 2020 in Coachings und Trainings begleiten durfte
INNEHALTEN UND REFLEKTIEREN
„Was lief gut, was braucht Optimierung, damit wir die Aufgaben bewältigen und uns dabei in gesunder Anspannung befinden, statt in Über- oder Unterforderung in Streit miteinander zu geraten?“
Diese Auswertung wünschen sich Menschen. Sie tut Ihnen im Arbeitsprozess gut. In den Teamübungen in meinen Trainings hat solch ein regelmäßiges Innehalten immer zum Erfolg geführt: Die Qualität stimmte, Zeit wurde eingespart und der Spaß blieb erhalten.
Alle wurden bei solch einem Innehalten, im Kreis mit Blickkontakt-Möglichkeit sitzend, gehört. Leise und Langsame wurden mit einbezogen. Solche ruhige Selbstreflexion ermöglicht Lernen und lebendige Weiterentwicklung - im Arbeitsteam, aber auch im Inneren Team der Menschen. Statt nur auf das Außen zu reagieren und den Ereignissen hinterherzulaufen, handeln Menschen dann aus ihrer inneren Weisheit und Kreativität heraus. Sie finden gute Lösungen für sich und für das Miteinander.
GEMEINSAME "FELLPFLEGE"
Vielen Menschen tut es gut, sich in einer Krise verbunden fühlen zu können. Sie wollen Zeit haben für ein „Wie geht es Dir gerade?“ und „Warum machst Du das, was Du machst, so wie Du es machst? Was ist der gute Grund?“. Sie kommen damit aus ihren Vorurteilen und Abwertungen heraus und entspannen sich, wenn sie Verhalten nachvollziehen können, das ihnen erstmal fremd ist.
Gerade wenn die Corona-Bekämpfungsmaßnahmen dazu führen, dass der Kontakt zwischen Mitarbeitenden reduziert wird, wird das „Wir“ bedroht. Missgunst und Selbstschutz wachsen ohne Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten. Das verhärtet Menschen, mauert sie ein und macht sie unsolidarisch.
Zeit und Raum für Beziehungsgestaltung ist ein hohes Gut, das gerade in diesen Wochen geschützt werden muss. Das ist in der Ehe oder Partnerschaft so und eben auch in den Arbeitsteams.
MITEINANDER GESTALTEN
Wenn Führungskräfte angesichts der Herausforderungen in der Krise erschöpfen und hinschmeißen wollen, kann es sein, dass es nicht um Hinschmeißen geht, sondern um Aufgeben.
Aufgeben, was beim Führen nicht mehr taugt:
• Alles allein machen ohne die Kompetenz der Mitarbeitenden mit einzubeziehen;
• Selbstüberforderung nicht nur von sich, sondern auch von Anderen zu verlangen;
• Partei ergreifen statt Verbundenheit im Team bzw. zwischen den Führungsebenen zu fördern…
Führen bedeutet mehr denn je „Begleiten“ und Zeit organisieren für das „Miteinander gestalten“. Die Gruppe ist schlauer als Einzelne, wenn die Gesprächsprozesse gut moderiert werden. Führungskräfte können es sich viel einfacher machen als bisher.