19/04/2026
Ja, es geht bei dieser Frage nicht nur darum, wer man ist, wenn man sein Leben nicht (mehr) in den Sozialen Medien teilt, sondern es geht um viel mehr…
Lasst uns diese Frage mal anders formulieren:
Wenn du die Dinge, die du so selbstverständlich, routinemäßige, alltäglich tust, nur für dich tun würdest, würdest du sie dann immer noch tun?
Denke an unterschiedliche Situationen in deinem Leben (schöne, wie auch herausfordernde). Wie verhältst du dich in diesen Situationen? Und wie würdest du dich verhalten, wenn du alle antrainierten Verhaltensweisen oder deine etablierten Unsicherheiten über Bord werfen würdest?
Wie würdest du deinen Alltag und dein Leben gestalten, wenn du ganz anders aufgewachsen wärst?
Wer würdest du sein, wie würdest du dich verhalten, wenn niemand dich „sieht“ – nicht deine Eltern, nicht deine Kinder, nicht deine Arbeitskollegen oder Freunde, nicht dein Partner etc.?
Wenn du nur für dich entscheiden würdest und es Kritik und Urteile nicht geben würde – wenn es kein „richtig“ oder „falsch“ geben würde, sondern das einzige Barometer für deine Entscheidungen ein „das fühlt sich für mich wirklich gut (frei, ruhig) an“ und „das fühlt sich für mich nicht gut (eng, drückend, schwer) an“ wäre – welche Entscheidungen würdest du dann treffen?
Wie würdest du sein, wenn dein innerer Kritiker keine Macht mehr hätte bzw. einfach mal die Klappe halten würde? Was würdest du dann sehen, wenn du in den Spiegel blickst? Welche Kleidung würdest du tragen, wie deinen Tag gestalten, welche Menschen würdest du Freunde nennen, welcher Arbeit würdest du nachgehen…?
Wer würdest du sein, wenn du alle Rollen, die du bisher eingenommen und aufgebaut hast, mit einem Mal loslassen und gänzlich neu beginnen könntest?
Wer würdest du sein, wenn du erkennen würdest, dass du mit deinen individuellen Bedürfnissen und Sehnsüchten, Werten und Wünschen, Lebenskonzepten und Alltagsroutinen - wie du sie dir oft vorstellst, aber nie wirklich umsetzt - genau so richtig wärst?
Oder anders: Lebst du wirklich – oder versuchst du nur „normal“ zu sein und ein Leben „für andere“ oder „wegen anderen“ zu leben?
Und jetzt frage ich dich: Wie verstehst du diese Frage? Was macht sie mit dir?