09/12/2025
+++Weihnachtstechnorave & Wunderlatschen: LOK dreht’s zum Fest der Tore+++
Freunde der Sonne (oder aktuell des Winters), ich bin wieder da. Thailand war schön. Kokosnüsse, Sonnenuntergänge, tolles Essen... alles top. Aber echte Erdung spürt man erst, wenn man unfreundlichen Bäckereifachverkäuferinnen und 20 Grad Temperaturunterschied begegnet und vor allem mit einem steifen Hals am Spieltag aufwacht. Ich bin wieder voll im Lok-Alltag angekommen und deswegen ging es endlich wie immer am Sonntag, um 13:00 Uhr aufm Platz. Aber zum Glück gibt’s da auch Martha – die einzige Person, die meine körperlichen Altlasten so bearbeitet, dass ich zumindest wieder wie ein funktionierender Mensch wirke. Danke!
Es ging zum letzten Spiel vor der Winterpause: Wir wollten nicht nur einen Heimsieg einfahren – da war auch noch eine offene Rechnung mit den Thonis. Im Hinspiel mussten wir uns mit einem 6:0 geschlagen geben – ein Ergebnis, das sich unangenehm im Hinterkopf festgesetzt hat. Gut, dass man Traumata manchmal am besten behandelt, indem man ihnen 90 Minuten lang frontal (oder auch von der Seite, von hinten und von überall) begegnet.
Besonders Crispy Cory verkörperte dieses Konzept an diesem Tag mit perfektem Timing und kompromisslosen Grätschen.
Mit leichtem Stress ging’s runter zur Erwärmung – und direkt in ein musikalisches Crossover, das vermutlich in keinem GEMA-Katalog vorgesehen ist. Weihnachtslieder trafen auf Janinas Rave-Playlist. Heraus kam ein Klangteppich irgendwo zwischen Christbaumkugel und Clubkeller. Vielleicht war das aber auch der Geburtsmoment eines neuen Genres: Weihnachtstechnorave. Wobei – eigentlich ist es genau das, was Musik 2025 sowieso macht: Man nehme einen bekannten Klassiker, lege einen Techno-Beat drunter und zack, neuer Hit. Ich hoffe, ihr habt ein ordentlicheres Spotify Wrapped abgeliefert...
Ok…ich schweife ab. Ihr wollt wahrscheinlich noch was vom Spiel lesen. Ich nehme vorweg…es blieb bis zum Schluss wirklich spannend und ein nervenraubendes Erlebnis.
Mit dem Anpfiff übernahmen wir sofort das Kommando. Saubere Pässe, klare Aktionen, hoher Druck. Als die Gästekeeperin einen Fehlpass spielte, schaltete Sophie schneller als alle anderen und verwandelte souverän zum 1:0. Kurz darauf das 2:0: Löffel mit feinem Pass in die Mitte, Sophie wieder goldrichtig, wieder drin. Unser Offensivspiel lief wie geölt, während wir hinten versuchten, spielerisch aufzubauen. Mal elegant, mal mussten wir doch klären – oder brachten uns selbst unnötig in Schwierigkeiten. Kleiner Servicehinweis: Jonglier-Skills aus dem Thailandurlaub helfen bei Pressing-Situationen und im Aufbauspiel nur bedingt. Sorry an dieser Stelle.
Das erste Gegentor fiel nach einem Freistoß. Wir standen nicht eng genug an der Gegenspielerin dran, obwohl der Auftrag eindeutig war: zur Not auch mal in den A***h zu zwicken (eine Methode, die wir bereits von anderen Gegnerinnen kennen – leise, unauffällig und extrem nervig). Die Thonberg-Spielerin startete durch, hielt den Fuß rein und schon war das Ding im Netz.
Wir probierten uns davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und zogen weiter unser Spiel auf. Kombis liefen, der Zug nach vorne war da. In Minute 31 machte Sophie dann ihren Hattrick perfekt. Unsere Offensive spielte an diesem Tag irgendwo zwischen „richtig edel“ und „kann bitte jemand den Schwierigkeitsgrad hochstellen?“.
Kurz vor der Pause erfolgte dann der nächste Dämpfer: Wieder ein Freistoß für Thonberg. Direkter Versuch, Sandra ist noch dran, aber der Ball zappelte zum 3:2 ins Netz. Halbzeit – und das Spiel war plötzlich enger als eine Gym-Girl-Leggings.
In Halbzeit wollten wir offensiv und mutig nach vorne spielen. Wir brachten frische Offensivpower rein – Janina und Pauli kamen, und das merkte man sofort. Wir kombinierten uns weiter in richtig gute Szenen, kamen mehrfach gefährlich vors Tor… nur das Tor blieb aus. Stattdessen bekamen die Thonbergerinnen plötzlich eine zweite Luft und zogen das Tempo spürbar an. Bis Minute 87 hatten wir das alles noch ordentlich wegverteidigt, doch dann wurde es richtig prenzlig: Die Gegenspielerin dribbelte bis kurz vor unseren Sechzehner und zog einfach mal ab. Der Ball drehte sich ins rechte untere Eck. Wir schauten uns nur an – ratlos, geschockt – 3:3.
Noch rund fünf Minuten auf der Uhr. Ich geb’s zu: leichte Wasserung der Augenpartie.
Aber – wie schon erwähnt – unsere Offensive war an diesem Tag in ihrem eigenen Film.
Löffel spielte Messi-Sachen. So sah’s zumindest von hinten aus, wo ich staunend zusah: Sie dribbelt erst zur Grundlinie, zieht dann in den Strafraum, und wir alle dachten: Querpass, klassisch, sauber. Aber nein – noch ein Schlenker, noch ein Schritt – und dann schiebt sie das Ding selbst rein. 4:3.
Ich fasse es nochmal mit den Worten von Lisa zusammen, die ich gebeten habe, mir die Tore nochmal zu schildern:
"Pass von mir durch die Abwehr auf Löffel, krasses Dribbling, unmöglicher Winkel. Tor."
Und weil Sophie auch nochmal ran wollte machte sie in Minute 89 den Sack zu und belohnte sich mit ihrem VIERTEN Tor nachdem sie einen langen Ball verwertete, dribbelte und die Pille im Tor versenkte. Chapeu, Chapeu! Aber das galt nicht nur den beiden, sondern allen, die heute auf dem Platz standen.
Und ganz besonders für Nea:
Unser Neanator, die unangenehmste Außenverteidigerin dieser Liga – im allerbesten Sinne. Dein letztes Spiel, und du hast es gespielt, wie wir dich kennen: bissig, stabil, unangenehm für jede Gegenspielerin.
Danke für alles und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg. Wir werden dich vermissen.
Damit endet eine spannende, nervenaufreibende und ziemlich emotionale Hinrunde.
Ihr werdet sicher bald nochmal was von uns hören – aber offiziell verabschieden wir uns hiermit in die wohlverdiente Winterpause.
XOXO – Eure Loklinas